Slow Bike im Eisacktal — wer langsamer radelt, erlebt mehr

Entschle­u­ni­gung statt Beschle­u­ni­gung ist die Devise, und dieser Trend macht auch vor dem Rad­fahren nicht halt. Mit dem Konzept “Slow Bike” wird aus ein­er Rad­strecke eine bewusste Ent­deck­er-Route: Statt möglichst viele Kilo­me­ter in möglichst kurz­er Zeit zurück­zule­gen, geht es darum, Land­schaften inten­siv wahrzunehmen, kul­turelle Schätze zu ent­deck­en und den Moment zu genießen.

Wo das Erlebnis auf dem Weg zum Ziel wird

Wie geschaf­fen für diese Art des Radelns ist der Bren­nerrad­weg, der auf rund 96 Kilo­me­tern vom Bren­ner bis nach Bozen durch das Eisack­tal führt. Die über­wiegend asphaltierte Strecke ver­läuft auf ein­er ehe­ma­li­gen Bah­n­trasse und führt fast durchge­hend bergab durch eine Land­schaft, die von san­ften Wein­ber­gen, his­torischen Orten und imposan­ten Bergkulis­sen geprägt ist. Wer die Strecke lediglich als sportliche Her­aus­forderung betra­chtet, ver­passt einen wesentlichen Teil kul­tureller Höhep­unk­te und Südtirol­er Genuss­mo­mente.

Klausen: Kleinod mit großer Geschichte

Kaum ein Ort verkör­pert die Slow-Bike-Philoso­phie so authen­tisch wie Klausen im Eisack­tal. Der Rad­weg führt mit­ten durch die his­torische Alt­stadt. Hier erin­nern eigens ange­brachte Tafeln und Sch­neck­en­sym­bole mit Geschwindigkeits­be­gren­zun­gen daran, dass Geschwindigkeit nicht immer ein Vorteil ist. Wer gemäch­lich fährt, oder die Stadt das Fahrrad schiebend erkun­det, ent­deckt Plätze, die Geschicht­en auf beson­ders char­mante Weise erzählen.

Die schö­nen Bürg­er­häuser ver­lei­hen der Stadt ihr unver­wech­sel­bares Gesicht. Enge Gassen, kun­stvolle Fas­saden und kleine Plätze schaf­fen eine Atmo­sphäre, die Besuch­er sofort in ihren Bann zieht. Über allem thront der markante Säben­er Berg mit dem Kloster Säben, das seit Jahrhun­derten das Stadt­bild prägt. Span­nende Ein­blicke in die Geschichte der Region find­et man im Stadt­mu­se­um, das unter anderem den berühmten Lore­toschatz beherbergt.

Südtirol genießen: Gang für Gang

Slow Bike bedeutet in Klausen jedoch nicht, dass hier nur langsames Rad­fahren möglich ist. Wer nach dem Bike-Sight­see­ing noch Höhen­meter machen möchte, find­et im Eisack­tal abwech­slungsre­iche Biker­outen. Von aus­sicht­sre­ichen Almen bis zu sportlichen Anstiegen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Die wahre Kun­st des Rad­fahrens beste­ht darin, zu wis­sen, wann man in die Ped­ale tritt und wann man lieber einen Gang zurückschal­tet.

Gemütliche Cafés, tra­di­tionelle Gasthäuser und kleine Geschäfte laden nach einem Bike­tag dazu ein, anzuhal­ten, zu ver­weilen und die Atmo­sphäre auf sich wirken zu lassen. Ob ein Espres­so in der Mor­gen­sonne, ein haus­gemacht­es Eis am Nach­mit­tag oder regionale Spezial­itäten in den his­torischen Gassen — Klausen zeigt ein­drucksvoll, dass Rad­fahren mit dem Dolce Vita kom­biniert wer­den kann. Wer sich auf das Tem­po der Stadt ein­lässt, nimmt genau dieses Stück Südtirol­er Lebens­ge­fühl mit auf den Weg. Mehr find­et Ihr auf www.klausen.it

 

Foto:  TVB Klausen / Thomas Roet­ting