Deutscher L’Oréal UNESCO Förderpreis “For Women in Science” 2026 | Vier Wissenschaftlerinnen für exzellente Forschung ausgezeichnet
“For Women in Science” ist Teil eines renommierten globalen Programms, das 1998 von der L’Oréal Stiftung und der UNESCO ins Leben gerufen wurde und seit 2007 auch in Deutschland etabliert ist. Weltweit sind bereits mehr als 4.700 Wissenschaftlerinnen mit dem Preis ausgezeichnet worden, unter ihnen auch sieben spätere Nobelpreisträgerinnen. wie Katalin Karikó (COVID-Impfstoffe) oder Emmanuelle Charpentier, (CRISPR “Genscheren”-Technologie). Im Juni 2025 wurde die Quantenphysikerin Prof. Dr. Claudia Felser als dritte Deutsche mit dem weltweiten Preis ausgezeichnet.
Die Preisträgerinnen 2026 im Überblick
Den mit jeweils 25.000 Euro dotierten Förderpreis, der in Deutschland bereits an mehr als 50 Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen verliehen wurde, erhielten in diesem Jahr:
- Dr. Buse Aktas (Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart)
- Dr. Dorit Brixius (Technische Universität Dresden)
- Dr. Mansi Singh (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
- Dr. Anna Zieleniewska (Technische Universität München, TUM Campus Straubing)
Neben zahlreichen Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Medien besuchten in diesem Jahr unter anderem Modedesigner Guido Maria Kretschmer, Karriere-Mentorin und “Machtgebiete”-Autorin Christina Sontheim-Leven sowie Zukunftsforscherin Prof. Anabel Ternès von Hattburg das Event.
Exzellenz und Chancengleichheit in der Wissenschaft stärken
Im europäischen Vergleich ist der Frauenanteil in der Wissenschaft hierzulande weiter einer der niedrigsten und liegt, laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes, bei unter 30 Prozent. An diesem Verhältnis der Geschlechter hat sich im vergangenen Jahrzehnt zwar viel verbessert, die Situation kann jedoch nicht so bleiben. Das “For Women in Science”-Programm setzt genau hier an, indem es Nachwuchsforscherinnen in der Wissenschaft an einer Schlüsselstelle der Karriere unterstützt, ihre Sichtbarkeit steigert und auf fortbestehende strukturelle Ungleichheiten hinweist. Durch finanzielle Förderung und internationales Netzwerk erhalten die Preisträgerinnen die Möglichkeit, ihre Forschung voranzutreiben und zugleich zu Vorbildern für die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen zu werden.
Jean-Christophe Letellier, CEO L’Oréal DACH erklärt: “Wissenschaft ist seit der Gründung von L’Oréal im Jahr 1909 fest in unserer DNA verankert. Wir sind stolz darauf, auch in diesem Jahr wieder herausragende Nachwuchsforscherinnen mit dem ‘For Women in Science’-Förderpreis auszuzeichnen und diese Tradition an unserem deutschen Heimatstandort in Düsseldorf fortzuführen. Die diesjährigen Preisträgerinnen bereichern die naturwissenschaftliche Forschung maßgeblich und sind wichtige Vorbilder für die nächste Generation. Wir sind überzeugt: Starke weibliche Vorbilder sind unverzichtbar für eine zukunftsfähige Wissenschaft.”
L’Oréal investiert als weltweit führendes Kosmetikunternehmen jährlich 1.3 Milliarde Euro in die Forschung und beschäftigt in seinen Laboren weltweit rund 4.000 Mitarbeitende, mehr als 60 Prozent Frauen. “Frauen werden weltweit benachteiligt, auch in den Arbeitsfeldern der UNESCO, in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation” ergänzt Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. “Die UNESCO arbeitet intensiv an ihrer Gleichstellung, an Chancengerechtigkeit und am Abbau von Hürden. Gerade in Deutschland führt die Familiengründung zu oft zum Abbruch vielversprechender Karrieren in der Forschung. Die vier diesjährigen Preisträgerinnen von ‘For Women in Science’ haben viel gemeinsam: Sie sind zum Beispiel alle nach Deutschland für die Forschung gekommen und sie sind Mütter. Wir unterstützen sie dabei, dass sie ihr exzellentes wissenschaftliches Potenzial erfüllen.”
