Zwischen Juckreiz, Schlafmangel und Alltag

Urtikaria – ein Ganzjahresproblem ­

­Wer Heuschnupfen hat, weiß meist, wann die Beschw­er­den wieder nach­lassen. Für Men­schen mit chro­nis­ch­er Nes­sel­sucht – auch Urtikaria genan­nt – oder ein­er Hausstaub­mil­be­nal­lergie gibt es diesen Zeit­punkt oft nicht. Viele lei­den über Monate oder sog­ar Jahre hin­weg wieder­holt unter den Fol­gen ihrer Erkrankung, ohne zu wis­sen, welche Möglichkeit­en zur Lin­derung der Symp­tome es heute gibt, auch mit Medika­menten zur Selb­stmedika­tion aus der Apotheke. Hinzu kommt, dass sich Betrof­fene von ihrem Umfeld oft nicht aus­re­ichend ver­standen fühlen. Der Welt-Urtikaria-Tag am 1. Okto­ber 2026 will deshalb nicht nur über Behand­lungsmöglichkeit­en aufk­lären, son­dern auch das Bewusst­sein für die Belas­tun­gen im All­t­ag stärken.


Wenn Symptome nicht verschwinden

Chro­nis­che Nes­sel­sucht geht mit wiederkehren­den Hautreak­tio­nen wie Quad­deln, Schwellun­gen, Juck­reiz und Rötun­gen ein­her. Die Beschw­er­den set­zen häu­fig plöt­zlich ein. Während sich bei der chro­nisch spon­ta­nen Urtikaria kein ein­deutiger Aus­lös­er fest­stellen lässt, kön­nen Stress oder Infek­tio­nen die Symp­tome begün­sti­gen oder ver­stärken. Die chro­nisch induzier­bare Urtikaria wird dage­gen durch bes­timmte Reize aus­gelöst, etwa Kälte oder Wärme, Schwitzen, Druck und Rei­bung, Son­nen­licht oder Wasserkon­takt.

„Wenn man Pati­entin­nen und Patien­ten mit chro­nis­ch­er Urtikaria fragt, was sie am meis­ten belastet, nen­nen die meis­ten nicht die sicht­baren Quad­deln, son­dern den Juck­reiz. Dieser ist oft quälend, beson­ders nachts, und führt zu erhe­blichen Schlaf­störun­gen, die sich tagsüber auf Konzen­tra­tion, Arbeits­fähigkeit und soziale Teil­habe auswirken kön­nen“, sagt Aller­gologe Prof. Ralph Mös­ges.

Mehr als Juckreiz und Quaddeln

Viele von Nes­sel­sucht Betrof­fene richt­en ihren All­t­ag mit der Zeit nach der Erkrankung aus. Sie schlafen schlechter, verzicht­en auf Aktiv­itäten oder nehmen Ein­schränkun­gen hin, die längst nicht selb­stver­ständlich sein müssen. „Inter­na­tionale Leitlin­ien definieren voll­ständi­ge Symp­tomkon­trolle und die Wieder­her­stel­lung ein­er nor­malen Leben­squal­ität als Ther­a­pieziel – nicht lediglich eine Reduk­tion der Beschw­er­den“, so Prof. Mös­ges. In der Prax­is wird dieses Ziel jedoch häu­fig noch nicht erre­icht. Weniger als die Hälfte der Betrof­fe­nen wird unter ein­er Stan­dard­be­hand­lung mit Anti­his­t­a­mini­ka voll­ständig beschw­erde­frei.

Beschwerden trotz Therapie?

Hal­ten die Symp­tome an, bedeutet das nicht zwangsläu­fig, dass keine wirk­samen Möglichkeit­en mehr zur Ver­fü­gung ste­hen. Prof. Mös­ges rät: „Sobald Beschw­er­den unter laufend­er Ther­a­pie beste­hen bleiben, sollte die Behand­lung zeit­nah über­prüft wer­den – nicht erst nach Monat­en des Abwartens.“ In Absprache mit dem behan­del­nden Arzt oder der behan­del­nden Ärztin kann beispiel­sweis die Dosis des Allergie-Medika­ments erhöht wer­den.

