Neugestaltung Sisi-Museum auf der Zielgerade

Die Neugestal­tung und Erweiterung des Sisi Muse­ums in der Wiener Hof­burg geht in die Ziel­ger­ade. Weit­ere Weiß­goldz­im­mer der kaiser­lichen Fam­i­lie Sind ab 19.11.2026 erst­mals im Rundgang durch das Sisi Muse­um der Öffentlichkeit zugänglich. Das Sisi Muse­um mit Kaiser­ap­parte­ments und Sil­berkam­mer zählt mit rund ein­er Mil­lion Besucherin­nen und Besuch­ern pro Jahr zu den zen­tralen Touris­ten­mag­neten der Wiener Hof­burg. Mit der aktuellen Neugestal­tung wer­den diese drei Bere­iche räum­lich und inhaltlich noch stärk­er verzah­nt.

Das Pro­jekt tritt nun in eine erste abschließende Phase. Die Restau­rierung der Räume ist abgeschlossen. In den kom­menden Monat­en erfol­gt die Ein­rich­tung der Ausstel­lungs­bere­iche sowie die Posi­tion­ierung der Exponate. Mit dem 19. Novem­ber 2026 ste­ht nun auch der Ter­min fest, an dem der neu gestal­tete Rundgang erst­mals zugänglich sein wird. Die Kosten der Neugestal­tung wer­den zur Gänze von der Schön­brunn Group aus eige­nen Erträ­gen und ohne Zuwen­dun­gen aus Bun­des- oder Lan­desmit­teln bestrit­ten.

Mit der Neugestal­tung schaf­fen wir ein zusam­men­hän­gen­des Muse­um­ser­leb­nis, das his­torische Räume der Hof­burg neu erschließt und die drei Bere­iche Sisi Muse­um, Kaiser­ap­parte­ments und Sil­berkam­mer enger miteinan­der verbindet“, sagt Klaus Pan­holz­er, Geschäfts­führer der Schön­brunn Group. „Der aktuelle Bau­fortschritt zeigt, dass sich das Pro­jekt auf der Ziel­ger­aden befind­et. Ab 19. Novem­ber 2026 kön­nen sich Besucherin­nen und Besuch­er über ein deut­lich erweit­ertes und mod­ernes Ange­bot freuen. Der erst­mals mögliche Rundgang erre­icht die zen­tralen Ziele der Neustruk­turierung: die Erhöhung der Sicher­heit und die Steigerung des Besucherkom­forts. Die neue Garder­obe für per­sön­liche Gegen­stände ist ein weit­er­er wichtiger Schritt sowohl für die Sicher­heit der Ausstel­lungsräume als auch für die Aufen­thalt­squal­ität“.

Die umfan­gre­ichen Restau­rierungs- und Umgestal­tungs­maß­nah­men sowie die Sich­er­stel­lung ein­er effizien­ten und zeit­gemäßen Nutzung mit erweit­ertem bar­ri­ere­freiem Zugang in das Muse­um stell­ten hohe fach­liche Anforderun­gen an die Exper­tin­nen und Experten“, ergänzt Alexan­der Pal­ma, Sek­tion­schef für Kul­turelles Erbe im Bun­desmin­is­teri­um für Wirtschaft, Energie und Touris­mus. „Als Eigen­tümervertreter sehe ich es daher als starkes Sig­nal, dass wir dank der engen, kon­struk­tiv­en Zusam­me­nar­beit aller Beteiligten, das von der Schön­brunn Group getra­gene Pro­jekt plan­mäßig voran­brin­gen und erfol­gre­ich zum Abschluss führen kön­nen.

Die Neugestal­tung rückt die Elis­a­beth-Samm­lung der Schön­brunn Group noch stärk­er in den Fokus. Die neu hinzugekomme­nen Räum­lichkeit­en ermöglichen kün­ftig nicht nur einen Rundgang durch das Muse­um, son­dern machen die Exponate aus dem Besitz und Umfeld Elis­a­beths in neuem Kon­text erleb­bar.

Viele der neu präsen­tierten Stücke stam­men – eben­so wie jene, die bere­its jet­zt im Sisi Muse­um gezeigt wer­den – aus dem per­sön­lichen Besitz der Kaiserin. Diese Objek­te erzählen nicht nur vom höfis­chen Leben, son­dern geben uns auch einen sel­te­nen Ein­blick in die pri­vate Welt Elis­a­beths. In der neugestal­teten Dauer­ausstel­lung wer­den die Besucherin­nen und Besuch­er eine andere Sicht auf Elis­a­beth ken­nen­ler­nen. Unter den Ausstel­lung­sob­jek­ten befind­en sich auch viele Neuer­wer­bun­gen, auf die man schon sehr ges­pan­nt sein kann“, erk­lärt Michael Wohl­fart, Kura­tor des Sisi Muse­ums, der auch mit der Erweiterung der Samm­lung der Schön­brunn Group betraut ist.

