Allianz für Frauengesundheit gegründet

Bis Herbst 2027 soll eine nationale Strategie zur Frauengesundheit stehen

Mit der feier­lichen Prokla­ma­tion im Estrel Berlin hat sich die Allianz für Frauenge­sund­heit am 22.09.2026 offiziell gegrün­det. Rund 250 Gäste aus Poli­tik, Wis­senschaft, Ver­sorgung und Wirtschaft ver­fol­gten den Auf­takt, bei dem die 16 Ini­tia­torin­nen das soge­nan­nte Berlin­er Com­mit­ment präsen­tierten, eine Selb­stverpflich­tung, Frauenge­sund­heit struk­turell und poli­tisch dauer­haft zu ver­ankern. Die Allianz set­zt sich selb­st eine Frist und möchte bere­its im Herb­st 2027 gemein­same Eck­punk­te ein­er Nationalen Strate­gie zur Frauenge­sund­heit vor­legen.

“Wir haben aus ein­er Idee ein echt­es Bünd­nis gemacht. Jet­zt begin­nt die eigentliche Arbeit”, sagt Cor­nelia Wanke, Ini­tia­torin der Allianz für Frauenge­sund­heit. “Wir brin­gen alle rel­e­van­ten Akteur:innen des Gesund­heitswe­sens an einen Tisch, um gemein­sam Eck­punk­te für eine Nationale Frauenge­sund­heitsstrate­gie zu erar­beit­en; konkret und mit klarem Zeit­plan.”

Politik sendet ein deutliches Signal der Unterstützung

Neben einem dig­i­tal­en Gruß­wort von Dorothee Bär, Bun­desmin­is­terin für Forschung, Tech­nolo­gie und Raum­fahrt, sprach Dr. Chris­tiane Schen­der­lein, Par­la­men­tarische Staatssekretärin beim Bun­desmin­is­ter für Gesund­heit, vor Ort ein Gruß­wort. Darin betonte sie, Frauenge­sund­heit sei eine gesamt­ge­sellschaftliche Auf­gabe, die über Fach­gren­zen hin­weg gedacht wer­den müsse. Sie begrüße, dass sich mit der Allianz für Frauenge­sund­heit ein bre­ites Bünd­nis formiert habe, das genau diesen Anspruch ver­folge. Das Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­teri­um werde den Dia­log mit der Allianz kon­struk­tiv begleit­en.

Ökonomische Argumente und Vertrauen als Schlüssel zu besserer Prävention

Der Abend bot mehr als eine Grün­dungsz­er­e­monie: Das McK­in­sey Health Insti­tute stellte aktuelle Erken­nt­nisse zur weltweit­en “Tril­lion Dol­lar Oppor­tu­ni­ty” vor und ord­nete deren Bedeu­tung für Deutsch­land ein. Eine bessere Gesund­heitsver­sorgung von Frauen kön­nte hierzu­lande ein zusät­zlich­es wirtschaftlich­es Poten­zial von rund 46 Mil­liar­den Euro jährlich erschließen — das entspricht etwa 1 Prozent des Brut­toin­land­spro­duk­ts. Denn gesund­heitliche Ein­schränkun­gen bee­in­flussen auch die wirtschaftliche Teil­habe. Eine bessere Gesund­heit kann dazu beitra­gen, dass Frauen ins­beson­dere während ihrer pro­duk­tivsten Erwerb­s­jahre voll arbeits­fähig sind und länger am Arbeit­sleben teil­nehmen kön­nen.

Wie eng Poli­tik und wis­senschaftliche Prax­is an diesem Abend zusam­menge­führt wur­den, zeigte sich im Pan­el “Inter­na­tion­al Best Prac­tices in Women’s Health”. Den fach­lichen Auf­takt set­zte ein Gespräch mit der inter­na­tion­al führen­den Spezial­istin für die Kom­mu­nika­tion von Impfkam­pag­nen Prof. Dr. Hei­di Lar­son, Grün­derin und Direk­torin des Vac­cine Con­fi­dence Project an der Lon­don School of Hygiene & Trop­i­cal Med­i­cine. Lar­son zeigte auf, wie wichtig eine Nationale Frauenge­sund­heitsstrate­gie ist um die zen­trale Rolle von Frauen in der Akzep­tanz von Präven­tion­s­medi­zin und Präven­tion­sange­boten zu unter­stützen sowohl als Adres­satin­nen von Präven­tion als auch als zen­trale Ver­trauensper­so­n­en inner­halb von Fam­i­lien und Gemein­schaften.

