Jedes fünfte Paar streitet wegen Überstunden

Wenn der Job nicht mit dem Feierabend endet

Coach­ing am Küchen­tisch, Stress wegen Über­stun­den und berufs­be­d­ingte Umzüge: Für viele Liierte endet der Job nicht mit dem Feier­abend – und das wirkt sich auch auf die Part­ner­schaft aus. Wie sehr, das zeigt jet­zt die bevölkerungsrepräsen­ta­tive ElitePart­ner-Studie 2024, für die 3.523 Liierte zum The­ma befragt wur­den.

 

Meist sind beide berufstätig — doch noch immer ist jeder fünfte Mann Alleinverdiener

Eine Liebe, zwei Jobs: In den meis­ten Beziehun­gen arbeit­en bei­de Partner:innen (67 Prozent), wie die bevölkerungsrepräsen­ta­tive ElitePart­ner-Studie zeigt. In den Alters­grup­pen zwis­chen 30 und 59 Jahren sind sog­ar in 8 von 10 Part­ner­schaften bei­de beruf­stätig. Aber: Wenn nur eine:r ein­er Erwerb­sar­beit nachge­ht, ist es meis­tens der Mann: Jed­er fün­fte Mann ist Allein­ver­di­ener (19 Prozent), aber ger­ade ein­mal 7 Prozent der Frauen.

 

Nur jedes zweite Paar hat eine gute Work-Life-Love-Balance

Die meis­ten fühlen sich von ihren Partner:innen im Hin­blick auf ihre Arbeit und ihre beru­flichen Ziele unter­stützt (67 Prozent). Doch im All­t­ag zeigt sich, dass die Koor­di­na­tion von Erwerb­sar­beit mit Paar- bzw. Fam­i­lien­leben, Care-Arbeit und Co für viele belas­tend ist.

Nur etwas mehr als jedes zweite Paar gibt an, eine gute gemein­same Work-Life-Bal­ance zu haben (56 Prozent). Viele Män­ner wür­den gerne weniger arbeit­en, um mehr Zeit für die Part­ner­schaft zu haben (43 Prozent). Frauen geht es deut­lich sel­tener so (30 Prozent) – ein Abstand, der über alle Alters­grup­pen recht kon­stant bleibt.

Prob­lema­tisch ist aber nicht nur die hohe Gesamt­be­las­tung aus Job und All­t­ag, son­dern teils schlicht die Arbeit­szeit­en: Jedes vierte Paar gibt an, durch Schicht­di­enst oder unter­schiedliche Arbeit­szeit­en zu wenig Zeit füreinan­der zu haben (26 Prozent). Vor allem Paare mit gerin­gerem Haushalt­snet­toeinkom­men (<2000 € ohne bzw. <2500 € mit Kindern) sind betrof­fen, hier ist es sog­ar jedes dritte Paar (33 Prozent).

 

22 Prozent finden, der:die Partner:in arbeitet zu viel

Wenn eine:r Worka­holic ist oder aus finanziellen Grün­den ständig Dop­pelschicht­en schiebt, kann das in der Liebe für eine Schieflage sor­gen. 22 Prozent der Liierten find­en, ihr:e Partner:in arbeite zu viel. Frauen (24 Prozent) sagen das übri­gens ähn­lich oft wie Män­ner (21 Prozent).

Und jedes fün­fte Paar hat sich schon wegen Über­stun­den bei der Arbeit gestrit­ten (22 Prozent). Vor allem Paare in ihren 30ern bericht­en ver­stärkt von Kon­flik­ten: Hier hat sich sog­ar jedes dritte Paar schon auf­grund von Über­stun­den gestrit­ten (34 Prozent). Doch nicht nur beru­flich­es Engage­ment kann die Part­ner­schaft beein­trächti­gen, auch wenn ein:e Partner:in mit dem eige­nen Job hadert oder sog­ar darunter lei­det wirkt sich das aus:

Jede:r fün­fte Liierte gibt an, dass die Beziehung durch die Unzufrieden­heit des:der Partner:in im Job belastet ist (21 Prozent). Vor allem Män­ner unter 40 beobacht­en, dass sich der Arbeits-Frust ihrer Partner:innen neg­a­tiv auf die Beziehung auswirkt (31 Prozent).

