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3. October 2016

Beschneidung von Mädchen und Frauen

Der Kampf gegen eine grausame Tradition

Die Beschneidung von Mädchen und Frauen ist eine Prozedur, bei der die weiblichen, äußeren Genitalien teilweise oder komplett entfernt werden – und zwar ohne medizinischen Grund. Der Eingriff wird in der Regel an jungen Mädchen durchgeführt und verursacht körperliche und seelische Schmerzen, die ein Leben lang anhalten. Die SOS-Kinderdörfer weltweit kämpfen gegen die sogenannte Female Genital Mutilation, kurz FGM.

Rund 200 Millionen Mädchen und Frauen weltweit wurden bereits beschnitten. Obwohl die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in den meisten Ländern verboten ist, wird sie weiterhin praktiziert: „FGM ist Körperverletzung. Die Mädchen müssen grundlos ein Leben mit Schmerzen ertragen, einige sterben sogar nach der extrem grausamen Prozedur“, erklärt Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Allein in den vergangenen Monaten wurden fünf Fälle bekannt, bei denen Frauen in Kenia, Sierra Leone, Guinea, Gambia und Ägypten an den Folgen des Eingriffs gestorben waren. Das ägyptische Kabinett hat nun einen Gesetzesentwurf für die Erhöhung des Strafmaßes für FGM-Praktizierende und Helfer beschlossen, der aber noch vom Parlament verabschiedet werden muss. Obwohl FGM in Ägypten seit 2008 illegal ist, sind dort 87 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. „Das ägyptische Parlament muss dem Gesetzesentwurf zustimmen, damit die Täter durch eine mehrjährige Gefängnisstrafe abgeschreckt werden und nicht noch mehr Mädchen leiden müssen“, sagt Yassin. Zudem müssten Länder wie Sierra Leone, Liberia, Sudan und Mali, in denen FGM noch legal ist, schnellstmöglich die weibliche Genitalverstümmelung verbieten. Allerdings sei es mit Verboten allein nicht getan, erklärt Yassin: „Die jeweiligen Regierungen müssen die Bevölkerung – Männer wie auch Frauen – darüber aufklären, dass es sich bei weiblicher Genitalbeschneidung um eine brutale Verstümmelung und kein harmloses Ritual handelt.“

Die SOS-Kinderdörfer weltweit kämpfen unter anderem in Kenia, Gambia, Guinea und im Sudan gegen FGM, indem sie die Menschen in traditionellen Gemeinden mit Aufklärungsarbeit zum Umdenken bewegen. Außerdem bietet die Kinderhilfsorganisation betroffenen Mädchen medizinische Hilfe an und stärkt und bildet Frauen, damit sie nicht von der Ehe mit einem Mann abhängig sind, um zu überleben: „In vielen Gemeinden hat eine unbeschnittene Frau keine Chance, geheiratet zu werden. Sie gilt als unrein. Deshalb bleibt einem mittellosen Mädchen ohne Ausbildung oft keine andere Wahl, als FGM über sich ergehen zu lassen, um einen Ehemann zu finden und dadurch abgesichert zu sein“, erklärt der SOS-Pressesprecher.

Fakten und Zahlen zur Beschneidung von Mädchen und Frauen

Schätzungen zufolge gibt es weltweit rund 200 Millionen Mädchen und Frauen, die beschnitten wurden. Da die Beschneidung aber meist im Verborgenen geschieht, liegt die eigentliche Zahl wahrscheinlich wesentlich höher. Der Eingriff hat schlimme körperliche und psychische Folgen für die betroffenen Frauen, die sie ein Leben lang begleiten und sogar zum Tod führen können.

Was ist weibliche Genitalverstümmelung?

Die weibliche Genitalverstümmelung (englisch: Female Genital Mutilation, FGM) setzt Mädchen und Frauen grundlos extremen körperlichen und psychischen Schmerzen aus. Der Eingriff wird in der Regel an jungen Mädchen durchgeführt. In einigen Ländern werden Mädchen direkt nach der Geburt beschnitten, in anderen erst in der Pubertät.
 
