Fototipps für die Sternschnuppen im Oktober

Sieben Fototipps für die kommenden Orioniden | Ratgeber von Robert Vanelli, Fotograf, Pädagoge und Director of Education bei Luminar.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Okto­ber 2026 lohnt sich der Blick in den Nachthim­mel: Über Deutsch­land wer­den dann beson­ders viele Stern­schnup­pen der Ori­on­iden zu sehen sein. Der Mete­orstrom zählt zu den markan­ten Him­melsereignis­sen im Herb­st und ist für seine schnellen Mete­o­re und gele­gentlichen hellen Feuerkugeln bekan­nt. Unter ide­alen Bedin­gun­gen lassen sich rund 20 Stern­schnup­pen pro Stunde beobacht­en – ein span­nen­des Motiv auch für Hob­by­fo­tografen. In diesem Rat­ge­ber gibt Robert Vanel­li, Fotograf, Päd­a­goge und Direc­tor of Edu­ca­tion bei Lumi­nar sieben Tipps, wie sich Stern­schnup­pen mit der Kam­era am besten ein­fan­gen lassen und worauf es dabei beson­ders ankommt.

Tipp 1: Smartphone und Kamera ruhig halten

Ein­er der wichtig­sten Tipps für gelun­gene Stern­schnup­pen­fo­tos ist, das Smart­phone oder die Kam­era möglichst ruhig zu hal­ten. Als Direc­tor of Edu­ca­tion bei Lumi­nar erlebt Robert Vanel­li in seinen Work­shops immer wieder, dass Teil­nehmende ihre ersten Nach­tauf­nah­men aus der Hand machen und sich dann über ver­wis­chte Licht­spuren statt klar­er Sterne wun­dern. Schon kleine Bewe­gun­gen machen sich bei län­geren Belich­tungszeit­en sofort bemerk­bar. Ein kleines Sta­tiv ist ide­al, not­falls funk­tion­iert auch eine Mauer, Bank oder eine andere feste Unter­lage.

Tipp 2: Stadtlicht und Mondschein meiden

Stadtlicht macht ger­ade schwächere Stern­schnup­pen schnell unsicht­bar. Deshalb lohnt es sich, einen möglichst dun­klen Stan­dort abseits von Straßen­later­nen und anderen Lichtquellen zu suchen. Auch der Mond spielt eine Rolle: In der Nacht vom 21. auf den 22. Okto­ber ist er bere­its gut zur Hälfte beleuchtet und hellt den Him­mel spür­bar auf. Erst in den frühen Mor­gen­stun­den geht er unter. Die besten Chan­cen hat man deshalb in der zweit­en Nachthälfte, wenn der Mond ver­schwun­den ist und es bis zur Mor­gendäm­merung richtig dunkel wird.

Tipp 3: Mit dem Nachtmodus experimentieren und hellen Bildschirm vermeiden

Viele aktuelle Smart­phones haben bere­its einen Nacht- oder sog­ar Astro­modus. Die Belich­tung wird automa­tisch ver­längert und so kann man am meis­ten aus dem dun­klen Him­mel her­aus­holen. Zu beacht­en ist, dass manche Nacht­mo­di auf Smart­phones mehrere Belich­tun­gen kom­binieren, sodass sich schnell bewe­gende Mete­o­re möglicher­weise nicht immer in der finalen Auf­nahme zu sehen sind.

Wer einen Pro-Modus nutzt oder mit ein­er Kam­era fotografiert, kann zusät­zlich manuell ein­stellen. Als Faus­tregel bieten sich eine Belich­tungszeit von 15 bis 25 Sekun­den, eine möglichst weit geöffnete Blende und ein ISO-Wert zwis­chen 1.600 und 3.200 an. Den Fokus stellt man am besten manuell auf einen hellen Stern scharf, denn der Aut­o­fokus find­et im Dunkeln oft keinen Halt.

Ein weit­er­er hil­fre­ich­er Hin­weis: Wer ständig auf ein helles Dis­play schaut, muss sich danach erst wieder an die Dunkel­heit gewöh­nen. Hob­by­fo­tografen soll­ten also die Bild­schirmhel­ligkeit reduzieren und das Smart­phone nach dem Ein­richt­en möglichst in Ruhe fotografieren lassen.

Tipp 4: Den richtigen Ausschnitt wählen und abwarten

Wer sein Auf­nah­megerät erst her­ausholt, wenn eine Stern­schnuppe auf­taucht, ist meis­tens zu spät. Bess­er ist es, den Auss­chnitt vorher schon festzule­gen und dann viele Bilder hin­tere­inan­der aufzunehmen. Bei Kam­eras kann dafür auch die Inter­vall­funk­tion hil­fre­ich sein.

Für die Aus­rich­tung hil­ft ein Blick auf das Stern­bild Ori­on, aus dem die Stern­schnup­pen zu kom­men scheinen. Es steigt am späten Abend im Osten auf und ste­ht nach Mit­ter­nacht hoch genug am Him­mel. Am besten richtet man die Kam­era nicht direkt auf Ori­on, son­dern etwas seitlich davon: Dort erscheinen die Leucht­spuren länger und wirken auf dem Foto ein­drucksvoller.

