Mit Merkel war alles besser? Von wegen!

70. Geburtstag Angela Merkel

Angela Merkel wird heute 70 Jahre alt. 16 Jahre lenk­te sie die Geschicke der Nation und ist damit neben Hel­mut Kohl die Bun­deskan­z­lerin mit der läng­sten Amt­szeit in der Geschichte der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land. Während sich viele Bürger:innen zum Ende ihrer Kan­zler-Kar­riere einen poli­tis­chen Wan­del wün­scht­en, schauen die meis­ten Deutschen heute wehmütig auf die Zeit unter Angela Merkel zurück.

Wie die Sta­tista-Grafik auf Basis ein­er YouGov-Umfrage zeigt, sind rund 61 Prozent der Befragten Bundesbürger:innen der Mei­n­ung, dass sich die Ver­hält­nisse in Deutsch­land seit dem Ende von Merkels Amt­szeit ver­schlechtert haben.

Demge­genüber ste­hen nur etwa sieben Prozent, die denken die Lage habe sich zum Besseren entwick­elt. Für etwa ein Vier­tel der Befragten fühlt sich die Sit­u­a­tion im Grunde genau­so an wie während Merkels Amt­szeit.

Dabei sind Befragte unter 40 Jahren weniger pes­simistisch als die älteren Gen­er­a­tio­nen. In der Kohorte von 18–29 Jahren sagen “nur” etwa 48 Prozent es sei schlechter gewor­den, zwis­chen 30 und 39 Jahren sind es 47 Prozent.

 

Ein Blick aus geniesserinnen-Sicht:

Dass die Deutschen die “schöne Zeit” mit Angela Merkel ver­mis­sen, ist nachvol­lziehbar. Es war eine Zeit, in der sich möglichst wenig verän­dert hat. Kein Verän­derung sorgt für Sicher­heit. Denken wir. Frau kön­nte es auch eine Zeit der Stag­na­tion nen­nen. Nichts ging voran, ihrem Nach­fol­ger hat sie viele Baustellen hin­ter­lassen. Nen­nen als Merkel-Fehler will ich nur beispiel­haft:

- der Ver­fall der Infra­struk­tur
— das Kaputts­paren von Bahn und die Bun­deswehr
— die energiepoli­tis­che Abhängigkeit von Rus­s­land
— jede Art der Dig­i­tal­isierung wurde ver­schleppt und ver­hin­dert.

Gut war ihr Umgang mit der Bankenkrise, mit der Flüchtlingskrise 2015 (“Wir schaf­fen das”) und dass sie Deutsch­land aus jed­er Art von inter­na­tionalen Kon­flik­ten her­aus­ge­hal­ten hat. Dafür muss frau ihr auch dankbar sein.

Trotz­dem macht sich das Gefühl bre­it, die Merkel-Jahre waren lei­der auch ver­lorene Jahre.

 

Quelle/Grafik: sta­tista