paper positions berlin feiert die 10. Ausgabe

Ausstellung vom 30.04. bis 03.05.2026

Vom 30. April bis 3. Mai 2026 präsen­tiert die paper posi­tions berlin 69 inter­na­tionale Gale­rien mit her­aus­ra­gen­den Posi­tio­nen zeit­genös­sis­ch­er und mod­ern­er Kun­st auf und aus dem Medi­um Papi­er. Die Salon-Messe feiert ihre 10. Aus­gabe in der ein­drucksvollen, über 2.500 qm großen Haupthalle des ikonis­chen Flughafens Berlin-Tem­pel­hof, einem Ort, der passend zum Mate­r­i­al der Exponate u.a. an Momente von Frei­heit und des Auf­bruchs denken lässt: Ob Zeich­nun­gen, Malerei, Skizzen, Texte oder raum­greifende Skulp­turen — auf der paper posi­tions wird die Viel­seit­igkeit und das kreative Poten­tial des frag­ilen und spon­ta­nen Werk­stoffs sicht­bar.

Im deutschsprachi­gen Raum ist die paper posi­tions berlin die einzige Kun­stmesse, auf der Gale­rien ein bre­ites Spek­trum her­aus­ra­gen­der Werke aus der Gegen­wart, der Mod­erne sowie dem 19. Jahrhun­dert auf und mit Papi­er zeigen und damit Sammler:innen und Besucher:innen einen konzen­tri­erten und hochw­er­ti­gen Ein­blick in das beson­dere kün­st­lerische Medi­um bieten.

 

Room of Fine Arts, Graz

Zehn Jahre, drei Orte

Nach einem ful­mi­nan­ten Start im Biki­ni Berlin 2017 fand die paper posi­tions berlin ab 2018 sechs Mal in der Deutsche Telekom Haupt­stadtrepräsen­tanz statt. 2020 rutschte sie pan­demiebe­d­ingt bere­its für eine Edi­tion in die Berlin Art Week und schnup­perte erst­mals Tem­pel­hof-Luft in einem Hangar des Flughafens. Die im let­zten Jahr getrof­fene Wahl der Haupthalle als neue Loca­tion für die Messe fiel dage­gen ganz bewusst und aus Überzeu­gung: Die ehe­ma­lige Abfer­ti­gung­shalle war bis 2008 in Betrieb und das repräsen­ta­tive Herzstück im Zen­trum der gigan­tis­chen Flughafe­nan­lage. Hier begann die Reise. Die mit Naturstein verklei­dete Halle bildet einen lufti­gen und klar struk­turi­erten, fast muse­al wirk­enden Rah­men für die Präsen­ta­tio­nen mit Werken aus dem zarten Werk­stoff Papi­er.

 

Galerie J.J. Heck­en­hauer, München

 

Papier. Papier. Papier.

Papier­ar­beit­en zeich­nen sich durch ihre beson­dere Zugänglichkeit aus: Sowohl hin­sichtlich ihrer Größe als auch ihres Preis­es ermöglichen sie einem bre­it­en Pub­likum den Ein­stieg in den Kun­st­markt. Die paper posi­tions berlin gestal­tet den Erwerb von Kun­st dadurch beson­ders niedrigschwellig – junge Kun­stin­ter­essierte kön­nen ihre ersten Arbeit­en erwer­ben, während erfahrene Sammler:innen die Möglichkeit haben, ihre Kun­st­be­sitz gezielt zu erweit­ern. Papi­er als kün­st­lerisches Medi­um bietet eine außergewöhn­liche Vielfalt: Es dient als glat­te Ober­fläche für feine Bleis­tiftze­ich­nun­gen, nimmt fließende Tinte auf oder wird zum hellen Unter­grund für dun­kle Kohle.

 

Jes­si­ca | 2025 | Graphite on Paper | 168 x 65 cm (mit Rah­men 175,5 x 71 cm)

 

Papi­er kann geschnit­ten, in Col­la­gen ver­wan­delt oder zu skulp­turalen Werken ver­ar­beit­et wer­den. Trotz sein­er Fragilität besitzt es eine hohe Sta­bil­ität und eröffnet damit ein bre­ites Spek­trum an kün­st­lerischen Aus­drucks­for­men.

