Garbriele Stötzer: Dabei sein und nicht schweigen

Seit über fünf Jahrzehn­ten set­zt sich Gabriele Stötzer mit The­men wie Gerechtigkeit, Selb­st­bes­tim­mung und Geschlecht auseinan­der. Ihr eigen­er Kör­p­er spielt dabei oft eine zen­trale Rolle – nicht als Objekt, son­dern als Schau­platz von Wider­stand und fem­i­nis­tis­ch­er Selb­st­be­haup­tung. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Berlin­er Gropius Bau von Juni bis Dezem­ber 2026 die bis­lang größte insti­tu­tionelle Einze­lausstel­lung der Kün­st­lerin.

Gabriele Stötzers kün­st­lerische Prax­is ist untrennbar mit ihrem gesellschaftlichen und poli­tis­chen Engage­ment ver­bun­den: Wegen ein­er Unter­schrifte­nak­tion wurde sie 1976 mit dem Vor­wurf der „Staatsver­leum­dung“ in der DDR inhaftiert, woraufhin sie sich dem lit­er­arisch-kün­st­lerischen Unter­grund anschloss und später die Kün­st­lerin­nen­gruppe Erfurt mit­be­grün­dete. Viele ihrer Werke for­mulieren radikale Gege­nen­twürfe zu staatlich­er Repres­sion und Normierung, indem sie Gren­zen unter­wan­dern und Raum für Ver­let­zlichkeit und Sehn­sucht öff­nen.

Die Ausstel­lung unter­stre­icht mit rund 150 Arbeit­en die Vielfalt ihres exper­i­mentellen Schaf­fens zwis­chen Malerei, Lit­er­atur, Fotografie, Tex­tilkun­st, Super-8-Film, Per­for­mance und Aktio­nen im öffentlichen Raum – und ver­ste­ht sich als Impuls für die über­fäl­lige bre­it­ere Rezep­tion dieser weg­weisenden Kün­st­lerin.

Gabriele Stötzer ist auch eine der zen­tralen kün­st­lerischen Posi­tio­nen im Jubiläum­spro­gramm zum 75-jähri­gen Beste­hen der Berlin­er Fest­spiele. Für das Jubiläum hat Stötzer ein Plakat in exk­lu­siv­er Son­dered­i­tion gestal­tet, das im Onli­neshop erhältlich ist.

 

Quelle: bpar.Digital
Foto: Gabriele Stötzer, Die Aus­löschung eines Blicks – Ich trage meine Wun­den heute offen, 1983, Cour­tesy: Gabriele Stötzer, Foto: Heike Stephan © VG Bild-Kun­st, Bonn 2026