Foto:  Édouard Manet | Portrait von Berthe Morisot liegend, 1873 | Öl auf Leinwand, 26 × 34 cm | Musée Marmottan, Paris | © Bridgeman Images Foto:  Édouard Manet | Portrait von Berthe Morisot liegend, 1873 | Öl auf Leinwand, 26 × 34 cm | Musée Marmottan, Paris | © Bridgeman Images 

Vier Ausstellungen für 2027 und Impressionisten-Netzwerk geplant

Seit sein­er Eröff­nung 2017 hat sich das Muse­um Bar­beri­ni zu einem inter­na­tion­al bedeu­ten­den Zen­trum des Impres­sion­is­mus entwick­elt. Mehr als drei Mil­lio­nen Men­schen haben das Muse­um sei­ther besucht. Die Werke der Samm­lung Has­so Plat­tner bilden den Aus­gangspunkt für Ausstel­lun­gen, Forschung und inter­na­tionale Koop­er­a­tio­nen. 2027 feiert das Muse­um Bar­beri­ni sein zehn­jähriges Beste­hen mit einem inter­na­tionalen Jubiläum­spro­gramm und einem vielfälti­gen Ver­anstal­tungs- und Dig­i­ta­lange­bot.

Die Impressionisten. Monet, Morisot, Renoir und ihr Netzwerk

Höhep­unkt des Jubiläum­s­jahres ist die Ausstel­lung Die Impres­sion­is­ten. Mon­et, Morisot, Renoir und ihr Net­zw­erk, die mit mehr als 100 zum Teil sel­ten aus­gestell­ten Werken den Auf­stieg des Impres­sion­is­mus nachze­ich­net und einen beson­deren Schw­er­punkt auf das Werk Claude Mon­ets legt. Wie wurde aus ein­er kleinen Gruppe junger Kün­st­lerin­nen und Kün­stler, deren Malerei zunächst auf Ablehnung stieß, die vielle­icht pop­ulärste Kun­strich­tung der Mod­erne? Zum zehn­jähri­gen Beste­hen des Muse­ums Bar­beri­ni erzählt die große Jubiläum­sausstel­lung Die Impres­sion­is­ten. Mon­et, Morisot, Renoir und ihr Net­zw­erk (7. Novem­ber 2026 bis 21. Feb­ru­ar 2027) die Geschichte des Impres­sion­is­mus neu: als Geschichte von Fre­und­schaften und Förder­ern, muti­gen Samm­lerin­nen und Samm­lern, ein­flussre­ichen Kun­sthändlern und Kri­tik­ern – und von per­sön­lichen Beziehun­gen, die eine kün­st­lerische Rev­o­lu­tion von Paris in die Welt tru­gen.

Die Jubiläum­sausstel­lung ist zugle­ich eine Summe der Arbeit des Muse­ums Bar­beri­ni seit sein­er Eröff­nung 2017. Aus­ge­hend von der Samm­lung Has­so Plat­tner hat sich das Haus in den ver­gan­genen zehn Jahren inten­siv dem Impres­sion­is­mus gewid­met – mit inter­na­tion­al beset­zten Ausstel­lun­gen, wis­senschaftlichen Sym­posien und gewichti­gen Pub­lika­tio­nen. Zum Jubiläum kom­men nun Lei­h­gaben aus vie­len Museen, mit denen das Bar­beri­ni in den ver­gan­genen Jahren zusam­mengear­beit­et hat, in ein­er Ausstel­lung zusam­men.

Mehr als 100 Meis­ter­w­erke sind anlässlich der Ausstel­lung in Pots­dam zu sehen. Darunter sind bedeu­tende Gemälde wie Claude Mon­ets Bazille und Camille (1865, Nation­al Gallery of Art, Wash­ing­ton), Die Ter­rasse in Vétheuil (1881, Pri­vat­samm­lung, Schweiz), Kathe­drale von Rouen (1894, Klas­sik Stiftung Weimar), Som­mer (1874, Alte Nation­al­ga­lerie) und Quai du Lou­vre (1867, Kun­st­mu­se­um Den Haag), Werke von Berthe Morisot wie Das Dampf­schiff (1875, Pri­vat­samm­lung) und Son­nenun­ter­gang über dem See im Bois de Boulogne (1894, Pri­vat­samm­lung) und sel­ten gezeigte Gemälde von Édouard Manet wie Junge in den Blu­men (1876, Nation­al Muse­um of West­ern Art, Tokio) und Por­trait von Berthe Morisot liegend (1873, Musée Mar­mot­tan Mon­et, Paris). Gus­tave Caille­bottes Schlüs­sel­w­erk Pont de l’Europe (1876, Asso­ci­a­tion des Amis du Petit Palais, Genf) ist eben­so in Pots­dam zu Gast wie Pierre-Auguste Renoirs Die Bucht von Neapel (1881, Met­ro­pol­i­tan Muse­um of Art, New York) und Paul Cézannes Stil­lleben mit Äpfeln in Schale (1879–1882, Ny Carls­berg Glyp­totek, Kopen­hagen).