Für viele Künstler:innen bedeutet Papi­er eine beson­dere Frei­heit: Es erlaubt spon­tane Arbeit­sprozesse und Exper­i­mente, die oft zu beson­ders authen­tis­chen und unmit­tel­baren Arbeit­en führen. Auf der paper posi­tions berlin erhal­ten diese Werke die volle Aufmerk­samkeit eines spezial­isierten Messepub­likums, das die Fein­heit und Vielschichtigkeit des Medi­ums in beson­derem Maße würdigt.

 

 

 

Die Galerien

Nach dem Erfolg der let­zten Jahre und dem kon­tinuier­lichen Wach­s­tum der Teilnehmer:innenliste erwarten die Besuchen­den in diesem Jahr 69 Gale­rien aus 13 ver­schiede­nen Län­dern. Aussteller:innen aus Argen­tinien, Aus­tralien, Bel­gien, Chi­na, Deutsch­land, Est­land, Frankre­ich, Ital­ien, Japan, den Nieder­lan­den, Öster­re­ich, Polen und Spanien nehmen teil.

Beson­ders auf­fäl­lig ist die hohe Dichte an Neuzugän­gen. Von Buenos Aires (Cen­tro de Edi­ción) bis Paris (Galerie Eric Mouchet) über Wien (Galerie Rober­ta Keil) und Barcelona (Tas­neem Gallery) bricht das diesjährige Line-up geografis­che Gren­zen auf und bringt span­nende glob­ale Diskurse und neue Strö­mungen auf Papi­er in den ehe­ma­li­gen Ort des Reisens.

 

Punts Gale­ria, Barcelona (ES) 

Eben­falls neu dabei sind unter anderem der Sina Stocke­brand Kun­sthandel aus Veltheim, die Petra Rinck Galerie aus Düs­sel­dorf, die Galerie Bach­lech­n­er aus Graz, Jörg Jung / sgr a aus Köln und Schlieder Con­tem­po­rary aus Frank­furt. Gle­ichzeit­ig spricht die Rück­kehr zahlre­ich­er bere­its auf der Messe ver­wurzel­ter Gale­rien für Beständigkeit, Ver­bun­den­heit und das Funk­tion­ieren der Messe am Stan­dort Berlin.

 


 

 

www.paperpositions.com/

Öff­nungszeit­en

Don­ner­stag, 30. April, 18 – 21 Uhr
Fre­itag, 1. Mai, 13 – 18 Uhr
Sam­stag, 2. Mai, 11 — 20 Uhr
Son­ntag, 3. Mai, 11 — 18 Uhr

Ein­tritt

Reg­ulär 25 € | Ermäßigt 15 €

Loca­tion

Flughafen Berlin Tem­pel­hof — Haupthalle
Platz der Luft­brücke 5, 12101 Berlin

Anfahrt

U6: Platz der Luft­brücke
Bus: 248 / M43 Columbi­adamm / Platz der Luft­brücke

 


 

 

Künstlerische Highlights

U.a. find­et Ihr auf der Paper Posi­tions 2026 diese High­lights:

Car­men Schaich | Self-Ful­fill­ing Sling­shot Tar­get Sec­ond Round
2026 Glass etch­ing on hand­made paper | 97x67cm

 

Car­men Schaich (*1987 in Stuttgart) arbeit­et an der Gren­ze von Präzi­sion und Zer­störung. Irgend­wo zwis­chen tech­nisch ein­wand­frei und der Auseinan­der­set­zung mit blind­er Gewalt entste­ht ihr Werk aus einem Ver­fahren, das eben­so kon­trol­liert wie radikal wirkt: Glas wird zum Bildträger, Ein­schläge wer­den zu Lin­ien und damit Bruch­stellen und Kol­lat­er­alschä­den zur Zeich­nung. Die Kün­st­lerin hat für diese beson­dere Art, sich auszu­drück­en eine eigene Tief­druck­tech­nik entwick­elt – die Glas­radierung. Präsen­tiert wird die Kün­st­lerin auf der paper posi­tions berlin 2026 von der Petra Rinck Galerie aus Düs­sel­dorf.

Kubra Khade­mi (*1989 in Afghanistan) arbeit­et dort, wo der Kör­p­er zur poli­tis­chen Waffe und die Zeich­nung zum Akt der Rebel­lion und des Wider­standes wird. Ihre Kun­st ist eine Antwort auf die sys­tem­a­tis­che Unsicht­barkeit von Frauen und die bru­tale Real­ität des Exils. Durch die archais­che Kraft mythol­o­gis­ch­er Erzäh­lun­gen und die Pro­voka­tion der Per­for­mance entste­ht ein Werk, dass die Gren­zen von Scham, Macht und Frei­heit radikal neu ver­misst.

