Designer Boon Sim folgte dabei zwei Prinzipien: Die Werke sollten verspielt, vom Meer inspiriert sein und zugleich die indonesische Handwerkskunst zelebrieren. Statt internationale Künstler zu beauftragen, wurden Ideen und Skizzen mit lokalen Handwerkern und Studierenden geteilt. Aus Drahtgeflecht, Seilen, Angelschnüren, Treibholz und recycelten Fischernetzen entstanden so einige der charakteristischsten Kunstwerke des Bawah Reserve. Hier sind für Euch die Geschichten hinter fünf Skulpturen, die Gäste rund um die Insel entdecken können.
Bloom of Jellyfish Leuchten im Treetops Restaurant (Titelfoto)
Mit seinem hohen Bambusdach und dem Blick über die Lagune ist Treetops bereits ein architektonisches Highlight. Die Herausforderung bestand darin, Kunst zu integrieren, die den Raum ergänzt, ohne mit ihm zu konkurrieren. Die Lösung: Die Beleuchtung selbst wurde zum Kunstwerk. Boon entwarf geschwungene, organische Formen, die an eine Gruppe schwebender Quallen erinnern. Im leichten Wind bewegen sich die Skulpturen sanft und erzeugen unter dem Bambusdach ein dezentes Spiel aus Bewegung und Klang.
Lokale Kunsthandwerker setzten seine Entwürfe um und schufen den beleuchteten Schwarm, der heute über dem Restaurant zu schweben scheint. Die Installation ist zu einem der charakteristischsten Designelemente des Bawah Reserve geworden. Condé Nast Traveller bezeichnete sie als „einen Schwarm von Quallenleuchten, die durch den Speisesaal gespannt sind“. Die fertige Installation wurde zu einem echten Markenzeichen des Bawah Reserve. Später entstanden kleinere Varianten, die auch in den Tented Beach Suites ihren Platz fanden.
Oktopus Mesh in der Jules Verne Bar

Inspiriert von der fantasievollen Unterwasserwelt aus Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer erstreckt sich ein riesiger Oktopus aus Drahtgeflecht mit seinen Tentakeln über die Decke der intimen Jules Verne Bar. Die Financial Times beschrieb die Innenräume des Bawah Reserve als „voller augenzwinkernder Anspielungen auf das Meeresleben“ und hob insbesondere die „riesige Oktopusinstallation aus Drahtgeflecht in der Jules Verne Bar“ hervor.
Gemeinsam mit Kunststudierenden der Bandung University wurde die Skulptur gefertigt und unter dem Bambusdach installiert. Die langen, filigranen Tentakel lassen den riesigen Oktopus scheinbar über der Bar schweben. Ursprünglich sollte das Holzgerüst mit Rattan umwickelt werden. Als jedoch die filigrane Struktur aus Metallgeflecht entstand, wäre es schade gewesen, sie zu verdecken. Daher blieb das Geflecht sichtbar und machte die Handwerkskunst und die skulpturale Qualität des Materials selbst zum Teil des Kunstwerks.
The Grouper Fish in der Grouper Bar

World Travel Magazine beschrieb die Grouper Bar als unverwechselbar durch ihre „riesige Skulptur eines Zackenbarschs aus Treibholz“. Als Hauptpoolbar und natürlicher Treffpunkt des Bawah Reserve lag es nahe, das prägende Kunstwerk aus Treibholz zu gestalten. Gewöhnliche, vom Meer geformte Äste wurden so in eine ausdrucksstarke Skulptur verwandelt.
Während der Bauphase verbrachten Designer Boon und Eigentümer Tim Hartnoll viel Zeit auf der Insel und kauften regelmäßig frischen Fisch von lokalen Fischern. Inspiriert von den Formen und Strukturen der Fische in ihren Körben, entwarf Boon einen Zackenbarsch, eine für die Lagune von Bawah typische Fischart, und gab den Entwurf an einen Künstler auf Java weiter. Bereits drei Wochen später lag ein erstes Modell vor und die Skulptur wurde in Auftrag gegeben.
Flying Fish Wetterfahne auf dem Steg des Bawah Reserve

