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       3. Februar 2015

Patricia Leßnerkraus trifft Pasquale Aleardi

Vom ARD Krimi zum Broadway, als Hauptdarsteller auf die Stage Musical Bühne in Stuttgart. Ein echtes Multitalent...

Im Stuttgarter Palladium Theater steht Aleardi als Staranwalt Billy Flynn auf der Bühne, Copyright: Jan Potente / Stage Entertainment

Vor kurzem konnten Sie ihn noch als Kommissar Dupin für die ARD geniessen, jetzt singt und tanzt er als Staranwalt Billy Flynn im Musical Chicago in Stuttgart. Der gutaussehende Schauspieler Pasquale Aleardi besticht unsere Redakteurinnen durch Können und jede Menge Charme, gepaart mit sexapeal. Erfahren Sie im ausführlichen Interview mehr über den potentiellen Herzensbrecher.

Als Pasquale Aleardi im Frühjahr 2014 in Hamburg für einen Gastauftritt in der männlichen Hauptrolle des Musicals „Chicago“ vorsang, ahnte er nicht, dass er gleich zweimal den Zuschlag für die Rolle des berüchtigten Staranwaltes Billy Flynn erhalten sollte. Denn bei seinem Casting war zufällig auch das amerikanische Kreativteam anwesend und war von Aleardis Auftritt so begeistert, dass er vom Fleck weg für einen dreiwöchigen Gastauftritt am Broadway engagiert wurde. „Das war eines der absoluten Highlights meiner Karriere“, sagt der gebürtige Schweizer mit italienisch-griechischen Wurzeln. Von Mitte Januar bis Mitte März steht der Schauspieler, der fließend sechs Sprachen spricht und den man aus dem Hollywood-Streifen „Resident Evil“ sowie den deutschen Kinofilmen „Männerherzen“, „Keinohrhasen“ oder „Honig im Kopf“ kennt, nun auf der Bühne des Stuttgarter Paladium Theaters der Stage Entertainment. Business-on Stuttgart sprach mit dem 43-jährigen Künstler über sein Stuttgarter Engagement und die Zeit am Broadway.

Sie sind der erste Schauspieler aus Deutschland, der am Broadway spielen durfte. Mit welchen Gefühlen sind Sie zurückgekommen?
Es ist kaum in Worte zu fassen, wie speziell, wie intensiv, wie toll und einzigartig das für mich war. Schon seit Jahren wird der Billy Flynn von amerikanischen Superstars wie Jerry Springer, Usher, Huey Lewis gespielt. Sich in diese Aufzählung großer Name nun durch ein eigenes Engagement einreihen zu dürfen, ist schon ein tolles Erlebnis und eine große Ehre.

Standen Sie zum ersten Mal auf einer Musicalbühne?

Nein, bereits 2000 habe ich in Peter Maffays Musical „Tabaluga“ mitgespielt. Ich liebe die Vielseitigkeit und achte bei meinen Engagements bewusst auf die Abwechslung - mal Leinwand, mal TV, mal die Bühne. Schließlich möchte ich mich kontinuierlich weiterentwickeln. Ich wähle immer vom Herzen her, entscheide mich für das, was mich in dem Moment am meisten anspricht und von dem ich denke, dass ich es leisten kann.

Haben Sie eine Musical-Ausbildung?

Nein, ich habe noch nicht einmal eine Gesangsausbildung. Das Singen habe ich mir anhand der Soulplatten meiner älteren Geschwister selbst beigebracht. Ich habe so lange geübt, bis ich mich den Sängern angeglichen habe. Allerdings habe ich ab dem elften Lebensjahr Klavierunterricht bekommen und hatte schon seit der Jugend bis heute immer eine eigene Band.. Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Aber ich singe nicht nur, ich komponiere auch. So habe ich beispielsweise die Musik für „Baal“ mitgeschrieben oder die Titelmusik für meinen allerersten deutschen Kinofilm „Nachts im Park“.

Was mögen Sie besonders an „Chicago“?

1997 habe ich es als frischgebackener Schauspieler am Broadway zum ersten Mal gesehen und war sofort hin und weg. Es ist ein Schauspielstück mit Spannung und Witz, kombiniert mit Tanz, Gesang und einem Orchester, das auf der Bühne ins Geschehen integriert ist. Die Tänze sind brillant, anziehend, hocherotisch. Und die Musik ist einfach klasse, sie reißt mich jeden Abend richtig mit.

Und was reizt Sie an der Figur Billy Flynn?

Billy Flynn hat so viele Facetten, die man spielen kann. Moralisch gesehen ist er ein böser Mensch, ein Krimineller, der wahnsinnig viel Freude daran hat, kriminell zu sein. Er ist zwar böse, manipuliert die Menschen und liebt das Spiel, kommt aber mit unglaublichem Charme und Sympathie daher. Publicity, Macht und Geld sind für ihn wie eine Droge, an der er sich berauscht. Für mich ist Billy Flynn ein Zauberer und so möchte ich ihn auch spielen. Diese Farben, die diese Figur bietet, jeden Abend wieder zu finden, ist eigentlich unerschöpflich.

Ihr Kollege wurde krank, deshalb mussten Sie früher als geplant ins Musical einsteigen. War das ein Problem für Sie?

Sagen wir so: Es war Akkordschufterei für mich, weil ich nur etwas über eine Woche Zeit hatte für die Proben. Ich kam ja gerade erst aus Amerika zurück und hatte meine Rolle noch auf Englisch im Kopf! Jetzt musste ich in aller Eile umlernen.