Mit ein­er trotzi­gen, naiv­en Ästhetik macht sie das Pri­vate zum Poli­tis­chen und die Unter­drück­ung zur Bühne ein­er unbändi­gen weib­lichen Stärke, die sich von Afghanistan in die ganze Welt über­set­zen lässt. Gezeigt wer­den ihre Arbeit­en auf der paper posi­tions berlin 2026 von der Galerie Eric Mouchet aus Paris und Brüs­sel.

In Annegret Soltaus (*1946 in Lüneb­urg) Werk wird Fotografie zum Werkzeug, um Schmerz und Leid sicht­bar zu machen. Es gle­icht ein­er radikalen Sezierung des Ichs, bei der das eigene Gesicht und der Kör­p­er nicht nur abge­bildet, son­dern mit schwarzem Faden vernäht, gebun­den und neu zusam­menge­set­zt wird. Durch die aggres­siv­en Ein­stiche der Nadel und die obses­sive Struk­tur des Näh­gar­ns entste­hen Arbeit­en, in denen Konzepte von Iden­tität, Mut­ter­schaft und weib­lich­er Frag­men­tierung bru­tal zugänglich gemacht wer­den. Eine Kom­pro­miss­losigkeit, die Trau­ma­ta sicht­bar macht und Ver­let­zun­gen zum Stilmit­tel und zur graphis­chen Spur wer­den lässt – zu sehen bei der Galerie Bach­lech­n­er aus Graz.

 

Galerie Schloss Parz, Grieskirchen (AT)

Hubert Schmal­ix (1952–2025), eine der prä­gen­den Fig­uren der „Neuen Wilden“, vol­l­zog in seinem Werk einebeein­druck­ende Wand­lungvon der expres­siv­en Geste hin zu ein­er ikonis­chen Ruhe. Seine Papier­ar­beit­en bestechen durch eine reduzierte For­men­sprache, bei der klare, stre­ichende Kon­turen und leuch­t­ende Farbflächen ein har­monis­ches Ganzes bilden.

Ob Akte oder Land­schaften – Schmal­ix befre­it seine Motive von allem über­flüs­si­gen und ver­lei­ht ihnen dadurch eine sakral anmu­tende Zeit­losigkeit. In seinen späten Arbeit­en auf Papi­er ver­schmelzen Ein­flüsse der Pop-Art mit ein­er tiefen Ver­bun­den­heit zu klas­sis­chen Sujets. Diese Kun­st der bewussten Aus­las­sung lässt den Betra­ch­t­en­den Raum für eigene Empfind­un­gen – zu sehen bei der Galerie Schloss Parz aus Grieskirchen.

 

Art­tro­vert Galery, Tal­inn (Est­land) 

 

Rahmenprogramm

Don­ner­stag, den 30. April 2026

  • 18:30 Uhr Ver­lei­hung des LEUE & NILL-Awards für die beste Präsen­ta­tion ein­er Galerie auf der Messe.
  • 19:30 Uhr Ver­lei­hung des Paper Art Awards für die her­aus­ra­gend­sten Posi­tio­nen im Umgang mit dem Mate­r­i­al Paper. Der Award wird mit der Unter­stützung von Canon, d’mage und Hah­nemüh­le real­isiert und ermöglicht den Ankauf von Werken der Gewinner:innen für die Samm­lung des “Haus des Papiers”. Weit­ere infos: www.paperartaward.com
  • 21:00–23:00 Uhr Birth­day Bash an der Messe-Bar. Die paper posi­tions berlin feiert 10. Jubiläum. Cheers!

Fre­itag, den 1. Mai 2026

  • 17:00 Uhr Ver­lei­hung des paper posi­tions awards ehrt auss­chließlich Kün­st­lerin­nen, die auf beson­dere und inno­v­a­tive Weise mit dem The­ma Zeich­nung und mit dem Medi­um Papi­er umge­hen. Der Gewin­ner­in wird im Fol­ge­jahr eine Son­der­präsen­ta­tion auf der paper posi­tions berlin ermöglicht.In diesem Jahr zeigt die Gewin­ner­in des let­zten Jahres, Zuza Dole­ga, ihre neuen Arbeit­en (s.u.). Real­isiert wird der Preis gemein­sam mit der Agen­tur Kaiser­wet­ter.

 

Alle Fotos, soweit nicht anders erwäh­nt: Gün­ther Dorn / geniesserinnen.de