Urtikaria – ein Ganzjahresproblem
Wenn Symptome nicht verschwinden
Chronische Nesselsucht geht mit wiederkehrenden Hautreaktionen wie Quaddeln, Schwellungen, Juckreiz und Rötungen einher. Die Beschwerden setzen häufig plötzlich ein. Während sich bei der chronisch spontanen Urtikaria kein eindeutiger Auslöser feststellen lässt, können Stress oder Infektionen die Symptome begünstigen oder verstärken. Die chronisch induzierbare Urtikaria wird dagegen durch bestimmte Reize ausgelöst, etwa Kälte oder Wärme, Schwitzen, Druck und Reibung, Sonnenlicht oder Wasserkontakt.
„Wenn man Patientinnen und Patienten mit chronischer Urtikaria fragt, was sie am meisten belastet, nennen die meisten nicht die sichtbaren Quaddeln, sondern den Juckreiz. Dieser ist oft quälend, besonders nachts, und führt zu erheblichen Schlafstörungen, die sich tagsüber auf Konzentration, Arbeitsfähigkeit und soziale Teilhabe auswirken können“, sagt Allergologe Prof. Ralph Mösges.
Mehr als Juckreiz und Quaddeln
Viele von Nesselsucht Betroffene richten ihren Alltag mit der Zeit nach der Erkrankung aus. Sie schlafen schlechter, verzichten auf Aktivitäten oder nehmen Einschränkungen hin, die längst nicht selbstverständlich sein müssen. „Internationale Leitlinien definieren vollständige Symptomkontrolle und die Wiederherstellung einer normalen Lebensqualität als Therapieziel – nicht lediglich eine Reduktion der Beschwerden“, so Prof. Mösges. In der Praxis wird dieses Ziel jedoch häufig noch nicht erreicht. Weniger als die Hälfte der Betroffenen wird unter einer Standardbehandlung mit Antihistaminika vollständig beschwerdefrei.
Beschwerden trotz Therapie?
Halten die Symptome an, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass keine wirksamen Möglichkeiten mehr zur Verfügung stehen. Prof. Mösges rät: „Sobald Beschwerden unter laufender Therapie bestehen bleiben, sollte die Behandlung zeitnah überprüft werden – nicht erst nach Monaten des Abwartens.“ In Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin kann beispielsweis die Dosis des Allergie-Medikaments erhöht werden.
Dass dies nicht unbedingt notwendig ist, zeigen neue Daten: In einer Untersuchung erwies sich ein Wechsel auf den Wirkstoff Bilastin als ebenso wirksam wie die Verdopplung der Dosis eines anderen Antihistaminikums.1 Gleichzeitig wurden weniger arzneimittelbedingte Nebenwirkungen berichtet. „Ein Substanzwechsel ist damit eine wissenschaftlich belegte, gleichwertige Option – und vermeidet möglicherweise die Nachteile einer Dosiserhöhung, wie erhöhtes Sedierungsrisiko oder schlechtere Verträglichkeit“, fasst Prof. Mösges die Ergebnisse zusammen. Gerade bei Erkrankungen, die Betroffene über längere Zeit begleiten, ist die Verträglichkeit einer Behandlung von Bedeutung.
Allergien ohne saisonale Pause
Ähnlich wie chronische Nesselsucht können auch nicht-saisonale Allergien – beispielsweise gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare – dauerhaft belasten. „Menschen mit chronischer Urtikaria oder ganzjährig auftretenden Allergien benötigen oft eine Dauertherapie über Monate oder Jahre. Gute Symptomkontrolle allein reicht dabei nicht aus. Die Behandlung muss sich auch langfristig in Alltag, Schule und Beruf integrieren lassen“, sagt Prof.Mösges. Wer über längere Zeit auf Behandlung angewiesen ist, achtet deshalb nicht nur darauf, ob sie wirkt. Auch die Verträglichkeit und Alltagstauglichkeit spielen eine wichtige Rolle.
Darauf kommt es bei einer Langzeitbehandlung an
Allegra Allergietabletten enthalten Bilastin, ein Antihistaminikum der neuesten Generation. Es wird sowohl bei chronischer Urtikaria als auch bei allergischem Schnupfen eingesetzt, darunter auch bei ganzjährigen Beschwerden durch Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergien. Studien zeigen, dass es schnell wirkt – meist innerhalb von 30 bis 60 Minuten – und seine Wirkung bis zu 24 Stunden anhält. Da Bilastin die Blut-Hirn-Schranke nur in geringem Maß passiert, macht es nicht müder als Plazebo (ein Scheinmedikament).
Außerdem zeigt sich selbst bei regelmäßiger Einnahme kein Wirkverlust. Gerade bei Erkrankungen, die Betroffene über längere Zeit begleiten können, sind das wichtige Eigenschaften. Auch für Kinder liegen Studiendaten vor, die eine gute Verträglichkeit des Wirkstoffs unterstützen. Für junge Patientinnen und Patienten ist besonders wichtig, dass eine Behandlung Schule, Freizeit und Alltag möglichst wenig beeinträchtigt.
Besser schlafen, weniger Einschränkungen im Alltag
Wie eine wirksame Therapie den Alltag erleichtern kann, zeigen auch aktuelle Studiendaten. In einer 2025 veröffentlichten Untersuchung zu Bilastin berichteten Menschen mit chronischer spontaner Urtikaria bereits nach acht Wochen über deutlich weniger Juckreiz und seltener auftretende Beschwerden. Gleichzeitig verbesserten sich die Schlafqualität und die alltägliche Lebensqualität. Viele Studienteilnehmende fühlten sich im Alltag weniger eingeschränkt als vor Beginn der Behandlung mit Bilastin.
Die wichtigste Botschaft zum Welt-Urtikaria-Tag: Wiederkehrende Quaddeln, Schwellungen oder anhaltender Juckreiz sollten nicht als normal akzeptiert werden. Wer trotz Behandlung weiterhin Beschwerden hat, sollte gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt prüfen, ob eine Anpassung der Therapie sinnvoll sein könnte.