Wo genau eine Stern­schnuppe auf­taucht, lässt sich lei­der nicht vorherse­hen. Mit einem aufmerk­samen Auge und einem großen Him­mel­sauss­chnitt steigt aber die Chance, eine zu erwis­chen. Beim Smart­phone eignet sich dafür der Weitwinkelmodus, bei Kam­eras ein entsprechen­des Weitwinkelob­jek­tiv. Dig­i­tal­en Zoom sollte man eher mei­den.

Tipp 5: Dem Himmel einen Rahmen geben

Ein Baum, eine Häuserkante oder die Umrisse eines Berges im Vorder­grund machen aus ein­er reinen Him­mel­sauf­nahme ein span­nen­des Bild. Seen oder andere ruhige Wasser­flächen kön­nen dem Motiv zusät­zliche Tiefe ver­lei­hen. Ein tief liegen­der Hor­i­zont lässt viel Platz für den Ster­nen­him­mel. Wenige, klar erkennbare Ele­mente im Vorder­grund sor­gen dafür, dass die Stern­schnup­pen im Mit­telpunkt bleiben.

Tipp 6: Details mit der Bearbeitung sichtbar machen

Bei Nach­tauf­nah­men ver­schwinden feine Struk­turen schnell im Dunkeln. Leichte Kor­rek­turen bei Hel­ligkeit, Kon­trast, Schat­ten und Klarheit kön­nen Sterne und Him­mel stärk­er voneinan­der abheben. Man darf die Regler dabei aber nicht zu weit auf­drehen: Der Nachthim­mel sollte dunkel bleiben und nicht grau oder über­ar­beit­et wirken.

Tipp 7: Mehrere Sternschnuppen in einem Bild zusammenbringen

Wer über län­gere Zeit fotografiert, hat am Ende oft mehrere Auf­nah­men mit einzel­nen Stern­schnup­pen. In der Bild­bear­beitung von Lumi­nar lassen sich diese Bilder übere­inan­der­legen und zu ein­er Auf­nahme kom­binieren. So kön­nen mehrere Mete­o­re auf einem Bild abge­bildet wer­den, auch wenn sie gar nicht gle­ichzeit­ig am Him­mel zu sehen waren. Auf diese Weise lassen sich die Stern­schnup­pen ein­er ganzen Nacht in ein­er einzi­gen Auf­nahme fes­thal­ten.

„Das Geheim­nis beim Fotografieren eines Mete­orschauers liegt nicht unbe­d­ingt darin, die teuer­ste Kam­era oder Ausstat­tung zu besitzen. Es kommt darauf an, gut vor­bere­it­et zu sein, die Ein­stel­lun­gen seines Geräts zu ver­ste­hen und genü­gend Geduld zu haben. Hat man einen dun­klen Ort gefun­den und den richti­gen Bil­dauss­chnitt gewählt, geht es vor allem ums Dran­bleiben! Manch­mal entste­hen die schön­sten Fotos genau dann, wenn man es am wenig­sten erwartet“, kom­men­tiert Robert Vanel­li.

Über Robert Vanelli und Luminar

Robert Vanel­li ist ein in Flori­da leben­der Sport- und Fotograf, Päd­a­goge und Autor. Nach ein­er erfol­gre­ichen Kar­riere als dreifach­er „Triple Crown“-Karate-Meister wandte sich Vanel­li dem Unter­richt in bilden­der Kun­st zu. Als erfahren­er Päd­a­goge hat Vanel­li Videos für LinkedIn Learn erstellt, Hun­derte von Artikeln ver­fasst, auf bedeu­ten­den Fotokon­feren­zen unter­richtet und zahlre­iche Pro­gramme für Fotografie und dig­i­tale Arbeitsabläufe entwick­elt, darunter „Click for Kids“. Derzeit ist er Direc­tor of Edu­ca­tion bei Sky­lum, leit­et Work­shops, schreibt für Photo­fo­cus und erstellt Tuto­ri­als für die Rei­he „Vanel­li and Friends“.

Lumi­nar ist eine KI-gestützte Foto­bear­beitungssoft­ware von Sky­lum und eine bekan­nte, kostengün­stigere Alter­na­tive zum Mark­führer Pho­to­shop. Lumi­nar ist vor allem eine KI-basierte Foto­bear­beitungssoft­ware, die fortschrit­tliche Tech­nolo­gien mit ein­er intu­itiv­en Benutze­r­ober­fläche verbindet und damit wirbt “pro­fes­sionelle Bild­bear­beitung für jeden zugänglich zu machen”. Die Soft­ware vere­int Werkzeuge für Landschafts‑, Porträt- und All­t­ags­fo­tografie in einem naht­losen Work­flow. Lumi­nar ist auf Desk­top, mobil und plat­tfor­müber­greifend ver­füg­bar.

 

Foto: Mirosław i Joan­na Bucholc from Pix­abay