Junge Menschen streamen — aber nicht ARD und ZDF

ARD/ZDF-Medienstudie 2026: Öffentlich-rechtliche weiter im Abwärtstrend | (Nicht nur) junge Menschen nutzen Youtube

Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt zwar die öffentlich-rechtlichen Stream­ing-Ange­bote, aber YouTube, Net­flix und Co sowie Spo­ti­fy sind die wichtig­sten Plat­tfor­men beim Stream­ing von Video und Audio für Men­schen unter 30. ARD und ZDF find­en sich hier nur auf Platz vier und fünf. Das sind Ergeb­nisse der neuesten ARD/ZDF-Medi­en­studie, die vor kurzem veröf­fentlicht wurde.

Bei den Video-Stream­ing-Plat­tfor­men bestätigt YouTube seine Führungspo­si­tion und erre­icht 71 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren. Die öffentlich-rechtlichen Stream­ing-Net­zw­erke von ARD und ZDF erre­ichen in diesem Jahr 56 beziehungsweise 51 Prozent der Bevölkerung. Fast iden­tis­che Gesamtre­ich­weit­en erre­ichen Net­flix und Ama­zon Prime Video. Trotz­dem liegen bei­de vor ARD und ZDF und ver­weisen diese auf die hin­teren Plätze.

Spotify weiter führend bei Audio

Mit ein­er Reich­weite von 44 Prozent der Bevölkerung ist Spo­ti­fy weit­er­hin der meist­genutzte Anbi­eter für Audio- und Musik-Stream­ing. YouTube Music, in diesem Jahr erst­mals in der ARD/ZDF-Medi­en­studie, erre­icht 30 Prozent der Bevölkerung. ARD Sounds (ehe­mals ARD Audio­thek) kommt mit seinem Mix aus Radio, Pod­casts, Hör­spie­len und Hör­büch­ern abeschla­gen auf 15 Prozent. Nur wenig ken­nen und nutzen dieses Ange­bot.

 

Dr. Flo­ri­an Kumb, Direk­tor Audi­ence im ZDF: “Streamin­gange­bote bauen ihre Rolle als zen­trale Zugangswege zu Medi­en­in­hal­ten weit­er aus. Dass die eige­nen Streamin­gange­bote der Öffentlich-Rechtlichen inzwis­chen mehr als die Hälfte der Bevölkerung erre­ichen, ist ein starkes Sig­nal für die Rel­e­vanz unser­er Inhalte im dig­i­tal­en Raum. Das wollen wir aus­bauen — und das Ange­bot des ZDF über­all dort weit­er­en­twick­eln, wo das Pub­likum unsere Inhalte nutzt.”

 

Weit­ere Befunde der Medi­en­studie 2026: Die Medi­en­nutzungs­ge­wohn­heit­en von lin­earen zu non-lin­earen Ange­boten verän­dern sich in diesem Jahr nur leicht. Während Jün­gere schon über­wiegend strea­men, nimmt die non-lin­eare Nutzung mit zunehmen­dem Alter ab, gewin­nt dort aber eben­falls an Bedeu­tung gegenüber dem Vor­jahr.

Was die Studie schön zeigt: 88 Prozent der 14–29-Jährigen set­zen auf die nicht-lin­eare Nutzung von Men­di­en­in­hal­ten. Bei den 50 ‑69-Jähri­gen kehrt sich das fast um: Hier wird das lin­eare Pro­gramm bevorzugt. Was heißt das für die Öffentlichrechtlichen? Sie müssen ras­ant umdenken und sich bewe­gen, son­st ster­ben ihnen mit den Alten die let­zten lin­earen Nutzer weg. Und neue kom­men nicht nach. Es gibt also viel zu tun für den öffentlich-rech­lichen Rund­funk.

Über die ARD/ZDF-Medienstudie

Die ARD/ZDF-Medi­en­studie wird seit vie­len Jahren von der ARD/ZDF-Forschungskom­mis­sion beauf­tragt, um jährlich Grund­la­gen und Trends zur Medi­en­nutzung in Deutsch­land zu erheben. Mit ihrer heuti­gen Veröf­fentlichung set­zt sie eine Zeitrei­he fort, die bis 1964 zurück­re­icht. Ins­ge­samt wur­den für die diesjährige Studie 2.462 deutschsprachige Per­so­n­en ab 14 Jahren in Deutsch­land befragt: 70 Prozent davon per Tele­fon auf Basis ein­er repräsen­ta­tiv­en Dual-Frame-Stich­probe, weit­ere 30 Prozent über ein Onlinepan­el. Die Erhe­bung wurde vom Insti­tut GIM zwis­chen dem 27. Jan­u­ar und 19. April 2026 durchge­führt. Detail­lierte Ergeb­nisse der Medi­en­nutzung gibt es online auf der Stu­di­en-Web­site zu find­en.

 

Grafik: ARD Presse