Acht Hotels, für die sich das Aufstehen lohnt
Soneva Fushi — Barfuß zum Frühstück
Schuhe sind auf Soneva Fushi überflüssig. Das gilt natürlich auch auf dem Weg zum Frühstück, das zwischen tropischem Grün, Sand und Indischem Ozean stattfindet. Es gibt einen eigenen Raum für gereifte Käse, Charcuterie und Eingemachtes – allein dafür könnte man den ersten Gang etwas länger ausdehnen.
Dazu tropische Früchte, Açaí-Chia-Pudding und Ayurveda-Shots mit Kurkuma, Ingwer und Moringa. Wer morgens lieber grün als golden beginnt, findet hier genügend Argumente dafür. Und weil selbst das eines Tages beinahe vernünftig klingt, hoppelt gelegentlich ein Hase durch den Sand.
Hôtel du Cap-Eden-Roc — Crossaints mit Stammbaum

Manche Hotels müssen ihre Geschichte erzählen. Beim Hôtel du Cap-Eden-Roc genügt ein Name: F. Scott Fitzgerald. In Tender Is the Night wurde das Haus zum „Hôtel des Étrangers“ – und Teil jenes Riviera-Mythos, von dem andere Hotels bis heute zehren.
Am Morgen ist die Sache angenehm unkompliziert. Im Eden-Roc Restaurant gibt es Brote aus der eigenen Backstube, goldene Viennoiserien, Praliné-Croissants und Früchte aus der Provence. Das Praliné-Croissant ist dabei vermutlich der vernünftigste Grund, beim Buffet eine zweite Runde einzulegen. Dazu das Mittelmeer und fast ein Jahrhundert Côte‑d’Azur-Geschichte. Man sollte das Croissant trotzdem essen, solange es warm ist.
The Mark New York — Kaviar kennt keine Uhrzeit

An der Upper East Side gelten bekanntlich eigene Regeln. Im The Mark gehört dazu, dass Kaviar keine Tageszeit kennt. Seit 2023 beherbergt das Hotel die erste permanente New Yorker Dependance von Caviar Kaspia, jener Pariser Institution, die seit 1927 weiß, dass Kaviar selten eine schlechte Idee ist.
Das Gericht, für das Kenner kommen, ist beinahe demonstrativ schlicht: eine zweimal gebackene Kartoffel, gekrönt von Kaviar. Eier mit Kaviar stehen ebenfalls auf der Karte; am Wochenende trifft Baeri-Kaviar sogar auf einen New Yorker Klassiker – Bagel mit Cream Cheese. Gegessen wird in von Jacques Grange gestalteten Interieurs an der Madison Avenue. Für Müsli gibt es andere Adressen.
Baur au Lac — Zürich kann warten
Die Schweizer verstehen etwas vom Frühstück. Schließlich wurde das Birchermüesli hier erfunden – und im Baur au Lac wäre es beinahe unhöflich, den Tag anders zu beginnen. Zumal hier das vielleicht beste Birchermüesli der Stadt auf den Tisch kommt.
Gefrühstückt wird im Marguita, im Sommer draußen im privaten Park. Dahinter liegen Zürichsee und Alpen – eine jener Aussichten, bei denen selbst das beste Birchermüesli Zürichs kurz zur Nebensache wird. Seit 1844 empfängt das Baur au Lac seine Gäste an dieser Adresse, heute in siebter Generation der Familie Kracht. Draußen beginnt Zürich seinen Arbeitstag. Hier bestellt man noch einen Kaffee.
Hotel Eden Roc Ascona — Zwei Sterne vor Mittag
Marco Campanella wurde 2025 von GaultMillau zum „Schweizer Koch des Jahres“ gekürt, seine Küche trägt zwei Michelin-Sterne und 19 GaultMillau-Punkte. Im Hotel Eden Roc wartet seine kulinarische Handschrift nicht bis zum Abend.
Morgens zeigt sie sich in hausgemachter Patisserie, saisonalen Tessiner Käsespezialitäten, regionaler Charcuterie und Produkten aus der Umgebung. Gerade die Patisserie ist dabei mehr als dekoratives Beiwerk zum Kaffee – hier merkt man, dass auch der erste Teller des Tages aus einer Küche kommt, in der Präzision zum Beruf gehört.
Vor den Fenstern liegen der Lago Maggiore und die Alpen. Zwei Sterne bekommt das Frühstück zwar nicht. Die Gesellschaft, in der es sich bewegt, könnte schlechter sein.
Aliée Istanbul — Die Kunst des langen Frühstücks

In Istanbul ist Frühstück traditionell eine Angelegenheit, die Platz benötigt – auf dem Tisch und im Kalender. Im Aliée, direkt am Bosporus, hält man sich erfreulicherweise daran. Hier kommt nicht ein Teller, sondern ein ganzer Tisch: salzig und süß, warm und kalt, Schälchen neben Schälchen.
Menemen, Beyaz Peynir und Kaşar treffen auf Gewürzpasten, Honig direkt aus der Wabe und Börek, dessen hauchdünne Schichten beim ersten Biss nachgeben. Frau probiert, teilt, kombiniert und bestellt nach. Bis zwischen all den Schälchen kaum noch Platz für die Teegläser bleibt. Genau so soll es sein.
Finca Cortesin — Andalusien hat Zeit
Die Finca Cortesin versteht eine Disziplin besonders gut: nichts zu überstürzen. Schon gar nicht das Frühstück. Im El Jardín de Lutz sitzt man unter Glyzinien an weiß gedeckten Tischen, während der andalusische Morgen langsam wärmer wird.
Auf den Tisch kommen Brote und Viennoiserien aus der eigenen Backstube, hausgemachte Marmeladen, frisch gepresste Säfte und Jamón Ibérico, von Hand und entsprechend dünn geschnitten. Und dann wäre da noch das Rührei mit Trüffel – ein Gericht, für das man das Croissant durchaus kurz liegen lassen kann. Die Frage, ob man danach wirklich irgendwo sein muss, stellt sich spätestens beim zweiten Kaffee.
Anassa — eine königliche Angelegenheit
Anassa bedeutet im Altgriechischen „Königin“. Ein Name, der gewisse Erwartungen weckt – und auf der Terrasse des Amphora erfreulich wenig Erklärung braucht. Unterhalb des Resorts fällt die Akamas-Halbinsel zum Meer ab, vor dem Frühstückstisch liegt nichts als Blau. Auf den Tisch kommt Zypern: frisch gebackene Pitas, warme Loukoumades, Tahini, Halloumi und sonnengereifte Tomaten.
Wer den Morgen lieber etwas tugendhafter beginnt, baut sich sein Frühstück selbst aus Buchweizen, Bio-Quinoa oder Roggenflocken, dazu Chia, Leinsamen, Kürbiskerne und griechischer Joghurt. Selbst das gesunde Frühstück fühlt sich hier erfreulich wenig nach Verzicht an. Und dann ist da noch dieses Mittelmeer, das morgens so makellos aussieht, als hätte jemand vor dem Frühstück noch einmal nachgebessert.
Fotos: PR
