500 Nackte fahren beim Naked Bike Ride Berlin 2026 durch die Hauptstadt
Beim World Naked Bike Ride handelt es sich um eine Fahrrad-Demo, bei der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nackt, bzw. so be- oder entkleidet teilnehmen, wie sie sich selbst am Wohlsten fühlen. Verantwortlicher Veranstalter Ralf Sprenger betont: „Völlige Nacktheit ist ein Ausdruck von Toleranz und Selbstakzeptanz, Naturverbundenheit und Schutz der Umwelt, Inklusion und Vielfältigkeit sowie die Förderung des Naturismus als Kulturgut.“
Berlin als Austragungsort sei nicht nur in Bezug auf den ansässigen FSV Adolf Koch e. V. (einer der Gründerväter der FKK-Bewegung) der ideale Austragungsort, sondern auch wegen der Geschichte der Stadt, die 28 Jahre geteilt in Ost und West war, so Sprenger. Die Route quer durch die Stadt, bzw. auf der ehemaligen Mauergrenze solle als Symbol die Zusammenführung und Einheit zum Ausdruck bringen.
Die Nacktheit der Teilnehmer habe auch keinen sexuellen Bezug. Hierauf wurden alle Teilnehmer an dem World Naked Bike Ride Berlin 2026 nochmal ausdrücklich hingewiesen. Alle Teilnehmer sollten sich bitte sich im naturistischen Sinne zu verhalten, was vor allem heiße, einen positiven, respektvollen und friedlichen Umgang aller Demonstrierenden miteinander zu ermöglichen und zu unterstützen. Das taten dann auch alle.

Teilnehmer Thomas, nur im weißen Hemd, Achtzigerjahre-Krawatte und unten ohne, ist aus Leipzig angereist und erzählt uns: „Nach einer halben Stunde vergisst Du vollkommen, dass Du nackt bist. Und das Feeling, mit hunderten Leuten und von der Polizei geschützt, durch die Stadt zu radeln, ist einfach unglaublich.“
Der World Naked Bike Ride (WNBR) ist ein internationaler Fahrradprotest mit weitgehend nackten Teilnehmern. Die Veranstaltung findet seit 2001 regelmäßig jedes Jahr im Sommer in zahlreichen Städten auf der ganzen Welt statt. Der größte „Ride“ findet in London statt; die Gründungsstadt ist allerdings Saragossa in Spanien.
Bereits im Juni 2018 waren wir bei einem Naked Bike Ride in Berlin dabei. Damals gab es aber von den Behörden die Auflage, dass keine vollkommene Nacktheit gezeigt werden dürfe. Daran hielten sich damals die Teilnehmer zu Beginn der Demo. Einige wurden dann aber im weiteren Verlauf der Fahrt immer nackter. Schließlich stoppte die Polizei damals den Bike Ride, bis keiner mehr Naked und wieder alle züchtig bedeckt waren.
Dieses Mal wurde der nackte Organisator Ralf Sprenger an der Spitze des Naked Bike Rides links und rechts von einer Fahrradpolizistin und einem Fahrradpolizisten begleitet, die überaus freundlich drein sahen und mit der Nacktheit keine Probleme hatten. Selbstverständlich waren die Einsatzkräfte in Arbeitskleidung. Überhaupt hatten wir den Eindruck, dass die Berliner Polizei ihre gesamte Fahrradstaffel zum Sonntagsausflug mit dem Naked Bike Ride Berlin aufgeboten hatte. Und wie die Berliner Polizei eben so ist, waren die Beamtinnen und Beamten auch alle gut gelaunt und mit Spaß und Professionalität dabei. Nur wo die Polizisten und Polizistinnen dann am Sonntagmittag mitten im Treptower Park spontan Pizza als Verpflegung für sich herbekommen sollten, das war dann doch eine Herausforderung.
Bildergalerie
Im Treptower Park machte die Demo eine große Pause – Berlin zeigte sich wettermäßig von seiner heißesten Seite, bevor es dann weiter ging zum Ziel in Berlin Schönefeld. Wer sich die Route und die Endstation am Ende der Welt ausgedacht hat, war nicht ganz klar. Jedenfalls fuhr man nicht immer die vorher kommunizierte Strecke. Und ein Finale auf der grünen Wiese war der Sache auch eher unwürdig. Was schade war, denn so vergaben die Organisatoren die Chance auf wunderbare Bilder von nackten Radfahrern vor dem Reichstag und unter dem Brandenburger Tor. Marketingmäßig sehen wir da bei den Berliner Nacktradfahrern noch einiges Potenzial. Fragt doch mal bei den Kollegen vom CSD oder Rave the Planet in Berlin an, liebe Nacktradfahrer. Die wissen, wie man Aufmerksamkeit, schöne Bilder und Botschaft miteinander verbindet. Schauen wir mal, ob und wie es nächstes Jahr läuft.
Fotos: Günther Dorn / geniesserinnen.de / PIC ONE