Zu den weit­eren Lei­hge­bern gehören das Art Insti­tute of Chica­go, das Clark Art Insti­tute, Williamstown, das Tokyo Fuji Art Muse­um, das Musée des Impres­sion­ismes Giverny, das Musée d’Orsay in Paris, das Belvedere in Wien, das Kröller-Müller Muse­um in Otter­lo, das Kun­sthaus Zürich, das Muse­um Ordrup­gaard bei Kopen­hagen und die Roy­al Acad­e­my of Arts in Lon­don. Einen Schw­er­punkt bildet Claude Mon­et: Inklu­sive der Gemälde Mon­ets in der Samm­lung Has­so Plat­tner sind während der Ausstel­lung 61 Werke des Kün­stlers im Muse­um Bar­beri­ni zu sehen.

Zehn Bilder erzählen zehn Geschichten

Im Mit­telpunkt der Ausstel­lung ste­ht die Frage: Was musste geschehen, damit aus ein­er neuen Art zu malen eine inter­na­tionale Bewe­gung wer­den kon­nte? Die Antwort gibt die Ausstel­lung nicht als kun­sthis­torische Chronolo­gie, son­dern in zehn Geschicht­en. Aus­gangspunkt ist jew­eils ein Gemälde aus der Samm­lung Has­so Plat­tner. Von dort fol­gt die Ausstel­lung den Men­schen, die mit diesem Bild ver­bun­den waren: den Kün­stlern, die es schufen, den Fre­un­den, mit denen sie ihre Ideen entwick­el­ten, den Samm­lern, die früh an sie glaubten, den Händlern, die einen Markt für die neue Kun­st schufen, und den Kri­tik­ern und Ausstel­lungs­mach­ern, die sie bekan­nt macht­en. Die Prove­nienz eines Gemäldes wird so zur Erzählspur. Sie kann von einem franzö­sis­chen Schloss über eine Paris­er Galerie und eine amerikanis­che Pri­vat­samm­lung bis in ein Muse­um der Gegen­wart führen – und dabei zeigen, wie der Impres­sion­is­mus Schritt für Schritt die Welt eroberte.

Die Geschicht­en der Ausstel­lung zeigen, dass Kun­st­geschichte nicht allein im Ate­lier geschrieben wird. Der Impres­sion­is­mus set­zte sich durch, weil Kün­stler zusam­me­nar­beit­eten, weil Samm­ler Risiken eingin­gen, weil Händler neue Märk­te erschlossen und weil einzelne Men­schen Bilder von Paris nach Chica­go, Berlin, Lon­don oder New York bracht­en. Diese Verbindung von Meis­ter­w­erken und men­schlichen Geschicht­en prägt die Jubiläum­sausstel­lung. Sie ermöglicht Begeg­nun­gen nicht nur mit Mon­et, Morisot, Renoir, Manet, Caille­botte, Cas­satt oder Sis­ley, son­dern auch mit den Men­schen hin­ter der Erfol­gs­geschichte des Impres­sion­is­mus.

Eine Sammlung wird zum Ausgangspunkt

Dass diese Geschichte in Pots­dam erzählt wer­den kann, hängt eng mit der Entste­hung des Muse­ums Bar­beri­ni zusam­men. Der Muse­ums­grün­der und Stifter Has­so Plat­tner hat über Jahrzehnte eine Samm­lung franzö­sis­ch­er impres­sion­is­tis­ch­er und postim­pres­sion­is­tis­ch­er Malerei aufge­baut, die heute 115 Werke umfasst. Seit 2020 bildet sie das Zen­trum der dauer­haften Präsen­ta­tion des Muse­ums. Die Samm­lung war dabei nie nur als dauer­hafte Präsen­ta­tion gedacht. Ihre Werke wur­den zum Aus­gangspunkt für Ausstel­lun­gen über Claude Mon­et, Camille Pis­sar­ro, Paul Signac und die inter­na­tionale Aus­bre­itung des Impres­sion­is­mus. Inter­na­tionale Gastku­ra­torin­nen und Gastku­ra­toren, Sym­posien und wis­senschaftliche Pub­lika­tio­nen begleit­eten diese Arbeit. So ent­stand inner­halb von zehn Jahren eine ver­trauensvolle Zusam­me­nar­beit mit Museen und Forschen­den weit über Pots­dam hin­aus. Werke der Samm­lung Has­so Plat­tner reisen heute als Lei­h­gaben in inter­na­tionale Ausstel­lun­gen; umgekehrt ermöglicht die Zusam­me­nar­beit mit den großen Samm­lun­gen, dass für die Jubiläum­sausstel­lung her­aus­ra­gende Werke aus Europa, Ameri­ka und Asien nach Pots­dam kom­men.

