Eisenbahn zum Mond

Die steilste Bahnstrecke Nordamerikas feiert 150. Geburtstag

Neuengland/Köln, Dezem­ber 2019: Vor etwas mehr als einein­halb Jahrhun­derten wandte sich der Eisen­bah­nin­ge­nieur Sylvester Marsh im US-Bun­desstaat New Hamp­shire an die poli­tis­chen Entschei­dungsträger, um die Erlaub­nis zum Bau seines Traums zu erhal­ten: eine Dampf­mas­chine, die auf den Gipfel des Mount Wash­ing­ton fährt. Erst wurde er für seine Idee belächelt und einige Kri­tik­er spot­teten sog­ar, man könne genau­so gut eine Eisen­bahn zum Mond bauen. Doch als er 5.000 Dol­lar seines eige­nen Geldes investierte und darüber hin­aus noch mehr sam­melte, wurde seine Bitte bewil­ligt. So ent­warf und baute Marsh 1869 in Neueng­land eine Zah­n­rad­bahn, die zur ersten Berg­bahn der Welt und zur steil­sten Bahn­strecke Nor­damerikas wer­den sollte.

Wie sich gezeigt hat, war Marshs Plan alles andere als ein Mis­ser­folg, denn in diesem Jahr feierte die Mount Wash­ing­ton Cog Rail­way, bekan­nt als „The Cog“, ihr 150-jähriges Beste­hen. In dieser Zeit brachte sie mehrmals täglich Touris­ten aus aller Welt auf den mit über 1.900 Höhen­metern höch­sten Berg im Nor­dosten der USA, um atem­ber­aubende Fern­sicht­en zu genießen. Mit ein­er durch­schnit­tlichen Stei­gung von über 25 Prozent und ein­er Max­i­mal­stei­gung von 37,41 Prozent ist die Cog bis heute die zweit­steil­ste Zah­n­rad­bahn der Welt. Die Bahn­strecke erstreckt sich über eine Länge von rund 5 km, begin­nt auf ein­er Höhe von etwa 820 Metern über dem Meer­esspiegel und endet kurz vor dem Gipfel des Berges auf 1916 Metern.

Rund eine Stunde benötigt die Cog, um den Gipfel des Mount Wash­ing­ton zu erk­lim­men. Auf dem Weg nach oben fährt sie durch weitläu­fige Berg­land­schaften mit Wäldern und Felsen und über­quert dabei die Baum­gren­ze. Für beson­deren Ner­venkitzel sorgt die “Jacob’s Lad­der”, eine S‑Kurve, die den steil­sten Teil der Bahn aus­macht. Die spek­takulären Panora­maaus­blicke auf der unvergesslichen Fahrt umfassen die Berge und Täler von New Hamp­shire und Maine und reichen im Nor­den bis nach Kana­da und im Osten bis hin zum Atlantis­chen Ozean.

Auf dem Gipfel wird eine ein­stündi­ge Pause ein­gelegt, in der man bei schönem Wet­ter die spek­takulärsten Aus­sicht­en in den White Moun­tains und eine Erkun­dungs­tour in den umliegen­den Mount Wash­ing­ton State Park genießen kann. Inner­halb des Parks befind­et sich auch das Sher­man Adams Vis­i­tor Cen­ter mit ein­er der am häu­fig­sten besproch­enen Wet­ter­sta­tio­nen der Welt und dem Extreme Mount Wash­ing­ton Muse­um. Dank unvorstell­bar­er Schneestürme, orka­nar­tiger Winde und Tem­per­a­turen bis unter minus 30 Grad konkur­ri­eren die Win­terbe­din­gun­gen auf dem Mount Wash­ing­ton mit denen des Mount Ever­est und der Polar­re­gio­nen und machen den Berg gewis­ser­maßen zu einem Außen­posten der Ark­tis. Das Muse­um ver­mit­telt auch in den Som­mer­monat­en einen real­is­tis­chen Ein­druck von der Kraft und Härte des Win­ters mit­tels hochmod­ern­er und inter­ak­tiv­er Exponate.

Steil bergab geht es schließlich wieder zurück zur Marsh­field Base Sta­tion am Fuße des Berges. Dort befind­et sich das kosten­lose und inter­ak­tive Zah­n­rad­bah­n­mu­se­um, das Besuch­ern einen Blick hin­ter die Kulis­sen ein­er der berühmtesten Eisen­bah­nen des Lan­des gewährt und in dem kleine und große Lok­führer die Cog mit­tels eines Zugsim­u­la­tors selb­st „fahren“ kön­nen. Außer­dem wird der mit einem Emmy aus­geze­ich­nete Doku­men­tarfilm “Climb­ing to the Clouds” gezeigt, der mehr über die bewegte Geschichte der weltweit ersten Berg­bahn mit Zah­n­radantrieb zu erzählen weiß.

Obwohl es im Laufe der Zeit natür­lich auch Neuerun­gen bei der Mount Wash­ing­ton Cog Rail­way gab (einige der Züge fahren jet­zt beispiel­sweise mit Biodiesel), bleiben das Gefühl, die Panora­maaus­sicht und das Erleb­nis genau­so atem­ber­aubend und einzi­gar­tig, wie Sylvester Marsh es sich vor einein­halb Jahrhun­derten vorgestellt hat.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur Mount Wash­ing­ton Cog Rail­way find­et man auf www.thecog.com.

Dis­cov­er New Eng­land repräsen­tiert die fünf US-Bun­desstaat­en Con­necti­cut, Maine, Mass­a­chu­setts, New Hamp­shire und Rhode Island. Die Haup­tauf­gabe von DNE liegt in der Steigerung des inter­na­tionalen Touris­te­naufkom­mens in Neueng­land. Mit sein­er malerischen Land­schaft, einem vielfälti­gen Kul­tur­ange­bot, vier Jahreszeit­en und der reichen his­torischen Ver­gan­gen­heit ist Neueng­land eine der abwech­slungsre­ich­sten Regio­nen der USA und das ide­ale Reiseziel für einen Woch­enendtrip, einen erhol­samen Som­merurlaub am Strand oder ein Ski­aben­teuer. Auch weiße Bauern­häusern neben roten Sche­unen, die prächtige Laub­ver­fär­bung im Indi­an Sum­mer und kleine Imbiss­bu­den am Meer, die fangfrischen Hum­mer anbi­eten, gehören zu Neueng­land.

Inter­essierte kön­nen kosten­lose Neueng­land Broschüren und Karten­ma­te­r­i­al bei Dis­cov­er New Eng­land anfordern. Tel: +49–221-47671211, per Email an oder direkt im Inter­net unter www.neuenglandusa.de.

 

Foto: Steil bergauf in den White Moun­tains © Mount Wash­ing­ton Cog Rail­way