 

Gespräche über die Arbeit nerven jeden fünften Mann

Die ElitePart­ner-Studie zeigt zudem: Das The­ma Arbeit ist für Paare nicht nur eine Frage der Organ­i­sa­tion, viele Paare tra­gen auch The­men aus dem Job mit in ihre Beziehung. 36 Prozent der Liierten geben an, dass sie nach Feier­abend viel über die Arbeit reden.

Am Küchen­tisch und auf der Couch bericht­en sie über lustige Meet­ing-Momente und Prob­leme mit Vorge­set­zten, disku­tieren Ideen oder den Umgang mit Kolleg:innen. Nicht jede:r find­et das allerd­ings so toll: Vor allem Män­ner stört es, wenn beru­fliche The­men einen zu großen Gespräch­san­teil ein­nehmen.

Jed­er fün­fte Mann ist gen­ervt, ständig mit dem:der Partner:in über die Arbeit zu sprechen (21 Prozent) – vor allem Män­ner bis 29 (30 Prozent) und in ihren 30ern (28 Prozent). Frauen macht das weniger aus, hier sind ger­ade ein­mal 12 Prozent von Job-The­men gen­ervt.

 

Umzug aufgrund des Jobs: Gut jede:r Dritte würde mitgehen

Vielle­icht liegen einige Kon­flik­t­felder auch darin begrün­det, dass Partner:innen das Gefühl haben, sich durch die Part­ner­schaft beru­flich nicht frei ent­fal­ten zu kön­nen. Jeden­falls haben 17 Prozent der Frauen und sog­ar 24 Prozent der Män­ner den Ein­druck, zugun­sten der Beziehung die eige­nen beru­flichen Ziele zurück­gestellt zu haben.

Dazu passt die hohe Kom­pro­miss­bere­itschaft bei berufs­be­d­ingten Umzü­gen: 35 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Män­ner wären bere­it, für den Beruf des:der Partner:in an einen anderen Ort zu ziehen. Ein möglich­er Ausweg kön­nte die Grün­dung ein­er Paar-GmbH sein: Immer­hin 33 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Män­ner kön­nten sich ein gemein­sames Unternehmen oder beru­flich­es Pro­jekt mit ihrem:r Partner:in gut vorstellen.

 

Paare sollten sich in stressigen Phasen bewusst von Arbeitsthemen abgrenzen und auf Zeit füreinander achten

Hohe Arbeits­be­las­tung kann zum Risiko­fak­tor für eine Part­ner­schaft wer­den – und zwar dann, wenn Über­stun­den, Prob­leme im Arbeit­sall­t­ag oder hoher Druck sich neg­a­tiv auf die Stim­mung im Feier­abend auswirken, Gesprächsin­halte dominieren oder Nähe und Intim­ität im Weg ste­hen“, erk­lärt Diplom-Psy­cholo­gin und ElitePart­ner-Exper­tin Lisa Fis­chbach. „Viele neigen zudem bei per­sön­lich­er Belas­tung dazu, mehr als son­st zu kri­tisieren oder sich zu beschw­eren, ver­hal­ten sich dann auch dem:r Partner:in gegenüber weniger wertschätzend. Deshalb ist Beziehungspflege jet­zt beson­ders wichtig. Paare soll­ten sich in solchen Phasen bewusst von Arbeit­s­the­men abgren­zen und auf Zeit füreinan­der acht­en. Nicht allein das Aus­maß von Stress ist für Beziehungskrisen ver­ant­wortlich, son­dern wie Paare mit der Belas­tung umge­hen.

 

Quelle: ElitePart­ner
Foto: Bild von 
Juli­ta auf Pix­abay