Gen-Z-Bubis finden ohne Google Maps nicht mal ihr Badezimmer!

Micaela Schäfers Ansage an Männer mit Traditions-Fantasien

Micaela Schäfer hat zu vie­len The­men eine klare Mei­n­ung und beim The­ma Rol­len­bilder macht sie keine Aus­nahme. Dass laut ein­er aktuellen Ipsos-Erhe­bung tra­di­tionelle Geschlechter­vorstel­lun­gen bei Män­nern der Gen Z wieder auf dem Vor­marsch sind, darunter die Idee ein­er Ehe­frau, die ihrem Mann gehorcht, ist für die Best­Fans Cre­atorin ein absolutes No-Go.

„Diese kleinen Gen-Z-Bubis find­en doch ohne Google Maps nicht mal ihr eigenes Badez­im­mer, träu­men aber vom gehor­samen Heim­chen am Herd? Das ist ja fast schon niedlich“, kom­men­tiert die Erotik-Ikone sarkastisch. Für Micaela geht es bei der Debat­te um Rol­len­bilder auch um ein anderes Reizthe­ma: den soge­nan­nten Body­count, also die Anzahl der Sex­u­al­part­ner, die jemand bish­er hat­te. Während Män­ner für ihre sex­uellen Erfahrun­gen oft gefeiert wer­den, müssen Frauen sich für dieselbe Frei­heit noch immer recht­fer­ti­gen, find­et der Erotik­star: „Body­count klingt nach Buch­hal­tung, nicht nach Lei­den­schaft. Ein hoher Body­count ist bei mir kein Zeichen von Ver­schleiß, son­dern ein Beweis für exzel­lente Qual­ität­skon­trolle.

Für sie ist klar: Män­ner, die eine „gehor­same“ Part­ner­in wollen, haben oft auch ein Prob­lem mit Frauen, die sex­uell selb­st­be­wusst auftreten. Wer heute noch nach einem unter­wür­fi­gen Frauchen sucht, zeigt laut der Cre­atorin nur, dass er große Angst vor ein­er Frau mit Erfahrung hat. Wichtig ist ihr dabei, dass sie nicht Frauen kri­tisiert, die frei­willig tra­di­tionell leben wollen. Män­ner, die Tra­di­tion ein­fordern und Frauen für ihre sex­uelle Ver­gan­gen­heit bew­erten, sind der Erotik-Ikone hinge­gen ein großer Dorn im Auge. Micae­las Faz­it: „Schluss mit alten Regeln. Frauen sollen machen, was sie wollen, lieben, wen sie wollen, und sich für ihre Erfahrun­gen nicht schä­men müssen.“

 

Micaela Schäfer im BestFans-Interview

Micaela, laut der Ipsos-Studie wün­schen sich einige Gen-Z-Män­ner wieder eine „gehor­same“ Ehe­frau. Was sagst du dazu?Diese kleinen Gen-Z-Bubis find­en doch ohne Google Maps nicht mal ihr eigenes Badez­im­mer, träu­men aber vom gehor­samen Heim­chen am Herd? Das ist ja fast schon niedlich! Wenn ein­er von denen will, dass jemand auf Knopf­druck spurt, soll er seine Alexa vol­lquatschen. Die gibt wenig­stens keine Wider­worte. In mein­er Welt ist Gehor­sam kein All­t­ag, son­dern ein ver­dammt teures Priv­i­leg. Wenn ich mich unterordne, dann auss­chließlich im Rah­men eines knall­harten Rol­len­spiels im Schlafz­im­mer, weil ich es in diesem Moment so will. Aber im echt­en Leben? Da brauche ich einen Mann mit Eiern aus Stahl, der mir Paroli bieten kann. Wer heute noch eine „gehor­same“ Frau sucht, zeigt eigentlich nur, dass er viel zu viel Angst vor ein­er echt­en Frau hat, die ihn zum Früh­stück ver­speist.

Warum wird der Body­count von Frauen immer noch so hart bew­ertet, während Män­ner dafür gefeiert wer­den?
Ehrlich gesagt finde ich schon das Wort Body­count total ver­staubt. Das klingt nach Buch­hal­tung, nicht nach Lei­den­schaft. Män­ner feiern ihre Zahlen wie Pani­ni-Bilder, weil sie son­st oft nichts zum Vorzeigen haben. Bei uns Frauen ist das wie bei ein­er Luxus-Immo­bilie: Nur weil schon viele zur Besich­ti­gung da waren, heißt das noch lange nicht, dass jed­er einziehen durfte! Ein hoher Body­count ist bei mir kein Zeichen von Ver­schleiß, son­dern ein Beweis für exzel­lente Qual­ität­skon­trolle. Wer viel getestet hat, weiß eben ganz genau, wie man die Spreu vom Weizen tren­nt. Wer über meinen Body­count lästert, hat meis­tens nur Angst, dass er bei mir nach zwei Minuten wegen tech­nis­chem K. o. auss­chei­det.

Wie erk­lärst du dir, dass manche Men­schen mit sex­ueller Offen­heit ein Prob­lem haben, und wie gehst du mit Kri­tik an dir um?
Weil die meis­ten Leute ein Sexleben haben, das so aufre­gend ist wie eine Pack­ung Knäcke­brot. Tabus sind das Spielzeug der Spießer, die im Dunkeln unter der Decke Angst vor ihrem eige­nen Kör­p­er haben. Ich bin die bunte Wer­be­un­ter­brechung in ihrem grauen All­t­ag. Die Leute regen sich doch nur deshalb auf, weil ich genau das mache, wovon sie nachts heim­lich träu­men. Wer meine Offen­heit als Prob­lem sieht, sollte sich mal fra­gen, warum er so viel Zeit damit ver­bringt, auf meine Kur­ven zu star­ren, anstatt sich selb­st mal wieder richtig zu amüsieren.

Wie wichtig ist es dein­er Mei­n­ung nach, dass Frauen ihre Sex­u­al­ität selb­st­be­wusst und frei ausleben kön­nen?
Es ist über­lebenswichtig! Es gibt nichts Anstren­gen­deres als Frauen, die im Bett so tun, als wür­den sie ger­ade ihre Steuer­erk­lärung im Kopf machen. Wer nicht genießt, wird unge­nießbar, und das gibt diese hässlichen Frust­fal­ten, die selb­st der beste Doc nicht mehr wegspritzen kann. Ein ordentlich­er Orgas­mus ist das beste und bil­lig­ste Facelift­ing der Welt: Er strafft das Gewebe, macht die Augen glänzend und die Laune fan­tastisch. Wer seine Sex­u­al­ität ver­steckt, bestraft sich nur selb­st. Also Mädels: Seid laut, seid wild und nehmt auch, was ihr wollt. Wer später brav im Grab liegen will, kann das gerne tun. Ich feiere lieber jet­zt die Par­ty meines Lebens!

Foto: Tobias Dör­er Pho­tode­sign