 

Durchgängiger Rundgang

In den ver­gan­genen Monat­en lag der Schw­er­punkt auf der baulichen Fer­tig­stel­lung der erweit­erten Muse­ums­bere­iche sowie der Umset­zung ein­er neuen Wege­führung. Durch die Inte­gra­tion zusät­zlich­er Räume ent­lang der Schau­fler­gasse wurde die Basis für einen durchgängi­gen Rundgang für Besucherin­nen und Besuch­er geschaf­fen. Ergänzend dazu wurde mit dem neuen Stiegen­haus im Marschall­hof eine zen­trale infra­struk­turelle Maß­nahme umge­set­zt, die sowohl die interne Erschließung verbessert als auch die bar­ri­ere­freie Nutzung des gesamten Rundgangs vere­in­facht.

Mit dieser Erweiterung wächst die Gesamt­fläche des Muse­ums um rund 700 m². Ins­ge­samt wur­den zwölf zusät­zliche Räume in den Rundgang durch das Sisi Muse­um inte­gri­ert, die die Grund­lage für eine inhaltliche Neuaus­rich­tung des Muse­ums bilden. Ziel ist es, die Lebenswelt von Kaiserin Elis­a­beth dif­feren­ziert­er darzustellen und zugle­ich die Verbindung zu den Kaiser­ap­parte­ments und zur Sil­berkam­mer stärk­er her­auszuar­beit­en.

 

Weißgoldzimmer erstmals für Gäste zugänglich

Ein zen­traler Bestandteil der Neugestal­tung sind die soge­nan­nten Weiß­goldz­im­mer. Fünf dieser barock­en Räume aus der Zeit des Rokokos wur­den restau­ri­ert und erst­mals in den Muse­um­srundgang inte­gri­ert. Es han­delt sich um bis­lang nicht öffentlich zugängliche Räume mit intimem Charak­ter, die der kaiser­lichen Fam­i­lie und ihrem Hof­s­taat als Rück­zug­sorte dien­ten. Mit ihrer hochw­er­ti­gen Ausstat­tung eröff­nen sie neue Ein­blicke in die höfis­che Wohnkul­tur und erweit­ern das bish­erige Besuch­ser­leb­nis wesentlich.

Derzeit präsen­tieren sich die Weiß­goldz­im­mer – eben­so wie die übri­gen neuen Ausstel­lungs­bere­iche – in restau­ri­ert­er Form, jedoch noch ohne muse­ale Ausstat­tung. Deren inhaltliche Bespielung erfol­gt in den kom­menden Monat­en. Dabei wer­den Vit­ri­nen errichtet, die Exponate darin platziert und die kura­torische Dra­maturgie des Rundgangs unter Berück­sich­ti­gung kon­ser­va­torisch­er Anforderun­gen fer­tiggestellt. „Die neu hinzugekomme­nen Weiß­goldz­im­mer wer­den das Besuch­ser­leb­nis in beson­der­er Weise bere­ich­ern, da sie eine bis­lang unbekan­nte und der Öffentlichkeit nicht zugängliche Seite der Hof­burg zeigen“, sagt Anna Mad­er-Kratky, Lei­t­erin der wis­senschaftlichen Abteilung der Schön­brunn Group. „Die räum­liche Erweiterung ermöglicht es uns zudem, deut­lich mehr Objek­te aus der Samm­lung der Schön­brunn Group zu inte­gri­eren und neue inhaltliche Schw­er­punk­te zu set­zen.

 

Blick in die Silberkammer

Par­al­lel zur Erweiterung des Sisi Muse­ums wird auch die Sil­berkam­mer neugestal­tet, in den Rundgang einge­bun­den und inhaltlich weit­er­en­twick­elt. Als weltweit größte Samm­lung höfis­ch­er Tafelkul­tur wird sie nun als inte­graler Bestandteil des Gesamter­leb­niss­es posi­tion­iert. Die Samm­lung der Bun­desmo­bilien­ver­wal­tung umfasst nicht nur wertvolles Porzel­lan und Kristall­gläs­er, prunk­volle Tafe­lauf­sätze und ‑ser­vice, son­dern auch ein­fach­es Küchengeschirr aus Kupfer aus den ehe­ma­li­gen Hofküchen. Das beein­druck­end­ste Exponat — der 30 Meter lange “Mailän­der Tafe­lauf­satz”, der zur Krö­nung Kaiser Fer­di­nands I. zum König des lom­bar­do-vene­tian­is­chen Kön­i­gre­ich­es 1838 ange­fer­tigt wurde – wird durch die neue Insze­nierung mod­ern und stil­voll in Szene geset­zt. „Mit dem Bewusst­sein, dass wir unseren Besucherin­nen und Besuch­ern eine im inter­na­tionalen Ver­gle­ich einzi­gar­tige Samm­lung näher­brin­gen, haben wir mit dem neuen Gestal­tungskonzept auf eine aus­gereifte mod­erne Muse­um­stech­nik geset­zt. Damit ermöglichen wir ihnen einen inno­v­a­tiv­en Ein­stieg in die The­men­welt der höfis­chen Tafelkul­tur sowie des kaiser­lichen Tafelz­er­e­moniells“, erk­lärt Ale­na Skra­banek, Kura­torin der Sil­berkam­mer.