 

„Die Samm­lung Has­so Plat­tners ist der Aus­gangspunkt unser­er Arbeit. Aus ihren Bildern sind in den ver­gan­genen zehn Jahren Ausstel­lun­gen, Forschungs­fra­gen und inter­na­tionale Koop­er­a­tio­nen ent­standen. Zum Jubiläum führen wir diese Entwick­lung zusam­men: Die Ausstel­lung erzählt anhand einzel­ner Werke die Men­schen und Beziehun­gen hin­ter dem Erfolg des Impres­sion­is­mus. Net­works of Impres­sion­ism macht diese Beziehun­gen über die Ausstel­lung hin­aus erforschbar und verbindet unser Wis­sen kün­ftig mit dem ander­er Samm­lun­gen weltweit. Dass heute Werke aus Chica­go, New York, Paris, Wash­ing­ton, Lon­don oder Tokio nach Pots­dam kom­men und zugle­ich Gemälde unser­er Samm­lung in den großen inter­na­tionalen Museen zu sehen sind, zeigt, wie eng diese Zusam­me­nar­beit gewor­den ist. Wir möcht­en sie nun dauer­haft weit­er­en­twick­eln.“ – Ortrud Wes­t­hei­der, Direk­torin des Muse­ums Bar­beri­ni

 

Zu seinem zehn­ten Geburt­stag macht das Muse­um Bar­beri­ni dieses Net­zw­erk nun zum The­ma – in der Ausstel­lung und, über ihre Laufzeit hin­aus, in einem langfristig angelegten inter­na­tionalen Forschung­spro­jekt.

Networks of Impressionism: Wissen aus Museen weltweit verbinden

Was die Ausstel­lung anhand von zehn Gemälden erzählt, soll kün­ftig in weit größerem Maßstab erforschbar wer­den. Das Wis­sen über den Impres­sion­is­mus ist heute über die ganze Welt verteilt. Ein Gemälde befind­et sich vielle­icht in Paris, Doku­mente zu einem früheren Besitzer liegen in einem Archiv in New York, Infor­ma­tio­nen über eine his­torische Ausstel­lung in Chica­go und weit­ere Werke der­sel­ben Serie in Lon­don, Tokio oder Pots­dam. Net­works of Impres­sion­ism soll diese ver­streuten Infor­ma­tio­nen miteinan­der verbinden.

Das Muse­um Bar­beri­ni baut gemein­sam mit inter­na­tionalen Part­ner­museen die langfristig angelegte dig­i­tale Forschungsplat­tform zum Impres­sion­is­mus und Postim­pres­sion­is­mus auf. Anders als eine klas­sis­che Online-Samm­lung soll Net­works of Impres­sion­ism nicht nur Kunst­werke präsen­tieren. Entschei­dend sind die Beziehun­gen über die Gren­zen der Daten­banken der einzel­nen Museen hin­aus.

Durch diese Verknüp­fung lässt sich ein Gemälde mit seinen früheren Besitzern, Kun­sthändlern und Ausstel­lun­gen verbinden; eine Samm­lerin mit den Kün­stlern, deren Werke sie kaufte; ein Händler mit den Städten und Gale­rien, über die er den Impres­sion­is­mus ver­bre­it­ete. Zeitach­sen, Karten und Net­zw­erk­darstel­lun­gen machen Zusam­men­hänge sicht­bar, die bis­lang allen­falls durch aufwendi­ge Recherchen in unter­schiedlichen Museen, Archiv­en und Pub­lika­tio­nen nachvol­l­zo­gen wer­den kon­nten. Langfristig soll Net­works of Impres­sion­ism Infor­ma­tio­nen zu etwa 20.000 Gemälden, Pastellen und bedeu­ten­den Arbeit­en auf Papi­er in öffentlichen Samm­lun­gen weltweit miteinan­der verbinden. Hinzu kom­men Infor­ma­tio­nen über Kün­stler, Samm­ler, Händler, Ausstel­lun­gen, Pub­lika­tio­nen und Prove­nien­zen.

