Ein Zuhause, das Hoffnung schenkt

Wie eine Familie Kindern im Albert-Schweitzer-Kinderdorf neue Perspektiven gibt

Wenn Daniel und Vanes­sa Allig aus Beil­stein über ihr Leben sprechen, klingt das wie ein außergewöhn­lich­es Fam­i­lien­pro­jekt. Die bei­den sind Eltern von vier Kindern und seit Som­mer 2025 Hausel­tern im Albert-Schweitzer-Kinder­dorf Walden­burg in Baden-Würt­tem­berg. Dort küm­mern sie sich neben den eige­nen auch um Kinder aus schwieri­gen famil­iären Sit­u­a­tio­nen, die in der neu gegrün­de­ten Kinder­dorf­fam­i­lie ein liebevolles Zuhause find­en. Die Fam­i­lie hat ihren Lebens­mit­telpunkt voll­ständig ins Kinder­dorf ver­legt. „Das Haus wurde dank Spenden­geldern so ein­gerichtet, wie wir es uns gewün­scht haben“, sagt Vanes­sa.

 

Ein Ort des Vertrauens

Schon bald wer­den die Alligs mit bis zu sieben aufgenomme­nen Kindern als eine Fam­i­lie in dem großen Haus leben und All­t­ag, Mahlzeit­en, Freude und Sor­gen teilen. Dabei wer­den sie durch päd­a­gogisch geschultes Fach­per­son­al unter­stützt. „Wir woll­ten einen Ort schaf­fen, an dem Kinder wieder Ver­trauen fassen kön­nen. Ein Zuhause, in dem sie sich gebor­gen fühlen, angenom­men und ver­standen wer­den“, so die gel­ernte Erzieherin Vanes­sa. Daniel, der als Lehrer arbeit­et, ergänzt: „Nach ein­er mehrwöchi­gen Hos­pi­tanz haben wir uns ganz bewusst für diesen Schritt entsch­ieden. In dieser Zeit wurde uns klar, wie groß der Bedarf an Schutz- und Betreu­ungsplätzen ist.“ Allein 2024 wur­den über 69.000 Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz durch Jugendämter vorüberge­hend in Obhut genom­men, häu­fig auf­grund von Über­forderung, Ver­nach­läs­si­gung oder Gewalt im Eltern­haus.

 

Engagement, das verbindet

In Walden­burg leben rund 60 Kinder in acht Kinder­dorf­fam­i­lien, jede in einem eige­nen Haus mit Garten. Zusam­men bilden sie eine lebendi­ge Dor­fge­mein­schaft. Neben den All­t­agsauf­gaben erleben die Fam­i­lien auch bewe­gende Momente: gemein­same Mahlzeit­en, Aus­flüge oder das erste Lächeln eines Kindes, das nach langer Zeit wieder Ver­trauen fasst. „Diese Arbeit ist anspruchsvoll, aber sie erfüllt uns zutief­st“, sagt Daniel und ergänzt: „Man bekommt so viel zurück – manch­mal nur durch ein Lachen, manch­mal durch kleine Fortschritte, die zeigen: Es geht voran.

 

Ein Dach über dem Kopf, das schützt

Das Kinder­dorf Walden­burg zählt zum Ver­band der Albert-Schweitzer-Kinderdör­fer und Fam­i­lien­werke, die bun­desweit Kinder, Jugendliche und Fam­i­lien in Not begleit­en. Mehr Infos find­et Ihr unter www.albert-schweitzer-verband.de. Viele Kinder haben Ver­nach­läs­si­gung, Gewalt oder Miss­brauch erlebt. In fam­i­lien­analo­gen Kinder­dorf­fam­i­lien find­en sie Schutz, Sta­bil­ität und neue Per­spek­tiv­en. Bun­desweit engagieren sich über 2.500 Mitar­bei­t­ende in rund 500 Ein­rich­tun­gen – in Kinderdör­fern, Fam­i­lien­hil­fen, Schulen, Kitas sowie in Pro­jek­ten der Alten‑, Behin­derten- und Jugend­hil­fe.

 

Quelle: DJD
Foto: DJD/www.albert-schweitzer-verband.de