Prof. Dr. Elke Bogner, Vorsitzende des Deutschen Humboldt-Netzwerk, fügt an: “Chancengleichheit und Diversität in der Wissenschaft sind unerlässlich für wissenschaftlichen Fortschritt. ‘For Women in Science’ setzt ein wichtiges Zeichen gegen die Unterrepräsentation von Frauen in der Forschung und trägt dazu bei, strukturelle Hürden abzubauen. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation ist das Wissenschaftssystem mit seinen Förderlandschaften von erheblichen Einsparungen betroffen, so dass eine Unterstützung von Wissenschaftlerinnen umso wichtiger ist. Das Deutsche Humboldt-Netzwerk ist der akademische Partner und nimmt in dieser Funktion die Auswahl der exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen vor, die auch dieses Jahr wieder durch hervorragende Forschung glänzen. Das Deutsche Humboldt-Netzwerk unterstützt diese Mission mit voller Überzeugung, denn nur eine vielfältige Wissenschaftslandschaft kann unsere globalen Herausforderungen erfolgreich meistern.”
“Wir Frauen müssen uns gegenseitig den Rücken stärken, sichtbarer werden auf unseren Karrierewegen und wir müssen kämpfen — am besten gemeinsam. Der Weg vor uns ist weiterhin lang: Es gibt immer noch zu wenig Frauen in der Forschung, und je höher es hinaufgeht, desto weniger werden es. Umso mehr gratuliere ich den diesjährigen ‘For Women in Science’-Preisträgerinnen von ganzem Herzen zu dieser wichtigen Auszeichnung”, so Schirmherrin Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt der Bundesrepublik Deutschland.
Über L’Oréal
Seit mehr als 115 Jahren ist L’Oréal ein weltweit führende Anbieter von Schönheitsprodukten. Mit mehr als 90.000 Mitarbeiter:innen, einer ausgewogenen geografischen Präsenz und Verkäufen über alle Vertriebskanäle (E‑Commerce, Massenmarkt, Kaufhäuser, Apotheken, Parfümerien, Friseursalons, Marken- und Reiseeinzelhandel) hinweg, hat die Gruppe im Jahr 2023 einen Umsatz von 41,18 Milliarden Euro erwirtschaftet. Mit 20 Forschungszentren in 11 Ländern weltweit und einem engagierten Forschungs- und Innovationsteam von über 4.000 Wissenschaftler:innen und 6.400 digitalen Talenten arbeitet L’Oréal daran, die Zukunft der Schönheit aktiv mitzugestalten. In Deutschland ist L’Oréal Kosmetikmarktführer. Die Gruppe ist hierzulande an vier Standorten vertreten, darunter mit einer Fabrik in Karlsruhe. In Deutschland, Österreich und der Schweiz beschäftigt L’Oréal rund 3.000 Mitarbeiter:innen.
Über die Deutsche UNESCO-Kommission
Die UNESCO ist die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur mit 194 Mitgliedstaaten und Sitz in Paris. Die UNESCO setzt sich nicht nur für die Bewahrung von besonders wertvollem Kulturerbe ein, sondern sie ist die globale führende Organisation bei der Förderung chancengerechter und hochwertiger Bildung, von Pressefreiheit und der Erforschung der planetaren Ressourcen. Seit Jahrzehnten engagiert sich die UNESCO als übergreifende Priorität für Chancengerechtigkeit und Gleichstellung, da strukturelle Benachteiligungen für Frauen bereits beim Zugang zu frühkindlicher Bildung beginnen.
Die Deutsche UNESCO-Kommission ist für Deutschland die Schnittstelle zwischen Regierung, Zivilgesellschaft und UNESCO in allen Arbeitsbereichen der UNESCO. Sie stellt sicher, dass UNESCO-Völkerrecht und UNESCO-Programme hierzulande bestmögliche Wirkung entfalten, und trägt dazu bei, dass die Interessen der Bundesrepublik erfolgreich in der UNESCO eingebracht werden.
Foto: L’ORÉAL Austria, Germany, Switzerland /L’Oréal