Gäste, die im Bawah Reserve ankommen, werden von einem Schwarm fliegender Fische begrüßt, die über dem Hauptsteg schweben. Inspiriert von den Fischen, die über die Oberfläche der umliegenden Lagunen gleiten, verbindet die Installation Ästhetik mit Funktionalität. Jeder Fisch aus patiniertem Messing sitzt auf einem beweglichen Gelenk und dreht sich im Wind, um dessen Richtung anzuzeigen. Die Idee entstand aus einer einfachen Skizze von Boon und wurde von einem Metallhandwerker in einem Dorf auf Java umgesetzt. Verspielt, funktional und eng mit seiner Umgebung verbunden, verkörpert der Windanzeiger den besonderen Designansatz des Bawah Reserve.
School of Reef Fischlichter im Six Islands Trading Post
Eine der bedeutungsvollsten Installationen des Bawah Reserve befindet sich im Six Islands Trading Post: ein Schwarm beleuchteter Rifffische, gefertigt aus ausrangierten Fischernetzen, die vom Hausriff des Bawah Reserve geborgen wurden. Verlorene und zurückgelassene Fischernetze können sich in Korallen verfangen und eine ernsthafte Gefahr für das Meeresleben darstellen. Nachdem Teile der Netze aus dem Riff geborgen worden waren, wurden sie gereinigt und zu neuem Leben erweckt. Lokale Kunsthandwerker formten die Netze zu einem schwebenden Fischschwarm, dessen einzelne Fische von innen beleuchtet werden. So entsteht der Eindruck, als würden die Fische durch den Raum schwimmen.
Die Installation passt besonders gut zum Six Islands Trading Post, wo Gäste sorgfältig ausgewählte Produkte und lokal gefertigte Stücke entdecken können. Die Lichtskulptur verbindet Handwerkskunst und Naturschutz und verwandelt ein einst schädliches Material in eine Erinnerung an die Meereswelt, die es zu schützen gilt.
Die skulpturale Kunst des Bawah Reserve ist untrennbar mit ihrer Umgebung verbunden. Jedes Werk greift etwas auf, das hier zu finden ist: die Bewegung von Quallen, die Tentakel eines Oktopus, die Form eines Zackenbarschs, fliegende Fische auf der Wasseroberfläche oder einen Schwarm Rifffische unter Wasser. Gemeinsam erzählen die Installationen von Fantasie, indonesischer Handwerkskunst und der Verbundenheit mit der Natur. Gleichzeitig zeigen sie, wie aus einfachen und wiederverwendeten Materialien in den Händen talentierter Kunsthandwerker etwas Besonderes und Bleibendes entstehen kann.
Halten Sie bei Ihrer Erkundung des Bawah Reserve Ausschau nach diesen besonderen Kunstwerken oder nehmen Sie an einer unserer Architekturtouren teil, um mehr über die Ideen, Materialien und Menschen hinter dem Design der Insel zu erfahren.
Über Bawah Reserve

Bawah Reserve wird als nachhaltige und ökologisch unbedenkliche Destination betrieben. Die Konservierung der Natur und der Erhalt ihrer ursprünglichen Schönheit sind oberste Priorität. Bawah Reserve besteht aus sechs unberührten Inseln, die rund 150 Seemeilen nordöstlich von Singapur liegen. Die Inselgruppe befindet sich am südlichen Ende des indonesischen Anamba-Archipels, auf halber Strecke zwischen der malaysischen Halbinsel und Borneo im südchinesischen Meer, und ist von Singapur aus mit Fähre und Wasserflugzeug erreichbar. Das Bawah-Areal erstreckt sich über 300 Hektar, ist von dichtem Urwald bedeckt und umfasst drei geschützte Lagunen sowie 13 weiße Sandstrände. Gäste können zwischen 35 Zeltsuiten und Stelzenbungalows sowie der Elang Private Island wählen.
Fotos: Bawash Reserve