Dass dies nicht unbe­d­ingt notwendig ist, zeigen neue Dat­en: In ein­er Unter­suchung erwies sich ein Wech­sel auf den Wirk­stoff Bilastin als eben­so wirk­sam wie die Ver­dopplung der Dosis eines anderen Antihistaminikums.1 Gle­ichzeit­ig wur­den weniger arzneimit­telbe­d­ingte Neben­wirkun­gen berichtet. „Ein Sub­stanzwech­sel ist damit eine wis­senschaftlich belegte, gle­ich­w­er­tige Option – und ver­mei­det möglicher­weise die Nachteile ein­er Dosis­er­höhung, wie erhöht­es Sedierungsrisiko oder schlechtere Verträglichkeit“, fasst Prof. Mös­ges die Ergeb­nisse zusam­men. Ger­ade bei Erkrankun­gen, die Betrof­fene über län­gere Zeit begleit­en, ist die Verträglichkeit ein­er Behand­lung von Bedeu­tung.

Allergien ohne saisonale Pause

Ähn­lich wie chro­nis­che Nes­sel­sucht kön­nen auch nicht-saisonale Allergien – beispiel­sweise gegen Hausstaub­mil­ben oder Tier­haare – dauer­haft belas­ten. „Men­schen mit chro­nis­ch­er Urtikaria oder ganzjährig auftre­tenden Allergien benöti­gen oft eine Dauerther­a­pie über Monate oder Jahre. Gute Symp­tomkon­trolle allein reicht dabei nicht aus. Die Behand­lung muss sich auch langfristig in All­t­ag, Schule und Beruf inte­gri­eren lassen“, sagt Prof.Mösges. Wer über län­gere Zeit auf Behand­lung angewiesen ist, achtet deshalb nicht nur darauf, ob sie wirkt. Auch die Verträglichkeit und All­t­agstauglichkeit spie­len eine wichtige Rolle.

Darauf kommt es bei einer Langzeitbehandlung an

Alle­gra Allergi­etablet­ten enthal­ten Bilastin, ein Anti­his­t­a­minikum der neuesten Gen­er­a­tion. Es wird sowohl bei chro­nis­ch­er Urtikaria als auch bei aller­gis­chem Schnupfen einge­set­zt, darunter auch bei ganzjähri­gen Beschw­er­den durch Hausstaub­mil­ben- oder Tier­haar­al­lergien. Stu­di­en zeigen, dass es schnell wirkt – meist inner­halb von 30 bis 60 Minuten – und seine Wirkung bis zu 24 Stun­den anhält. Da Bilastin die Blut-Hirn-Schranke nur in geringem Maß passiert, macht es nicht müder als Plaze­bo (ein Schein­medika­ment).

Außer­dem zeigt sich selb­st bei regelmäßiger Ein­nahme kein Wirkver­lust. Ger­ade bei Erkrankun­gen, die Betrof­fene über län­gere Zeit begleit­en kön­nen, sind das wichtige Eigen­schaften. Auch für Kinder liegen Stu­di­en­dat­en vor, die eine gute Verträglichkeit des Wirk­stoffs unter­stützen. Für junge Pati­entin­nen und Patien­ten ist beson­ders wichtig, dass eine Behand­lung Schule, Freizeit und All­t­ag möglichst wenig beein­trächtigt.

Besser schlafen, weniger Einschränkungen im Alltag

Wie eine wirk­same Ther­a­pie den All­t­ag erle­ichtern kann, zeigen auch aktuelle Stu­di­en­dat­en. In ein­er 2025 veröf­fentlicht­en Unter­suchung zu Bilastin berichteten Men­schen mit chro­nis­ch­er spon­tan­er Urtikaria bere­its nach acht Wochen über deut­lich weniger Juck­reiz und sel­tener auftre­tende Beschw­er­den. Gle­ichzeit­ig verbesserten sich die Schlafqual­ität und die alltägliche Leben­squal­ität. Viele Stu­di­en­teil­nehmende fühlten sich im All­t­ag weniger eingeschränkt als vor Beginn der Behand­lung mit Bilastin.

Die wichtig­ste Botschaft zum Welt-Urtikaria-Tag: Wiederkehrende Quad­deln, Schwellun­gen oder anhal­tender Juck­reiz soll­ten nicht als nor­mal akzep­tiert wer­den. Wer trotz Behand­lung weit­er­hin Beschw­er­den hat, sollte gemein­sam mit der behan­del­nden Ärztin oder dem behan­del­nden Arzt prüfen, ob eine Anpas­sung der Ther­a­pie sin­nvoll sein kön­nte.­ ­ ­

 

Foto: Cori­na from Pix­abay
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