Spendenbilanz zeigt veränderte Hilfsbereitschaft

Einzelspenden steigen, das Gesamtvolumen geht dennoch zurück

Eine Über­weisung am Jahre­sende, die Spenden­büchse an der Super­mark­tkasse, der QR-Code in einem Nachricht­en­beitrag: Spenden gehört für viele Deutsche zum All­t­ag – doch wie und wie viel gegeben wird, verän­dert sich. Viele spenden heute geziel­ter als früher. Das zeigt die „Bilanz des Helfens“, die der Deutsche Spenden­rat jährlich gemein­sam mit dem Mark­t­forschungsin­sti­tut YouGov erhebt. Ein Ergeb­nis: Die durch­schnit­tliche Einzel­spende erre­ichte 2025 einen neuen Höch­st­stand, das Gesamtvol­u­men ging den­noch um etwa neun Prozent zurück.

Der Grund liegt nahe: In wirtschaftlich unsicheren Zeit­en prüfen Men­schen ihre Aus­gaben genauer – auch ihre Spenden. „Doch wer gibt, tut dies bewusst und mit nen­nenswertem Betrag“, sagt Mar­tin Wulff, Geschäfts­führer des Deutschen Spenden­rats. Als erfreulich hebt er her­vor, dass die 40- bis 49-Jähri­gen ihr Engage­ment deut­lich steigerten und so einen Teil der beson­ders spende­nak­tiv­en Wieder­auf­bau-Gen­er­a­tion erset­zten, die heute 74 Jahre und älter sind.

Spenden nach persönlicher Priorität

Wer helfen möchte, sollte zuerst klären, welch­es Anliegen ihm wichtig ist: Kinder­hil­fe, Katas­tro­phen­schutz, Gesund­heit, Pflege, Tier­schutz, Seenotret­tung, Umweltschutz. Die Liste gemein­nütziger, mildtätiger und kon­fes­sioneller Ein­rich­tun­gen in Deutsch­land ist so vielfältig wie die gesellschaftlichen Anliegen. Unter www.spendenrat.de find­en Inter­essierte eine Über­sicht von knapp 80 Organ­i­sa­tio­nen, die sich auf die Grund­sätze und Prüf­s­tan­dards des Spenden­rats verpflicht­en. Umso wichtiger ist es, nicht nur auf den Anlass zu reagieren, son­dern die eigene Entschei­dung bewusst zu tre­f­fen. „Auch kleinere Beträge kön­nen viel bewe­gen, wenn sie ver­lässlich fließen“, erk­lärt Pohl. Wer unsich­er ist, kann mit ein­er Einzel­spende begin­nen und später prüfen, ob ein Daueren­gage­ment infrage kommt.

Transparenz als Entscheidungshilfe

Wer spendet, ver­traut. Deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie offen Organ­i­sa­tio­nen dar­legen, wofür Gelder ver­wen­det wer­den. Ein Ori­en­tierungspunkt dafür ist das Zer­ti­fikat des Deutschen Spenden­rats. Es wird nicht vom Vere­in, son­dern von unab­hängi­gen Wirtschaft­sprüfern auf Grund­lage fest­gelegter Prü­fungsrichtlin­ien vergeben und regelmäßig nachkon­trol­liert. Über­prüft wird die zweck­gerichtete, wirtschaftliche und sparsame Ver­wen­dung der Spenden- und Fördergelder sowie die Ein­hal­tung strenger Vere­ins­grund­sätze. Das Zer­ti­fikat soll bele­gen, dass die Mit­glied­sor­gan­i­sa­tio­nen mit anver­traut­en Geldern ver­ant­wor­tungsvoll und trans­par­ent im Rah­men ihrer angegebe­nen Ziele und Regeln umge­hen. Für Spender gilt damit vor allem: Nicht nur das The­ma sollte überzeu­gen, son­dern auch die Trans­parenz der Organ­i­sa­tion.

 

Foto: DJD/Deutscher Spenden­rat/DL­RG/­Daniel-André Reinelt