Digital Detox in den Bergen

Immer mehr Deutsche packen auf Schweizer Bergbauernhöfen mit an | Caritas Schweiz sucht 1.000 Freiwillige für den Bergeinsatz

Für Berg­bäuerin­nen und Berg­bauern in der Schweiz ist der Som­mer die arbeitsin­ten­sivste Zeit des Jahres. Ein Unfall oder eine Krankheit brin­gen Berg­bauern­fam­i­lien rasch an ihre Gren­zen. Car­i­tas Schweiz sucht deshalb 1000 Frei­willige, die für eine Woche oder länger unter­stützen und dabei selb­st einen Per­spek­tiven­wech­sel erleben. Rund 30 Prozent der Frei­willi­gen kom­men bere­its aus Deutsch­land.

Jeden Som­mer brauchen zahlre­iche Berg­bauern­fam­i­lien Hil­fe, um die Arbeit­en in der inten­siv­en Sai­son bewälti­gen zu kön­nen. Kom­men ein Unfall, eine Schwanger­schaft oder notwendi­ge Bau- und Ren­o­va­tion­sar­beit­en hinzu, bringt das die Berg­bäuerin­nen und Berg­bauern rasch an den Rand ihrer Kräfte. Bish­er haben sich bere­its mehr als 100 Berg­bauern­fam­i­lien bei Car­i­tas Schweiz gemeldet und um Unter­stützung gebeten. Über 400 Frei­willige haben ihren Ein­satz bere­its gebucht. Es fehlen noch 600 Frei­willige für die Sai­son 2026.

Die meis­ten Ein­sätze find­en zwis­chen Juni und Sep­tem­ber statt. In dieser Zeit fall­en beson­ders viele Arbeit­en an: Heuen, Tiere ver­sor­gen, den Stall aus­mis­ten, Zäune repari­eren, auf der Alp helfen oder im Haushalt und bei der Kinder­be­treu­ung unter­stützen. Die Arbeit ist kör­per­lich anspruchsvoll und oft unge­wohnt. Genau darin sehen viele Frei­willige den beson­deren Wert ihres Ein­satzes.

 

Digital Detox auf dem Bergbauernhof

Ein Bergein­satz bedeutet für viele Frei­willige: die Kom­fort­zone ver­lassen, Neues ler­nen und den All­t­ag hin­ter sich lassen. Sie tauschen ihren Büroall­t­ag gegen Stal­lar­beit und Berg­panora­ma ein. Dabei ste­hen direk­te Begeg­nun­gen im Mit­telpunkt. Der Ein­satz wird so zu einem echt­en “Dig­i­tal Detox”. “Viele Frei­willige bericht­en, dass sie aus ihrem Ein­satz wertvolle Impulse für den All­t­ag mit­nehmen”, sagt Kyra Renidear, Medi­en­sprecherin von Car­i­tas-Bergein­satz. “Sei es, für ein bewussteres Miteinan­der oder um den eige­nen Stress zu reduzieren.

 

Bergeinsatz für Freiwillige aus Deutschland: unkompliziert möglich

Die Zahl der Frei­willi­gen aus Deutsch­land ist in den let­zten Jahren stetig gewach­sen und liegt mit­tler­weile bei rund 30 Prozent. Gesucht wer­den Men­schen, die zwis­chen 18 und 70 Jahre alt, motiviert und men­tal sowie kör­per­lich fit sind und die Sprache der Berg­bauern­fam­i­lie sprechen. Inter­essierte aus Deutsch­land kön­nen unkom­pliziert einen Bergein­satz leis­ten. Für Frei­willige aus EU- und EFTA-Staat­en genügt ein ein­fach­es Melde­v­er­fahren. Car­i­tas-Bergein­satz übern­immt die Mel­dung bei den zuständi­gen Behör­den. Auf www.bergeinsatz.ch sind alle Berg­bauern­be­triebe aufge­führt, die auf Unter­stützung angewiesen sind. Inter­essierte kön­nen ihren Bergein­satz unkom­pliziert online buchen.

 

2026: UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen

Die Berg­land­wirtschaft ist stark auf famil­iäre Mitar­beit angewiesen. Dabei nehmen Frauen seit jeher eine tra­gende Rolle ein. Viele Berg­bäuerin­nen tra­gen gle­ichzeit­ig Ver­ant­wor­tung für Fam­i­lie, Tiere und Betrieb und sind dabei nicht nur fach­lich ver­siert, son­dern auch men­tal und kör­per­lich gefordert. Den­noch bleibt ihr Beitrag häu­fig im Hin­ter­grund: In der Schweiz wer­den lediglich rund 8 Prozent der Land­wirtschafts­be­triebe offiziell von Frauen geführt. Das UNO-Jahr der Bäuerin­nen und Land­wirtin­nen 2026 rückt deshalb die Leis­tun­gen von Frauen in der Land­wirtschaft ins Zen­trum. Mit dem klaren Ziel, ihre zen­trale Bedeu­tung weltweit sicht­bar zu machen und stärk­er anzuerken­nen.

 

Foto: Car­i­tas Schweiz