Pasquale Aleardi als Kommissar Georges Dupin in Bretonische Verhältnisse (ARD), Copyright: Sandra Hoever / ARD Degeto

Wieso war das ein Problem?

Die Umstellung auf den deutschen Billy ist schon heftig. Vor meinem Engagement am Broadway hatte ich auch nur drei Wochen Zeit um die Rolle zu lernen. Jeden meiner Sätze habe ich seither bestimmt dreitausend Mal gesagt, die Schritte und die Gestik genauso oft geübt. Das ist so tief in meinem Kopf und Körper drin, dass ich es schon als große Herausforderung empfinde, innerhalb so kurzer Zeit umzudenken.

Verändert sich in der deutschen Fassung nur die Sprache?

Neben der Sprache verändern sich auch Ausdruck und Bewegungen, weil man ja nicht eins zu eins übersetzen kann. Deshalb war es anfangs für mich schwer, weil die Impulse alle auf Englisch gespeichert waren. Je tiefer ich in die deutsche Produktion eintauche, umso besser wird es. Aber die ersten Tage waren schwierig. Nie hätte ich gedacht, dass es mir einmal so schwer fällt auf Deutsch zu spielen.

Tanzen, Singen, Schauspielern – wie halten Sie sich fit?

Zurzeit mache ich mich täglich warm mit Stretchen, Yoga, Atmungs-, Gesangs- und Schauspielübungen. Das reicht an körperlichen Aktivitäten bei sieben Vorstellungen die Woche, denn auf der Bühne habe ich ja auch noch genug Bewegung. Wenn ich ganz normale drehe, trainiere ich meist Übungen mit körpereigenem Gewicht, weil nicht immer ein Fitnessstudio in der Nähe ist. Meine Joggingschuhe habe ich auch immer dabei.


Wie schalten Sie ab?

Bislang hatte ich noch nicht wirklich Zeit zum Durchatmen. Aber es wird langsam besser. Wenn ich nach Hause komme, koche ich mir einen Ingwertee und chille eine halbe Stunde bei Klassik oder Filmmusik. So entspanne ich am besten.

Warum sind Sie Schauspieler geworden?

Dieser Beruf erfüllt mich einfach mit großer Freude. Es macht richtig Spaß immer wieder in neue Rollen zu schlüpfen und die Figuren, mit allem was man zu bieten hat, zum Leben zu bringen und ihnen eine eigene Persönlichkeit zu geben.

Nehmen Sie jedes Rollenangebot an?

Nein, im Gegenteil, ich war schon immer sehr wählerisch, brauche einen gewissen Reiz. Mein Herz muss für das Drehbuch, die Rolle, die Kollegen oder den Regisseur schlagen. Wenn nicht mindestens einer dieser Punkte zu hundert Prozent erfüllt ist, dann lehne ich ab. Die Lebenszeit ist zu kurz und zu wertvoll um Dinge zu tun, die nicht wirklich passen.

Woran machen Sie den Reiz fest?

Oftmals springt mir beim Lesen des Drehbuchs ein Satz in Bauch und Herz und ich denke spontan: „Diesen Satz muss ich sagen!“ Das ist der Idealfall. Manchmal habe ich richtig Respekt vor einer Rolle oder Zweifel, dass ich ihr gerecht werde. Auch das ist eine gute Triebfeder, weil ich dann automatisch nach Wegen suche, die Rolle doch zu verwirklichen.

Welche Schauspieler mögen Sie besonders?

Im Moment liebe ich die amerikanischen Serien wie „Breaking Bad“, „True Detective“ oder „House of Cards“. Das sind alles großartige Schauspieler. Außerdem bin ich Kino-Junkie, schaue mir fast alles an, besonders gerne Filme mit Denzel Washington, Michael Keaton, Daniel D. Lewis oder Meryl Streep. Bei den deutschen Kollegen finde ich Roland Zehrfeld klasse, Devid Striesow, Daniel Brühl, oder Sebastian Koch, um nur einige zu nennen. Ich mag alle Kollegen, die sich vielseitig zeigen.

Sie haben sich national wie international einen Namen erarbeitet. Wie wichtig ist Ihnen Ruhm?

Ruhm? Der interessiert mich überhaupt nicht, denn er ist unwichtig. Mich interessieren Rollen. Mir ist die Aufgabe als Schauspieler wichtig. Da bin ich totaler Idealist, ein Ausdrucksmensch und gehe einzig der Frage nach: Wo kann ich meine Leidenschaft ausdrücken? Solange ich dem folgen kann, ist alles gut.

Sie gelten als Multitalent – gibt es etwas, was Sie nicht können?

Oh ja. Alles, was mit Mathematik und Naturwissenschaften zusammenhängt, war während meiner Schulzeit eine solche Katastrophe, dass ich bis zum Abitur fürchterlich gelitten habe. Das ist zum Glück vorbei. Jetzt mache ich nur noch das, was ich über alles liebe. Beruflich bin ich sozusagen dauerhappy.

Text: Patricia Leßnerkraus
Patricia Leßnerkraus ist Interviewerin, Reporterin, Autorin und Ghostwriterin. Sie war bzw. ist als freie Journalistin tätig u.a. für: R. Beckmann, J.B. Kerner, BUNTE, FRAU IM SPIEGEL, Für Sie, Freundin, WamS, Werbeagenturen, FDP (Europawahlkampf), Mitarbeit an der Hannelore Kohl- Biografie, zwei Bücher unter eigenem Namen, diverse Bücher als Ghostwriter



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