Fördert das Smartphone Hämorrhoiden?

Einfluss von Smartphone-Nutzung und Sport als Risikofaktor für Hämorrhoidal-Beschwerden

Wenn der Po Prob­leme macht, sind häu­fig die kleinen Gefäßpol­ster rund um den Dar­maus­gang ver­ant­wortlich — die Häm­or­rhoiden. Nor­maler­weise erledi­gen sie ganz unbe­merkt ihren Job, indem sie für die Fein­ab­dich­tung sor­gen. Wenn sie jedoch größer wer­den, kön­nen sie sich unan­genehm bemerk­bar machen: Dann kann es zu Analbeschw­er­den wie Juck­en, Nässen oder manch­mal auch als schmerzhaft wahrgenommen­em Bren­nen kom­men. Doch welche Ursachen steck­en dahin­ter?

Unter anderem wer­den eine ein­seit­ige bal­last­stof­farme Ernährung und ungün­stiges Toi­let­ten­ver­hal­ten wie Pressen dafür ver­ant­wortlich gemacht, dass die Pöl­sterchen wach­sen. Aktuelle Stu­di­en­dat­en leg­en nahe, dass auch Lebensstil­fak­toren wie Sport oder das Smart­phone einen Ein­fluss auf Häm­or­rhoiden haben kön­nen. Das woll­ten der Pharma­her­steller Dr. Kade genauer wis­sen und befragte Betrof­fene im Alter zwis­chen 25 und 69 Jahren nach ihren Erfahrun­gen. Die Ergeb­nisse? Sind span­nend – und hier nachzule­sen.

Die häu­fig­sten Analbeschw­er­den aller befragten Per­so­n­en waren:

  • Juck­reiz im After­bere­ich 76 %
  • Gefühl der unvoll­ständi­gen Dar­mentleerung 68 %
  • Bren­nen 53 %
  • Blut (auf dem Stuhl/Toilettenpapier) 52 %
  • Schmerzen 42 %
  • Nässen 38 %

Sitzen, Scrollen, Zeit vergessen

Ein Toi­let­ten­gang dauert nur wenige Minuten, the­o­retisch zumin­d­est. In der Prax­is sieht das etwas anders aus, denn mit­tler­weile nutzen viele Men­schen ihr Smart­phone regelmäßig auf dem stillen Örtchen. Das bestätigt auch unsere Umfrage, denn 57 % der Befragten nutzen das Smart­phone auf der Toi­lette. Beson­ders auf­fäl­lig sind die Unter­schiede zwis­chen den Alters­grup­pen: 78 % der 25 bis 39-Jähri­gen, aber nur 33 % der 60 bis 69-Jähri­gen ver­wen­den das Smart­phone auf dem WC.

Sitzzeit und ‑position sind entscheidend

41 % der Smart­phone-Nutzen­den sitzen 6 bis 15 Minuten auf der Toi­lette, 4 % sog­ar noch länger. Dass das Smart­phone die Ursache fürs lange Sitzen ist, zeigt die Selb­stein­schätzung: 70 % geben an, dadurch länger zu bleiben als ursprünglich beab­sichtigt. Beson­ders aus­geprägt ist dieser Effekt wieder bei den jün­geren Män­nern zwis­chen 25 und 39 Jahren: 91 % stellen län­gere Sitzzeit­en durch Smart­phone-Nutzung fest.

Die Nutzung an sich ist nicht weit­er wild für die Analge­sund­heit. Die sich dadurch hin­auszögernde Toi­let­ten­sitzzeit schon. Denn beim Sitzen auf der Toi­lette fehlt dem Beck­en­bo­den die Unter­stützung — dadurch wirkt der Druck unge­bremst auf die Häm­or­rhoidalpol­ster. Auch behin­dert die typ­is­che Toi­let­ten­hal­tung den Blutabfluss aus dem Gewebe. Bei­de Fak­toren kön­nen dazu beitra­gen, dass sich das Risiko für Häm­or­rhoidalbeschw­er­den erhöht. In ein­er aktuellen Studie wurde dies ein­drucksvoll bestätigt: So war die Smart­phone-Nutzung auf der Toi­lette mit ein­er um 46 % erhöht­en Wahrschein­lichkeit für Häm­or­rhoiden ver­bun­den.

Sport ist nicht gleich Sport

Zur Vor­beu­gung von Häm­or­rhoiden wird häu­fig emp­fohlen, viel Sport zu treiben. Eine aktuelle Studie hinge­gen spricht von Sport als Aus­lös­er von Häm­or­rhoidalbeschw­er­den. Und auch in unser­er Umfrage berichtet ein gutes Vier­tel (26 %) von min­destens ein­er Beschw­erde im Anal­bere­ich beim oder nach dem Sport. Wie passt das zusam­men?

