Wie die Archäologie entstand

Und welchen Anteil ein preußisches Fürstenpaar daran trägt | Sonderausstellung vom 19. März 2026 bis zum 10. Januar 2027 im Alamannenmuseum Ellwangen

Wie ist das Fach Archäolo­gie ent­standen? Wer hat Objek­te gefun­den und gesam­melt? Und wie blick­en wir heute auf die Lei­den­schaft unser­er Vor­fahren? Antworten auf Fra­gen wie diese gibt es in diesem Jahr exk­lu­siv im Ala­man­nen­mu­se­um Ell­wan­gen – einge­bet­tet in Teile ein­er der bedeu­tend­sten archäol­o­gis­chen Pri­vat­samm­lun­gen Deutsch­lands.

Auf den Spuren der Sammler

Die Adli­gen des Fürsten­haus­es Hohen­zollern waren lei­den­schaftliche Samm­ler. Tausende Objek­te sind im 19. Jahrhun­dert in ihrem Besitz gelandet, darunter umfan­gre­iche archäol­o­gis­che Funde, die der Öffentlichkeit lange ver­bor­gen geblieben sind. Einige dieser Funde sind nun exk­lu­siv in der Son­der­ausstel­lung „Lei­den­schaft und Forschung. Die archäol­o­gis­che Samm­lung Hohen­zollern“ in Ell­wan­gen zu sehen. Ein­er Ausstel­lung, die das Lan­desmu­se­um Würt­tem­berg mit Blick auf fünf Per­sön­lichkeit­en konzip­iert hat. Das Fürsten­paar Karl Anton von Hohen­zollern-Sig­marin­gen und Josephine von Baden begann mit der Samm­lung.

Mit ihnen ver­bun­den sind neolithis­che Objek­te aus Däne­mark und apulis­che Vasen. Baron Karl von Mayen­fisch, ein Fre­und des Paares, hat zahlre­iche Grabun­gen in den hohen­zol­lerischen Gebi­eten durchge­führt. Zu seinen prov­inzial­römis­chen Fun­den gehören unter anderem die Het­tinger Sil­ber­scheiben. Den adli­gen Samm­lern gegenüber ste­hen zwei bürg­er­liche Alter­tums­forsch­er: der Land­wirt Johannes Dorn und der Architekt Wil­helm Friedrich Laur. Sie verkauften dem Fürsten­paar haupt­säch­lich früh­mit­te­lal­ter­liche Objek­te wie Schmuck­stücke.

 

Wie die Archäologie entstand

Während die Samm­lung ent­stand, verän­derte sich in der Wis­senschaft viel. Neue Erken­nt­nisse von Forsch­ern wie Charles Dar­win bracht­en das Welt­bild der Men­schen ins Wanken, und die heimis­che Archäolo­gie etablierte sich zunehmend gegenüber der Klas­sis­chen Archäolo­gie als eigen­ständi­ge Wis­senschaft. Hierzu trug unter anderem der deutsche Prähis­torik­er Lud­wig Lin­den­schmit der Ältere bei, der davon überzeugt war, dass Alter­tums­funde nur dann his­torisch inter­pretiert wer­den kön­nen, wenn man sie mit vie­len anderen Fun­den ver­gle­icht.

Die Forschung und Sam­mellei­den­schaft im 19. Jahrhun­dert wer­den heute dur­chaus dif­feren­ziert beurteilt. Wer möchte, kann in ein­er Leseecke kri­tisch darüber reflek­tieren und beispiel­sweise her­aus­find­en, welche Rolle die Frauen spiel­ten und wie Sam­meln und Kolo­nial­is­mus miteinan­der zusam­men­hän­gen. Die Son­der­ausstel­lung ist vom 19. März 2026 bis zum 10. Jan­u­ar 2027 im Ala­man­nen­mu­se­um zu sehen, Öff­nungszeit­en und Infor­ma­tio­nen zu Führun­gen ste­hen unter www.ellwangen-tourismus.de. Von Ende April bis Anfang Okto­ber lohnt sich der Besuch beson­ders: In dieser Zeit find­et in Ell­wan­gen die Lan­des­garten­schau statt.

 

Quelle: DJD
Foto: DJD/Stadt Ellwangen/Alamannenmuseum