Die Plat­tform startet mit den Werken der Samm­lung Has­so Plat­tner. 2027 entwick­eln erste inter­na­tionale Part­ner­museen das Pro­jekt gemein­sam mit dem Muse­um Bar­beri­ni weit­er; ab 2028 sollen weit­ere bedeu­tende Impres­sion­is­mus-Samm­lun­gen hinzukom­men. Das Muse­um Bar­beri­ni übern­immt die wis­senschaftliche und strate­gis­che Koor­di­na­tion. Die beteiligten Museen behal­ten dabei die Kon­trolle über ihre Dat­en und wirken an den wis­senschaftlichen Stan­dards und der weit­eren Entwick­lung mit. So soll aus Koop­er­a­tio­nen, die zunächst für einzelne Ausstel­lun­gen ent­standen sind, ein dauer­haftes inter­na­tionales Forschungsnet­zw­erk wer­den – und aus Pots­dam ein Ort, an dem Wis­sen über den Impres­sion­is­mus weltweit zusam­menge­führt wird.

Plan für 2027: Ein Jubiläumsjahr, vier Ausstellungen

Neben Die Impres­sion­is­ten. Mon­et, Morisot, Renoir und ihr Net­zw­erk set­zt das Muse­um Bar­beri­ni sein Jubiläum­spro­gramm 2027 mit drei weit­eren großen Ausstel­lun­gen fort und erweit­ert den Blick vom Impres­sion­is­mus auf unter­schiedliche Posi­tio­nen der europäis­chen Mod­erne.

Von Gaudí bis Picas­so: Im späten 19. und frühen 20. Jahrhun­dert wurde Barcelona zum Schau­platz ein­er kul­turellen Bewe­gung, die Architek­tur, Malerei, Musik und Lit­er­atur gle­icher­maßen erfasste. Barcelona mod­er­na. Von Gaudí bis Picas­so (20. März – 20. Juni 2027) stellt erst­mals in Deutsch­land den kata­lanis­chen Mod­ernismus in sein­er kul­turellen Bre­ite vor und zeich­net das Bild ein­er pulsieren­den Metro­pole zwis­chen 1880 und 1914. Neben Werken von Antoni Gaudí und Pablo Picas­so wer­den Arbeit­en unter anderem von Ramon Casas, San­ti­a­go Rusiñol, Isidre Nonell, Joaquim Mir und Hermenegildo Angla­da-Cama­rasa gezeigt. Ihre Kun­st ent­stand zwis­chen kata­lanis­ch­er Tra­di­tion, den Paris­er Avant­gar­den und dem europäis­chen Art Nou­veau – und vor dem Hin­ter­grund der sozialen und poli­tis­chen Span­nun­gen ein­er rapi­de wach­senden Großs­tadt.

Bedeu­tende Lei­h­gaben kom­men aus dem Museu Nacional d’Art de Catalun­ya in Barcelona, dem Museo Nacional Cen­tro de Arte Reina Sofía in Madrid und dem Es Balu­ard Museu d’Art Con­tem­po­rani de Pal­ma sowie aus der Colec­ción Car­men Thyssen-Borne­misza und weit­eren inter­na­tionalen Samm­lun­gen. Die Ausstel­lung ist eine Koop­er­a­tion mit der Kun­sthalle München, wo sie vom 23. Okto­ber 2026 bis 21. Feb­ru­ar 2027 zu sehen ist.

Marie Lau­rencin. Rol­len­spiel: Mit Marie Lau­rencin. Rol­len­spiel (24. Juli – 24. Okto­ber 2027) zeigt das Muse­um Bar­beri­ni die erste Ret­ro­spek­tive der franzö­sis­chen Kün­st­lerin in Deutsch­land seit 70 Jahren. Lau­rencin (1883–1956) bewegte sich im Paris der Avant­garde zwis­chen Guil­laume Apol­li­naire, Gertrude Stein und Pablo Picas­so, entwick­elte jedoch eine unver­wech­sel­bare eigene Bild­sprache. Ihre über­wiegend weib­lichen Fig­uren erscheinen nicht als fest­geschriebene Iden­titäten, son­dern in wan­del­baren Rollen und Insze­nierun­gen. Lau­rencin war weit mehr als Malerin. Sie ent­warf Büh­nen­bilder und Kostüme für die Bal­lets Russ­es, arbeit­ete mit Mode und Design, gestal­tete Interieurs, schrieb Gedichte und illus­tri­erte Büch­er.