An den Impuls schloss sich eine Diskus­sion­srunde an, in der Prof. Dr. Turu Stadler von der Char­ité, Loret­ta Dig­nam vom irischen Menopause Hub, Prof. Dr. Sabine Lud­wig vom Insti­tut für Diver­sität in der Medi­zin der Medi­zinis­chen Uni­ver­sität Inns­bruck sowie Son­ja Wehse­ly, Head of EMEA von Siemens Health­i­neers, inter­na­tionale Erfahrun­gen mit struk­turi­erten Frauenge­sund­heitsstrate­gien einord­neten und Über­tra­gungsmöglichkeit­en für Deutsch­land disku­tierten.

Wissenschaftlicher Beirat stärkt evidenzbasierte Arbeit

Die inhaltliche Arbeit der Allianz wird von einem inter­diszi­plinären wis­senschaftlichen Beirat begleit­et. Er ord­net zen­trale The­men fach­lich ein und sorgt dafür, dass Posi­tio­nen und Hand­lungsempfehlun­gen der Allianz auf belast­bar­er Evi­denz beruhen. Dem Beirat gehören an:
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  • Dr. Ste­fan Barth, Pub­lic Com­mu­ni­ca­tion
  • Prof. Dr. Nico­la Bauer, Hebam­men­wis­senschaften
  • Prof. Dr. San­dra Eifert, Metabolis­che und kar­dio­vaskuläre Gesund­heit
  • Prof. Dr. Susanne Eble, Frauenge­sund­heit im Arbeit­skon­text und Cor­po­rate Health
  • Prof. Dr. Mar­ti­na Has­sel­er, Pflege und Ver­sorgungsre­al­ität
  • Prof. Dr. Claris­sa Kurscheid, Gesund­heit­sökonomie und Ver­sorgungs­forschung
  • Prof. Dr. Mandy Man­gler, Gynäkolo­gie und repro­duk­tive Gesund­heit
  • Prof. Dr. Turu Stadler, Pub­lic Health, Epi­demi­olo­gie und gesund­heitliche Ungle­ich­heit
  • Prof. Dr. Sil­via Thun, Dig­i­tal­isierung, Gen­der und KI

“Frauenge­sund­heit wird im Gesund­heitswe­sen zu wenig beachtet, es gibt wichtige Forschungslück­en, die sich über das gesamte Leben von Frauen durchziehen”, sagt Prof. Dr. Mandy Man­gler, Chefärztin Gynäkolo­gie und Geburtshil­fe am Vivantes Auguste Vik­to­ria Klinikum Berlin und Mit­glied des Wis­senschaftlichen Beirats. “Der Wis­senschaftliche Beirat wird dafür sor­gen, dass eine Nationale Strate­gie den gesamten Lebensver­lauf von Frauen in den Blick nimmt, von der Pubertät über die Fam­i­lien­pla­nung bis in die Wech­sel­jahre und darüber hin­aus.”

Über die Allianz für Frauengesundheit

Die Allianz für Frauenge­sund­heit ist ein sek­torenüber­greifend­es Bünd­nis von Akteur:innen aus Wis­senschaft, Ver­sorgung, Forschung, Wirtschaft und Indus­trie sowie Betrof­fe­nen. Sie wurde am 22.09.2026 mit dem Ziel gegrün­det, Frauenge­sund­heit dauer­haft und struk­turell im deutschen Gesund­heitswe­sen zu ver­ankern.

Die Ini­tia­torin­nen der Allianz für Frauenge­sund­heit sind Cor­nelia Wanke, Prof. Dr. Claris­sa Kurscheid, Lau­ra Hen­rich, Mar­la Luther, Madlen Bürge, Clau­dia Dettmann, Sandy Doehler, Ulrike Gep­pert, Anett Hanck, Dr. Nicole Lausch­er, Yvonne Mag­was, Dr. Rebec­ca Otto, Anke Rüdinger, Katha­ri­na Schmidtke, Dr. Ste­fanie Schus­ter und Clau­dia von Zieten

In einem bre­it­en par­tizipa­tiv­en Prozess bün­delt die Allianz Exper­tise, führt unter­schiedliche Per­spek­tiv­en zusam­men und entwick­elt Eck­punk­te für eine Nationale Frauenge­sund­heitsstrate­gie. Ein inter­diszi­plinär­er wis­senschaftlich­er Beirat begleit­et die Arbeit und stärkt ihre evi­denzbasierte Aus­rich­tung. Die Allianz ver­ste­ht Frauenge­sund­heit als wesentlichen Bestandteil ein­er bedarf­s­gerecht­en und zukun­fts­fähi­gen Gesund­heitsver­sorgung.

 

Foto:   Allianz für Frauenge­sund­heit / Maren Strehlau | m2fotografie