Fashion-Apps: Smartphone statt Schaufenster

Kunden shoppen mehr, aber nicht in der Filiale

Von Pro­duk­tauswahl hin zu Mode­be­wusst­sein, von Aus­gaben bis Kaufre­quenz — Fash­ion-Apps verän­dern laut der Simon-Kuch­er Fash­ion-App-Studie spür­bar das Kaufver­hal­ten. Dem­nach ver­lagert sich das Geschäft aber nicht nur von der Fil­iale aufs Smart­phone. Die Inter­ak­tio­nen steigen, über ein Vier­tel shoppt per App häu­figer, rund ein Fün­f­tel gibt mehr Geld aus. Span­nend: Wenn bei den Apps kün­stliche Intel­li­genz im Spiel ist, fall­en die Effek­te nochmals drastis­ch­er aus!

 

Wer KI-Funk­tio­nen der Mode-Apps nutzt, verän­dert sein Kaufver­hal­ten noch drastis­ch­er
Vom Bum­meln zum Scrollen: Wie drastisch der Ein­fluss von Mode-Apps auf das Kaufver­hal­ten der Men­schen in Deutsch­land ist, zeigt die Simon-Kuch­er Fash­ion-App-Studie. Mehr als ein Vier­tel der Befragten (28 Prozent) kauft durch die Apps in Summe häu­figer Klei­dung ein. Eine Bele­bung für die Fil­ialen? Mit­nicht­en! Denn rund ein Drit­tel (31 Prozent) kauft seit Nutzung der Apps sel­tener in Fil­ialen ein.

 


  • 28 % kaufen durch Fash­ion-Apps häu­figer ein; 31 % kaufen wegen Fash­ion-Apps sel­tener in Fil­ialen
  • 34 % sagen, dass ihre Einkäufe durch Fash­ion-Apps gün­stiger wer­den, 19 % sagen, sie geben mehr aus
  • 25 % fühlen sich durch Fash­ion-Apps modis­ch­er gek­lei­det, 18 % wagen mutigere Stil­ex­per­i­mente
  • 17 % wählen Pro­duk­te nach App-Vorschlä­gen aus, 27 % kaufen deswe­gen mehr Marken­pro­duk­te
  • 35 % wählen Pro­duk­te nach Rabat­ten in der App, 42 % sagen, dass sie durch Rabat­te mehr kaufen

 

 

Shopping-Frequenz und Ausgabenhöhe steigen

“Weniger Fil­ialbe­suche, aber höhere Shop­ping-Fre­quenz: Durch Mode-Apps ver­schiebt sich der Umsatz aufs Smart­phone!”, resümiert Mar­tin Mattes, Part­ner im Con­sumer Sek­tor von Simon-Kuch­er. “Mode-Apps sind keine Begleit­er mehr — sie sind die treibende Kraft hin­ter dem Einkauf.” Nicht nur in der Fre­quenz, son­dern auch der Aus­gaben­höhe. So gibt ein Fün­f­tel der App-Nutzen­den (19 Prozent) an, mehr Geld zu investieren.

 

“Der Impulskauf entsteht heute beim Scrollen”

Rabat­te treiben zusät­zlich: Mehr als ein Drit­tel (35 Prozent) lässt sich bei der Pro­duk­tauswahl von Rabat­ten in der App leit­en, 42 Prozent kaufen dadurch mehr. “Der Impuls zum Kauf entste­ht heute nicht mehr vor dem Regal, son­dern beim Scrollen!”, weiß Markus Goller, Part­ner bei Simon-Kuch­er. “Wer Fash­ion-Apps nutzt, wird viel öfter Kaufreizen aus­ge­set­zt. Jedes noch so kleine Sig­nal kann hier zum Kauf ver­leit­en.”

 

Fashion-Apps schaffen das Gefühl zu sparen — selbst wenn der Warenkorb wächst

Wie tief­greifend der Ein­fluss von Mode-Apps ist, zeigt sich auch am Preisempfind­en. Denn obwohl App-Nutzende in der Regel mehr kaufen, sagt ein Drit­tel (34 Prozent), dass sie durch Fash­ion-Apps weniger Geld aus­geben. “Fash­ion-Apps schaf­fen das Gefühl zu sparen — selb­st wenn der Warenko­rb wächst”, resümiert Markus Goller. Das Ergeb­nis? Glück­liche Kund­schaft und volle Kassen bei Händlern und Marken­her­stellern.

 

“Wer im Feed erscheint, verkauft!”

Marken­her­steller dürften die Ergeb­nisse der Simon-Kuch­er Fash­ion-App-Studie beson­ders freuen. Denn die Empfehlungs-Algo­rith­men wirken: Ganze 17 Prozent der Befragten sagen, dass sie gezielt Pro­duk­te wählen, die ihnen die App vorschlägt. Ein Vier­tel (27 Prozent) pro­biert dadurch mehr Marken aus. “Wer im Feed erscheint, verkauft!”, so Mattes. “Für Marken wird Sicht­barkeit zum wichti­gen Kri­teri­um bei Mode-Apps.”

 

KI als Kauf-Turbo: Mehr Ausgaben durch intelligente Größenberatung

Beson­ders stark verän­dern sich Ver­hal­tens­muster, wenn kün­stliche Intel­li­genz ins Spiel kommt — etwa durch per­son­al­isierte Empfehlun­gen oder Größen­ber­atung. “Kün­stliche Intel­li­genz ist der Kauf-Tur­bo der Mode-Apps. Wenn KI im Spiel ist, wird mehr und häu­figer gekauft!”, weiß Markus Kröll, Senior Direc­tor bei Simon-Kuch­er. So ist unter den App-Nutzern der KI-Funk­tio­nen der Anteil der­er, die mehr Geld aus­geben, mit 24 Prozent mehr als dop­pelt so hoch als bei den Nicht-KI-Funk­tions-Nutzern. Und auch die Zahl der Men­schen, die häu­figer einkaufen, steigt unter den KI-Funk­tions-Nutzern von 21 Prozent auf 32 Prozent.

 

Gewagter, auffälliger, modischer: Fashion-Apps prägen Kleidungsstil

Neben dem Kaufver­hal­ten verän­dert sich auch das Selb­st­bild. Ein Vier­tel der Men­schen, die Mode-Apps nutzen, fühlt sich laut der Simon-Kuch­er Fash­ion-App-Studie modis­ch­er gek­lei­det, 18 Prozent greifen häu­figer zu auf­fäl­ligeren oder gewagteren Styles. “Mode-Apps wer­den zur per­sön­lichen Stil-Spiel­wiese und steigern das Selb­st­be­wusst­sein”, resümiert Kröll. “Gewagter, auf­fäl­liger, modis­ch­er: Fash­ion-Apps entschei­den längst mit, was im Klei­der­schrank lan­det.

 

Über die Studie und Simon Kucher

Die repräsen­ta­tive Simon-Kuch­er Fash­ion-App-Studie 2025 wurde im März 2025 von Simon-Kuch­er in Zusam­me­nar­beit mit dem unab­hängi­gen Mark­t­forschungsin­sti­tut Appinio durchge­führt. 1.000 Verbraucher*innen in Deutsch­land wur­den hier­für zu Fash­ion-Apps und ihren Funk­tio­nen befragt. Simon-Kuch­er ist eine glob­ale Unternehmens­ber­atung mit mehr als 2.000 Mitar­bei­t­en­den in über 30 Län­dern.

 

Grafik: Simon-Kuch­er