Kulinarische Genüsse in Franken

Bamberg, Erlangen und Nürnberg, immer eine Städtereise wert

Franken ist nicht nur wegen sein­er vie­len Natur­parks und her­aus­ra­gen­den Sehenswürdigkeit­en ein lohnen­des Ziel, son­dern auch wegen sein­er defti­gen Küche und seines Bieres. Für Genießer gibt es zahlre­iche Touren, auf denen man die Schön­heit Frankens ent­deck­en und sich über regionale Spezial­itäten informieren kann. Beson­ders gut lässt sich das Inter­esse für Kul­tur und Kuli­narik in Bam­berg, Erlan­gen und Nürn­berg miteinan­der verbinden. 

Franken ist mit der weltweit größten Brauerei­dichte, seinen zahlre­ichen kleinen Pri­vat­brauereien und Brau­gasthöfen und seinen Bierkellern unter ural­ten Bäu­men ein Schlaraf­fen­land für Bier­ge­nießer. Hier wer­den Tra­di­tio­nen und Gesel­ligkeit mit Begeis­terung gepflegt. Es gibt viele Ange­bote, sich auch aktiv mit dem The­ma Bier zu beschäfti­gen, zum Beispiel auf Bier­wan­derun­gen, bei Brausem­inaren oder Bier­führun­gen. Die Franken feiern gern aus­ge­lassen und der Ger­sten­saft spielt oft eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei den Bam­berg­er Bierta­gen, bei Tra­di­tions­festen wie der Erlanger Bergkirch­weih und beim Fränkischen Bier­fest in Nürn­berg.

 

Kul­turelle Höhep­unk­te
Alleine vier der sieben bay­erischen UNESCO-Wel­terbestät­ten liegen in Franken und die Bam­berg­er Alt­stadt zählt dazu. Zu den his­torischen Höhep­unk­ten gehören der Dom, die Alte Hofhal­tung, die Neue Res­i­denz und der Rosen­garten. In „Klein Venedig”, dem Stadtvier­tel am Ufer der Reg­nitz, herrscht eine roman­tis­che Atmo­sphäre. Die Bam­berg­er trinken ihr Bier gern „auf dem Keller“ von Brauereien und dort find­en sich viele idyl­lis­che Biergärten — oft mit schönem Blick über die Stadt. Zu den kuli­nar­ischen Spezial­itäten zählen Schäufer­la (Schweineschul­ter) und Ziebe­leskäs, der zu Franken gehört wie der Obaz­da zu Ober­bay­ern. Allerd­ings hat der Ziebe­leskäs wesentlich weniger Kalo­rien, denn es han­delt sich um einen mit Salz, Pfef­fer, Zwiebeln und frischem Schnit­t­lauch angemacht­en Quark. In Bam­berg gibt es zehn Brauereien und schon der Philosoph Hegel schwärmte “Das Bier hier ist gut”. Der erfrischende Ger­sten­saft hat eine lange Tra­di­tion in der Stadt, die 1122 bei den Benedik­tin­er­mönchen begann. Im Tra­di­tion­slokal “Schlenker­la”, das bekan­nt für sein Rauch­bier ist, kann man sich die Spezial­itäten gut schmeck­en lassen. Pate für den orig­inellen Namen stand der Volksmund. Er nan­nte einen früheren Brauer des Haus­es wegen seines schlenkern­den Gangs “das Schlenker­la” und ver­lieh diesen Namen auch dem seit Jahrhun­derten beste­hen­den Brauhaus. Rauch­bier ist ein dun­kles, herb­würziges, untergäriges Märzen­bier, das sehr gut zu herzhaften Gericht­en passt. Sein — wie die Ken­ner sagen — nach frischem Geräucherten schmeck­endes Aro­ma wird dadurch erzielt, dass der Rauch bren­nen­der Buchen­holzscheite das Malz aro­ma­tisiert, das sich anschließend mit dem Hopfen im Sud ver­mis­cht.

Feste und Feiern
Viele Brauereien im Fränkischen gewähren den Gästen bei Brauereibesich­ti­gun­gen und Bier­proben einen Ein­blick, so zum Beispiel die Brauerei Kund­müller in Wei­her. Anschließend kann man bei ein­er Probe mit der char­man­ten Bier­som­me­liere Lisa Lug­in­ger, die eine der weni­gen Frauen in diesem Fach ist, die ver­schiede­nen Sorten testen. Sehr sehenswert ist etwas außer­halb von Bam­berg auch die Unter­haider Kel­ler­gasse. In 29 Einzelkellern kon­nte das Bier früher auch im Som­mer gekühlt wer­den, als es noch keine Kühlschränke gab. Über­schat­tet von alten Bäu­men lohnt sich ein Spazier­gang in der idyl­lis­chen Natur.

In Erlan­gen gibt es bierkul­turelle Führun­gen — und dazu Geschicht­en aus der Stadt- und Biergeschichte. Schließlich hat Erlan­gen auch das älteste Bier­fest der Welt, die Bergkirch­weih. Sie gilt als “fün­fte Jahreszeit” und Ein­heimis­che und Besuch­er pil­gern gern auf den Erlanger Burg­berg. Das wohlschmeck­ende Bier kommt hier direkt aus den kühlen Kellern, die sich wie ein Labyrinth in den Berg erstreck­en. Seit dem 17. Jahrhun­dert wurde von Erlanger Brauern ein schi­er unendlich­es Gän­ge­labyrinth mit kirchen­schif­far­ti­gen Kav­er­nen in den Burg­berg gegraben, um sie als Naturlager zu nutzen. Zwei der Keller kön­nen heute noch besichtigt wer­den. Inter­es­sant ist auch das Bier­mu­se­um auf dem Ger­sten­bo­den der Brauerei Stein­bach in Erlan­gen. Sein schön­er Bier­garten ist ein beliebter Tre­ff­punkt.

Ent­deck­un­gen in Erlan­gen und Nürn­berg
Doch Erlan­gen hat noch viel mehr zu bieten. So kann man zum Beispiel den Spuren Friedrich Rück­erts fol­gen. Der sprachge­waltige fränkische Dichter und Gelehrte und Mit­be­grün­der der deutschen Ori­en­tal­is­tik ver­brachte viele Jahre in der Stadt. Als er nach Erlan­gen kam, war er schon ein­er der bekan­ntesten und meist­ge­le­se­nen deutschen Dichter sein­er Zeit. Doch in der Uni­ver­sitätsstadt durch­lebte er die wohl schöpferischste Phase seines Lebens. Auch ein Besuch im schö­nen Schloss­garten lohnt sich. Und am soge­nan­nten “SchlossStrand” kann man es sich im Som­mer in Lounge-Atmo­sphäre mit fränkischen Leck­ereien gut gehen lassen.

Eine kuli­nar­ische Ent­deck­ungsreise zu den hand­festen Genüssen Frankens sollte auf jeden Fall auch nach Nürn­berg führen, denn es hat eine Vielzahl an kuli­nar­ischen Spezial­itäten zu bieten. Neben den Nürn­berg­er Ros­t­bratwürsten ist vor allem auch der Nürn­berg­er Lebkuchen bekan­nt und beliebt. Bei speziellen The­men­führun­gen erhält man einen Überblick und kann einige der Spezial­itäten auch gle­ich vor Ort pro­bieren. So kann man die schöne Alt­stadt gle­ich mit allen Sin­nen erkun­den.

 

Text und Fotos: Bar­bara Altherr