Reden ist Gold

Paare sprechen 99 Minuten am Tag miteinander

Kom­mu­nika­tion ist das Herzstück jed­er Beziehung – doch wie viel sprechen Paare im All­t­ag tat­säch­lich miteinan­der? Und welche The­men kom­men dabei auf den Tisch? Die bevölkerungsrepräsen­ta­tive ElitePart­ner-Studie 2025 hat rund 4.000 Liierte zu Gesprächs­dauer und ‑the­men in ihrer Part­ner­schaft befragt. Die Ergeb­nisse zeigen: Während der All­t­ag die Kom­mu­nika­tion oft aus­bremst, bleibt die Gespräch­skul­tur in vie­len Beziehun­gen den­noch lebendig.

 

Jedes zweite Paar spricht werktags maximal eine Stunde miteinander

Unter der Woche bleibt nicht immer Zeit für aus­giebige Dialoge: An einem durch­schnit­tlichen Werk­tag sprechen Paare 99 Minuten miteinan­der – am Woch­enende gön­nen sie sich mit 143 Minuten pro Tag eine Dreivier­tel­stunde mehr gemein­same Gespräch­szeit. Frauen schätzen ihren Redean­teil dabei etwas höher ein als Män­ner. Den­noch bleibt die Kom­mu­nika­tion im All­t­ag zwis­chen Job und Fam­i­lie oft auf der Strecke: Jedes fün­fte Paar (21 Prozent) spricht an einem durch­schnit­tlichen Werk­tag nicht ein­mal eine halbe Stunde miteinan­der, gut jedes vierte Paar (27 Prozent) erre­icht 30 bis 60 Minuten. Am Woch­enende wird es zwar etwas gesprächiger, doch auch dann kom­men 3 von 10 Paaren (30 Prozent) auf max­i­mal eine Stunde gemein­same Kon­ver­sa­tion pro Tag.

Doch es gibt auch Liierte, die sich beson­ders viel Zeit für Gespräche nehmen: Jedes zehnte Paar (11 Prozent) beze­ich­net sich als außeror­dentlich gesprächig und plaud­ert, disku­tiert oder fab­u­liert mehr als drei Stun­den pro Werk­tag. Am Woch­enende wächst diese Gruppe stark an: 30 Prozent der Liierten sprechen dann mehr als drei Stun­den miteinan­der. Die Gespräch­skul­tur scheint also grund­sät­zlich intakt – oft ste­ht nur der All­t­ag im Weg.

 

Junge und reifere Paare gesprächig; Konversation zur Lebensmitte auf Tiefstand

Liierte im Alter von 18 bis 29 Jahren haben noch mehr Zeit und Raum für Diskurs: Unter der Woche tauschen sie sich durch­schnit­tlich 106 Minuten aus. Ab 30 Jahren nimmt die Gesprächs­dauer dann deut­lich ab: So reden die 30- bis 39-Jähri­gen unter der Woche im Schnitt 91 Minuten miteinan­der. Liierte in ihren 40ern (95 Minuten) und 50ern (97 Minuten) kom­men auf ein ähn­lich­es Kon­ver­sa­tion­spen­sum. Die gesprächig­sten Liierten sind die 60- bis 69-Jähri­gen: Unter der Woche unter­hal­ten sie sich im Schnitt 109 Minuten miteinan­der.

 

Geld und Politik sind öfter Thema als Sex und Zärtlichkeit

Und welche The­men beschäfti­gen Paare? Ganz oben ste­ht Alltäglich­es: 8 von 10 Paaren (80 Prozent) besprechen regelmäßig die Erleb­nisse des Tages, 75 Prozent die All­t­ag­sor­gan­i­sa­tion wie Einkauf, Haushalt oder Essen­s­pla­nung. Auch beru­fliche The­men (57 Prozent) ste­hen weit­er oben auf der Agen­da, gefol­gt von Zukun­ft­splä­nen (53 Prozent) und Rei­sevorhaben (51 Prozent). Ratio­nal statt emo­tion­al: Paare sprechen häu­figer über Geld (50 Prozent) und Poli­tik (51 Prozent) als über Sex und Zärtlichkeit (35 Prozent). Kom­plexere zwis­chen­men­schliche The­men wie Gefüh­le, Wün­sche und Sor­gen ste­hen bei 6 von 10 Paaren (59 Prozent) regelmäßig im Fokus – das heißt aber auch, dass sich 4 von 10 (41 Prozent) nur gele­gentlich oder kaum dazu aus­tauschen.