 

Eigenfinanzierte Investition in das imperiale Erbe

Die Finanzierung des Pro­jek­ts erfol­gt voll­ständig durch die Schön­brunn Group und damit aus selb­st erwirtschafteten Mit­teln. Damit unter­stre­icht das Unternehmen seinen Anspruch, zen­trale Stan­dorte des impe­ri­alen Erbes eigen­ständig weit­erzuen­twick­eln und langfristig zu sich­ern. „Mit der Neugestal­tung des Sisi Muse­ums set­zen wir bewusst einen weit­eren Entwick­lungss­chritt für die Hof­burg als einen der wichtig­sten Kul­tur­stan­dorte Öster­re­ichs. Dass wir dieses Pro­jekt aus eige­nen Mit­teln real­isieren, zeigt, wie sehr wir uns der nach­halti­gen Weit­er­en­twick­lung und Ver­mit­tlung des impe­ri­alen Erbes verpflichtet fühlen“, sagt Klaus Pan­holz­er, Geschäfts­führer der Schön­brunn Group. „Bis dato wur­den rund 14 Mil­lio­nen Euro investiert. Die Gesamtkosten, sind abhängig von den Ergeb­nis­sen weit­er­er Befun­dun­gen und ste­hen erst nach dem Ende von Phase 2 fest“, so Pan­holz­er abschließend.

Es ist ein sehr her­aus­fordern­des Pro­jekt, zumal wir umfan­gre­iche Restau­rierun­gen und Umgestal­tun­gen in his­torischen Bere­ichen weit­ge­hend im laufend­en Betrieb durch­führen“, sagt Her­bert Pol­ster­er, stv. Direk­tor und Leit­er der tech­nis­chen Abteilung der Schön­brunn Group. „Das ist nur mit kom­pe­ten­ten und ver­lässlichen Part­nern – aber auch mit unseren Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern — möglich, denen unser Dank für die gute Zusam­me­nar­beit gilt“.

Mit der Eröff­nung am 19.11.2026 wird der neu gestal­tete Rundgang erst­mals zugänglich sein und ein zusam­men­hän­gen­des Muse­um­ser­leb­nis bieten, das his­torische Authen­tiz­ität mit zeit­gemäßer Ver­mit­tlung verbindet.

 

Über die Schönbrunn Group

Die Schön­brunn Group vere­int unter ihrem Dach die meist­be­sucht­en Kul­turgüter des impe­ri­alen Erbes Öster­re­ichs: das Schloss Schön­brunn, das Möbel­mu­se­um Wien, das Sisi Muse­um mit Kaiser­ap­parte­ments und Sil­berkam­mer in der Wiener Hof­burg sowie Schloss Hof mit Schloss Nieder­wei­den. Im Auf­trag der Repub­lik Öster­re­ich ist die Schön­brunn Group mit dem Erhalt und der Revi­tal­isierung des anver­traut­en Erbes sowie der Gestal­tung neuer Kul­turver­mit­tlungs­for­mate und Entwick­lung neuer Geschäfts­felder betraut. Die dafür notwendi­gen Mit­tel wer­den aus selb­st erwirtschafteten Erlösen aufge­bracht. Zulet­zt (2024) erre­ichte die Schön­brunn Group bei ein­er Gesamtbesucher:innenzahl von knapp 5 Mio. einen Umsatz von 92,06 Mio. Euro mit einem Jahre­sergeb­nis von knapp 13 Mio. Euro. Ins­ge­samt wur­den rd. 15,5 Mio. Euro in Restau­rierungs- und Instand­hal­tung­spro­jek­te investiert.

 

Foto: Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elis­a­beth | Gemälde von F. X. Win­ter­hal­ter | 1895 | Schloss Schön­brunn Kul­tur- und Betriebsges.m.b.H. / Sev­erin Wurnig