Die Ausstel­lung ent­deckt damit eine Kün­st­lerin neu, die zu ihrer Zeit außeror­dentlich erfol­gre­ich war und deren Stel­lung inner­halb der Mod­erne lange unter­schätzt wurde. Über 70 Lei­h­gaben des Musée Marie Lau­rencin in Tokio wer­den erst­mals in Deutsch­land präsen­tiert. Dazu kom­men Werke aus europäis­chen und amerikanis­chen Muse­umssamm­lun­gen sowie weit­ere Werke aus Museen in Japan, wo sich Lau­rencins Werk bere­its seit den 1980er Jahren großer Beliebtheit erfreut.

Félix Val­lot­ton. Sehn­sucht und Ver­führung: Den Abschluss des Jubiläum­s­jahres bildet Félix Val­lot­ton. Sehn­sucht und Ver­führung (20. Novem­ber 2027 – 20. Feb­ru­ar 2028). Der 1865 in Lau­sanne geborene Kün­stler kam als Sechzehn­jähriger nach Paris und gehörte ab 1892 zur Gruppe der Nabis um Pierre Bon­nard, Édouard Vuil­lard und Mau­rice Denis. Val­lot­ton ver­band reduzierte For­men und drama­tis­che Farb­wirkun­gen mit einem präzisen, häu­fig iro­nis­chen Blick auf das bürg­er­liche Leben. Berühmt wurde er auch durch seine radikal vere­in­facht­en Holzschnitte, mit denen er die Möglichkeit­en der Druck­graphik erneuerte.

Die Ausstel­lung unter­sucht mit Lei­h­gaben aus der Tate, Lon­don, dem Art Insti­tute of Chica­go, dem Cleve­land Muse­um of Art, dem Mon­tre­al Muse­um of Fine Arts, dem Musée d’Orsay, Paris, dem Kun­st­mu­se­um Win­terthur, dem Kun­st­mu­se­um Basel, dem Musée can­ton­al des Beaux-Arts, Lau­sanne, dem Statens Muse­um for Kun­st, Kopen­hagen, und vie­len weit­eren inter­na­tionalen Samm­lun­gen das Wech­sel­spiel von Malerei und Druck­graphik und zeigt einen Kün­stler zwis­chen Sym­bol­is­mus und Mod­erne, dessen Bilder psy­chol­o­gis­che Span­nung mit über­raschend mod­ern­er for­maler Klarheit verbinden. Die Schau entste­ht in Zusam­me­nar­beit mit dem Muse­um Ordrup­gaard in Char­lot­ten­lund bei Kopen­hagen, wo sie vom 10. März bis 25. Juni 2028 zu sehen sein wird.

Das Jubiläum über den Ausstellungsraum hinaus

Das zehn­jährige Beste­hen wird von einem Pro­gramm begleit­et, das unter­schiedliche Zugänge zum Impres­sion­is­mus eröffnet. Eine inter­ak­tive Instal­la­tion macht die Net­zw­erke des Impres­sion­is­mus im Muse­um räum­lich erfahrbar. Eine Graph­ic Nov­el mit Tex­ten von Daniel Kehlmann über­set­zt die Geschicht­en in ein anderes Medi­um. Ein Young-Cura­tors-Event richtet sich an eine neue Gen­er­a­tion von Forschen­den; mit dem Musée d’Orsay entste­ht ein Pro­jekt zu den Briefen Claude Mon­ets.

Mit dem Bar­beri­ni Mobil ver­lässt das Muse­um seine eige­nen Räume. Ab Jan­u­ar 2027 besucht ein Team aus Kun­stver­mit­t­lerin­nen und Kun­stver­mit­tlern Schulen in Bran­den­burg und Berlin. Das kosten­freie Ange­bot richtet sich an Schulen, für die ein Muse­ums­be­such schw­er zu organ­isieren ist. Motive, Mate­ri­alien sowie analoge und dig­i­tale Werkzeuge brin­gen den Impres­sion­is­mus direkt in den Klassen­raum.

 

Foto:  Édouard Manet | Por­trait von Berthe Morisot liegend, 1873 | Öl auf Lein­wand, 26 × 34 cm | Musée Mar­mot­tan, Paris | © Bridge­man Images