Kurz gesagt, es kommt darauf an, welchen Sport man ausübt: In der Studie berichtet gut die Hälfte (57 %) der Rad­fahrer und Reit­er, die regelmäßig ihrem Hob­by nachkom­men, von Prob­le­men und knapp die Hälfte (48 %) der Body­builder. Diese Sportarten sind beson­ders belas­tend für den Beck­en­bere­ich — und damit für die Häm­or­rhoidalpol­ster. Mod­er­ate Bewe­gung wie Spazierenge­hen oder Nordic Walk­ing bringt hinge­gen die Ver­dau­ung in Schwung und sorgt so für einen nor­mal geformten Stuhl, der den Dar­maus­gang wenig belastet. Dies wird auch durch die Studie bestätigt: Trekking, Ski­fahren oder Langlauf scheinen das Häm­or­rhoiden-Risiko zu min­dern.

Faz­it: Beim Sport gibt es große Unter­schiede. Je nach Art und Inten­sität der Belas­tung kön­nen die Auswirkun­gen pos­i­tiv oder neg­a­tiv sein. Auch die Mehrheit der Befragten, die alle min­destens ein­mal an anorek­tal­en Beschw­er­den lit­ten, führt regelmäßig poten­ziell belas­tende Sportarten durch:

Rad­fahren

  • Män­ner: 48 %
  • Frauen: 41 %

Kraft­sport

  • Män­ner: 26 %
  • Frauen: 17 %

Reit­en

  • Män­ner: 3 %
  • Frauen: 4 %

 

Wie beurteilt ein Experte den Einfluss von Lebensstilfaktoren?

3 Fra­gen an Prof. Dr. Oliv­er Schwand­ner, Chirurg und Prok­tologe aus Regens­burg:

Frage 1: Unsere Umfrage-Ergeb­nisse zeigen, dass ins­beson­dere junge Men­schen ihr Smart­phone auf der Toi­lette nutzen und dadurch länger sitzen. Wird hier ger­ade ein echter neuer Risiko­fak­tor sicht­bar — oder über­schätzen wir die Bedeu­tung dieses Trends?

Die The­matik “Smart­phone-Nutzung auf Toi­lette” ist let­ztlich ein “Revival” der Diskus­sion über die Dauer des Toi­let­ten­gangs, bere­its vor 20 Jahren wurde der Zusam­men­hang zwis­chen “Zeitung lesen” und Toi­let­ten­gang als sog. “News­pa­per-Syn­drom” analysiert. Generell wird als präven­tive Maß­nahme emp­fohlen, län­gere Toi­let­ten­sitzun­gen bzw. “stool­ing ses­sions” zu ver­mei­den, so dass hier das Smart­phone gewis­ser­maßen als Syn­onym für eine Ver­längerung der Zeit auf Toi­lette ver­wen­det wird. Rein aus wis­senschaftlich­er Sicht stellt das Smart­phone keinen “echt­en” neuen Risiko­fak­tor dar.

Frage 2: Eine aktuelle Studie stellt einen Zusam­men­hang zwis­chen bes­timmten Sportarten und Häm­or­rhoidalbeschw­er­den her. Wie ord­nen Sie das ein: Sollte von inten­siv­er kör­per­lich­er Belas­tung abger­at­en wer­den — vor allem bei beste­hen­den Anal­prob­le­men?

Die aktuelle Studie ist ins­beson­dere für Men­schen mit einem Häm­or­rhoidallei­den inter­es­sant, da sie zeigt, dass bes­timmte Sportarten — wie Body­build­ing, Rad­fahren oder Reit­en — mit ein­er Ver­schlechterung der Symp­tome ein­herge­hen kön­nen. Das bedeutet jedoch nicht, dass generell von sportlich­er Aktiv­ität abger­at­en wer­den sollte, son­dern dass Empfehlun­gen dif­feren­ziert erfol­gen soll­ten. Kör­per­liche Aktiv­ität bleibt wichtig — auch bei Häm­or­rhoidalbeschw­er­den. Betrof­fe­nen ist jedoch zu empfehlen, den eige­nen Kör­p­er genau zu beobacht­en, die Sportart gezielt auszuwählen oder durch zum Beispiel gerin­gere Train­ingsin­ten­sität oder kürzere Ein­heit­en anzu­passen.

