Erotische Partyszene: “Kinky” zieht mehr und jüngere Gäste an

Kinky’ Events locken, weil sie anders sind

Der Begriff “kinky” ist medi­al zunehmend präsent in den let­zten Jahren: Informieren ein­er­seits in den sozialen Medi­en oder in Pod­casts mehr Men­schen über ein unkon­ven­tionelles Leben, wurde ander­er­seits vielfach über etablierte Even­trei­hen wie KINKY GALORE von Jan Ehret berichtet. Heute ist der Begriff “kinky” in der ero­tis­chen Par­tyszene ein entschei­den­der Fak­tor, denn die Angabe im Event­ti­tel bee­in­flusst das Inter­esse.

Das zeigen die Analy­sen im jüngst erschiene­nen Event-Report 2025 von JOY­club, ein­er der führen­den Online-Com­mu­ni­ty fürs lustvolle Leben. Die Daten­ba­sis umfasst über 30.000 Events von Clubs und pro­fes­sionellen Ver­anstal­tenden, die mit mehr als zwei Mil­lio­nen Gästen gefeiert wur­den.

Der Ein­fluss von “kinky” ist bemerkenswert, obwohl der Begriff nur bei 2,7 % aller Events im Titel vorkam. Allen voran ver­wen­det wurde er bei zwei Par­ty­for­mat­en: Dan­cepar­tys (24,9 % der Events) und BDSM-Fetisch-Par­tys (9 %). Als Ein­flussfak­tor zeigte er sich deut­lich in einem Plus bei den Gästezahlen: So waren bei ein­er “kinky” BDSM-Fetisch-Par­ty im Schnitt 108,7 statt 59,6 Gäste dabei (+82,4 %). Und eine “kinky” Dan­cepar­ty besucht­en durch­schnit­tlich 316,6 statt 192,8 Gäste (+64,2 %). Dabei han­delt es sich unter anderem um Even­trei­hen von beispiel­sweise KINKY GALORE oder Kinky Insid­ers München, bei denen der Name Pro­gramm ist. Oder aber Ange­bote sowohl von Ver­anstal­tenden wie ATOMIC EVENTS, die mit ihren Events ver­schiedene Facetten von “kinky” bedi­enen, als auch von Clubs wie Grande Opera und Insom­nia, die jedoch eher intime Abende unter der Woche anbi­eten.

Auch beim Gen­der­split und der Altersstruk­tur wirk­te sich der Fak­tor “kinky” aus. Nicht nur war der Anteil der Solo-Gäste höher (Dan­cepar­ty: 50,8 % statt 46,1 %; BDSM-Fetisch-Par­ty: 47,4 % statt 40,5 %), son­dern diese auch jünger. So lag bei “kinky” BDSM-Fetisch-Par­tys der Anteil der 18- bis 34-Jähri­gen bei den Solo-Frauen bei 30,4 % statt 20,2 % und bei den Solo-Män­nern bei 32,8 % statt 22,6 %. Ver­schiebun­gen, die bei Dan­cepar­tys etwas geringer aus­ge­fall­en sind, zieht doch das For­mat an sich schon mehr Gäste in dieser Alters­gruppe an.

Nicht zulet­zt bee­in­flusste das Wort “kinky” den Ein­stieg in die ero­tis­che Par­tykul­tur: Für ihr erstes Mal melde­ten sich mehr Solo-Frauen und Solo-Män­ner bei ein­er “kinky” Dan­cepar­ty oder “kinky” BDSM-Fetisch-Par­ty an — Paare hinge­gen entsch­ieden gegen­teilig. Ein Aspekt, der in der Branche auch zu kri­tis­chen Über­legun­gen führt, wie Judith Langer, Sex­olo­gin und Kom­mu­nika­tion­s­man­agerin bei JOY­club, weiß: “ ‘Kinky’ Events lock­en, weil sie anders sind — und mit etablierten All-Inclu­sive-Konzepten in Clubs brechen. Häu­fig aufs Tanzen aus­gelegt, find­en sie auch in nor­malen Diskotheken oder Off-Loca­tions statt. Noch abzuwarten ist, ob die neuen, aber auch jün­geren Gäste in die gesamte Welt des ero­tis­chen Feierns ein­tauchen — oder sich die Branche langfristig verän­dern darf und dabei allen voran das klas­sis­che Swin­gen an Zus­pruch ver­lieren wird. Eben dann, wenn ero­tis­ches Feiern als Lifestyle zele­bri­ert wird und zuge­spitzt for­muliert Sex von der Haupt­sache zur Neben­sache wird.

 

Über JOYclub

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Foto: Klaus Haus­mann auf Pix­abay