Gefühlswan­del im Alter: Während die 18- bis 29-Jähri­gen noch oft über ihre Emo­tio­nen sprechen (72 Prozent), the­ma­tisiert nur noch jede:r zweite Liierte in den 50ern und 60ern (jew­eils 53 Prozent) die eige­nen Empfind­un­gen, Wün­sche und Sor­gen in der Beziehung.

 

Zufriedene Paare haben bis zu 70 Prozent mehr Gesprächszeit als unzufriedene

Kom­mu­nika­tion ste­ht in direk­tem Zusam­men­hang mit der Beziehungszufrieden­heit: Denn Paare, die angeben, in ihrer Beziehung glück­lich zu sein, sprechen deut­lich mehr miteinan­der als unzufriedene: An Woch­enen­den liegt die Gesprächs­dauer bis zu 60 Prozent höher, an Werk­ta­gen sog­ar bis zu 70 Prozent.

Die Unter­schiede wer­den aber nicht nur bei der Gesprächs­dauer, son­dern vor allem bei den The­men deut­lich: Während drei Vier­tel der Zufriede­nen (74 Prozent) regelmäßig über gemein­same Unternehmungen sprechen, tut dies nur knapp ein Drit­tel der Unzufriede­nen (30 Prozent). Gefüh­le, Wün­sche und Sor­gen ste­hen bei 64 Prozent der Zufriede­nen regelmäßig auf der Agen­da, aber nur bei 23 Prozent der Unzufriede­nen. Zukun­ft­spläne besprechen 58 Prozent der Zufriede­nen gerne mit ihrem Part­ner oder der Part­ner­in, allerd­ings lediglich 20 Prozent der Unzufriede­nen. Ins­ge­samt auf­fäl­lig: Unzufriedene Paare suchen sel­tener den Aus­tausch in emo­tionalen und zukun­ft­sori­en­tierten Angele­gen­heit­en – stattdessen dominieren im Ver­hält­nis All­t­ag­sor­gan­i­sa­tion und Geld. Finanzen sind näm­lich bei bei­den Grup­pen ähn­lich häu­fig Diskus­sion­s­ge­gen­stand (Zufriedene: 51 Prozent, Unzufriedene: 48 Prozent).

 

Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach: Gute Kommunikation ist das A&O

Gute Kom­mu­nika­tion ist ein­er der wichtig­sten Fak­toren für eine zufriedene Beziehung. Sie fördert Ver­trauen, emo­tionale Bindung und schafft Raum für gegen­seit­iges Ver­ständ­nis. Men­schen fühlen sich durch einen wertschätzen­den Aus­tausch über das, was sie beschäftigt und was sie erleben, gese­hen und gebor­gen. Oft lei­den Paare aber unter Stress durch Beruf, All­t­agspflicht­en, die Ver­sorgung der Kinder, wodurch die Zeit für inten­siv­en Aus­tausch fehlt. Dann hil­ft es, Rit­uale zu etablieren, etwa kurze Mor­genge­spräche oder eine fest einge­plante Stunde Part­nerge­spräch pro Woche. Bei Zeit­man­gel ist Qual­ität vor Quan­tität entschei­dend. Daher mein Rat: Smart­phone und Fernse­her aus, stattdessen fra­gen und zuhören, wie es dem bzw. der anderen wirk­lich geht.

 

Foto: ElitePart­ner