Frage 3: Viele Betrof­fene bericht­en von Beschw­er­den, suchen aber keinen Rat, weil sie diese als “nicht schlimm” ein­schätzen. Wie erk­lären Sie dieses Span­nungs­feld zwis­chen hoher Betrof­fen­heit und geringer Kon­se­quenz? Und was kann man dage­gen tun?

Trotz der hohen Ver­bre­itung des Häm­or­rhoidallei­dens stellt für viele Betrof­fene dieses The­ma ein “Tabuthe­ma” dar und sie scheuen einen Arztbe­such. Deshalb ist eine “Ent­tabuisierung” des The­mas drin­gend notwendig. Patien­ten müssen aufgek­lärt wer­den, dass eine prok­tol­o­gis­che Unter­suchung i. d. R. schmerzfrei ist und kein­er speziellen Vor­bere­itung bedarf. Tritt Blutab­gang bei der Stuh­lentleerung auf, kommt es zu einem Vor­fall am After oder beste­hen Symp­tome wie Nässen oder Juck­reiz, emp­fiehlt es sich generell, einen Arzt aufzusuchen.

Psychische Belastung neben “Ist doch nicht so schlimm”

Fast die Hälfte der Befragten (49 %) fühlt sich durch die Beschw­er­den im Anal­bere­ich oder an den Häm­or­rhoiden zusät­zlich psy­chisch belastet. Die über­wiegende Mehrheit (58 %) der Befragten sucht aber wed­er eine Prax­is noch eine Apotheke auf. Unter den­jeni­gen, die keinen Rat gesucht haben, wird als mit Abstand wichtig­ster Grund genan­nt, dass die Beschw­er­den “nicht so schlimm” seien (75 %). Bei jün­geren Män­nern spie­len zusät­zlich emo­tionale Hür­den eine größere Rolle: In der Gruppe der 25- bis 39-jähri­gen Män­ner, die keinen Rat suchen, nen­nen 38 % Schamge­fühl und 30 % Angst vor ein­er Unter­suchung. Bei Älteren sind diese Fak­toren nicht so rel­e­vant: Nur je 15 % bei­der Geschlechter nan­nten Schamge­fühl und nur 13 % der Frauen und 11 % der Män­ner Angst vor ein­er Unter­suchung als Grund, sich keine Hil­fe zu suchen. Unter den Rat­suchen­den wen­det sich gut die Hälfte am häu­fig­sten an die Hausärztin oder den Hausarzt (51 %), deut­lich sel­tener an Proktolog:innen (32 %) oder Apotheker:innen (26 %).

Untersuchungspräferenz bei einem sensiblen Thema

Die Mehrzahl der Befragten (64 %) hat keine Präferenz beim Geschlecht der medi­zinis­chen Fach­per­son. Bei der anderen Gruppe zeigt sich ein klar­er Zusam­men­hang mit dem Alter: Je jünger die Befragten sind, desto häu­figer spielt das Geschlecht der unter­suchen­den Fach­per­son eine Rolle. Mit zunehmen­dem Alter ver­liert dieser Aspekt an Bedeu­tung. Gle­ichzeit­ig wird sicht­bar, dass Frauen ins­ge­samt häu­figer eine gle­ichgeschlechtliche Unter­suchung bevorzu­gen als Män­ner, ins­beson­dere in den jün­geren Alters­grup­pen.

Gezielt handeln bei analen Beschwerden wie Hämorrhoidalleiden — je nach Phase die passende Unterstützung

Ob akute Beschw­er­den oder Nach­sorge: Für die Behand­lung von Analbeschw­er­den wie Häm­or­rhoiden ste­hen z B. rezept­freie Pro­duk­te von Dr. Kade zur Ver­fü­gung — abges­timmt auf unter­schiedliche Bedürfnisse. Zur Lin­derung von Schmerzen und starkem Juck­reiz im Anal­bere­ich eignet sich Pos­ter­isan akut. Der Wirk­stoff Lido­cain sorgt für eine lokale Betäubung und hil­ft schnell bei akuten Beschw­er­den.

Bei Häm­or­rhoidalbeschw­er­den wie Juck­reiz, Bren­nen und Nässen lin­dert FAKTU lind effek­tiv. Der pflan­zliche Wirk­stoff Hamamelis wirkt zusät­zlich beruhi­gend, entzün­dung­shem­mend und zusam­men­ziehend — und kann so auch kleinere Blu­tun­gen lin­dern. So lässt sich je nach Beschw­erde­bild die passende Lösung find­en — von der schnellen, symp­to­ma­tis­chen Lin­derung über gezielte Behand­lung bis zur vor­beu­gen­den Pflege und Unter­stützung bei Häm­or­rhoiden.

 

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