Rund 200 Millionen Mädchen wurden weltweit beschnitten.
Die Prozedur ist Körperverletzung: Die Mädchen erleiden während und nach der Beschneidung Schmerzen, Erniedrigung und teilweise lebenslange Komplikationen.
Den Mädchen wird ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Entscheidungsgewalt über ihren eigenen Körper verwehrt.

Wo wird die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert?

FGM wird hauptsächlich in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten praktiziert, ist aber auch in Europa verbreitet. In einigen Gebieten wird trotz internationaler Bemühungen noch ein Großteil der Frauen genitalverstümmelt.

Weltkarte: Verbreitung von Mädchenbeschneidung


Welche Folgen hat die Beschneidung von Mädchen und Frauen?
FGM hat für die beschnittenen Mädchen sowohl körperliche, als auch seelische Folgen – und zwar ein Leben lang. Da der Eingriff in der Regel ohne Betäubung und mit nicht sterilisiertem Schneidewerkzeug wie Messer, Glasscherbe oder Rasierklinge durchgeführt wird, ist die Gefahr einer Infektion groß. Außerdem müssen die Mädchen unmenschliche Schmerzen während der Prozedur ertragen und die Wunden bluten stark. Viele fallen währenddessen in Ohnmacht oder stehen unter einem schweren Schock. Manche sterben danach – zum Beispiel, weil sie verbluten.

Die körperlichen Folgen von FGM sind:

    Schmerzen beim Wasserlassen und während der Menstruation
    Schwere Entzündungen, Abszesse
    Starke Blutungen, die bis zum Tod durch Verbluten führen können
    Verlust von sexueller Empfindung
    Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
    Unfruchtbarkeit
    Blasenentzündung oder -lähmung, Inkontinenz
    Blutvergiftung
    Tetanus
    Übertragung von Krankheiten wie HIV/AIDS durch die Verwendung unsauberer Instrumente
    Vernarbtes Gewebe
    Schmerzen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt wie: Geweberisse, Probleme für das Kind, geboren zu werden, weil der Weg verengt ist, Kaiserschnitte sind bei beschnittenen Frauen häufiger notwendig, Sterblichkeitsrate der Säuglinge liegt höher, Gehirnschäden des Säuglings sind durch Verengung möglich
    Aufschneiden und erneutes Zunähen der Vagina für die Geburt oder Geschlechtsverkehr, was die Frauen immer wieder Schmerzen und Traumata aussetzt

Die psychischen Folgen von FGM sind:

    Depressionen
    Angstzustände
    Geringes Selbstbewusstsein

Welche Formen der Beschneidung von Mädchen gibt es?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet zwischen vier verschieden Arten der weiblichen Beschneidung:

    FGM-Typ 1: Hierbei wird die Klitoris teilweise oder komplett abgetrennt. In einigen, wenigen Fällen lediglich die Haut über der Klitoris.
    FGM-Typ 2: Hierbei wird die Klitoris teilweise oder komplett entfernt. Außerdem werden die inneren Schamlippen und in einigen Fällen auch die äußeren abgeschnitten.
    FGM-Typ 3: Hierbei wird die Vagina zugenäht, sodass nur eine kleine Öffnung für Urin und Menstruation bleibt. Dazu werden häufig Teile der äußeren Geschlechtsorgane abgetrennt und als Haut-Verschluss genutzt. Bei dieser Form der Beschneidung wird häufig auch die Klitoris entfernt.
    FGM-Typ 4: Unter Typ 4 fallen alle weiteren, schädigenden Prozeduren, die ohne medizinischen Beweggrund durchgeführt werden. Dazu gehören: Verätzungen, Piercings, Ritzen, Einschneiden, Stechen im Genitalbereich.

Quelle/Fotos: SOS Kinderdörfer www.sos-kinderdoerfer.de

 



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