Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage 2025 für Karoline Preisler

Laudatio von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner

Der Zen­tral­rat der Juden in Deutsch­land hat den Paul-Spiegel-Preis für Zivil­courage am 5. Novem­ber 2025, an die Pub­lizistin und Aktivistin Karo­line Preisler vergeben. Zur Ver­lei­hung des Preis­es waren über 250 Gäste aus Poli­tik und Gesellschaft erschienen, die Lau­da­tio auf Preisler hielt die Präsi­dentin des Deutschen Bun­destages, Julia Klöck­n­er. 

Preisler wurde durch den Zen­tral­rat für ihr her­aus­ra­gen­des und langfristiges Engage­ment gegen Recht­sex­trem­is­mus, Anti­semitismus und Islamis­mus aus­geze­ich­net. Bere­its seit vie­len Jahren begleit­et Preisler Kundge­bun­gen im Umfeld von Recht­sex­trem­is­ten, soge­nan­nten Quer­denkern und Hamas-Anhängern. Dort posi­tion­iert sich Preisler als sicht- und wahrnehm­bare Gegen­stimme, die sich für den Erhalt demokratis­ch­er Errun­gen­schaften ein­set­zt und stets das Gespräch mit den Demon­stran­ten sucht. In den let­zten Jahren legte Preisler einen Schw­er­punkt ihres Han­delns auf die Freilas­sung der israelis­chen Geiseln aus der Gewalt der Ter­ro­ror­gan­i­sa­tion Hamas. Trotz ihres stets friedlichen Ein­satzes kann sie diesem Engage­ment nur noch unter Polizeis­chutz nachge­hen.

Der Paul-Spiegel-Preis für Zivil­courage wird seit 2009 durch den Zen­tral­rat der Juden in Deutsch­land vergeben und soll beson­dere Ver­di­en­ste um die Zivilge­sellschaft, im Kampf gegen den Hass und für die lib­erale Demokratie ehren.

 

Zentralrat-Präsident: Jeder einzelne kann den Unterschied machen

Dr. Josef Schus­ter, Präsi­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land, sagte über Karo­line Preisler: „Sie zeigt unser­er Gesellschaft mit ihrem Engage­ment: Jed­er Einzelne kann einen Unter­schied machen. Seit Jahren hält sie als Gegenred­ner­in denen, die unsere offene Gesellschaft so hart­näck­ig bekämpfen, den Spiegel vor. Dass sie sich von all den Wider­stän­den, die ihr begeg­nen, nicht hin­dern lässt, macht sie zu einem Vor­bild für uns alle. Mit der Ver­lei­hung des Paul-Spiegel-Preis­es für Zivil­courage wollen wir dieses Vor­bild nun beson­ders würdi­gen.

 

Julia Klöckner: Für außergewöhnlichen Mut, freundlichen Widerstand und für demokratische Werte

Karo­line Preisler hat gezeigt, dass ein kraftvoller Ein­satz für die Frei­heit auch als Einzelper­son möglich ist – lediglich mit einem bedruck­ten Papi­er. Für ihren außergewöhn­lichen Mut, ihren fre­undlichen Wider­stand und ihr uner­schüt­ter­lich­es Fes­thal­ten an demokratis­chen Werten hat sie diese Ausze­ich­nung ver­di­ent.“so Julia Klöck­n­er, Präsi­dentin des Deutschen Bun­destages

 

Karoline Preisler: Demokratie und Menschlichkeit muss täglich verteidigt werden

Die Preisträgerin Karo­line Preisler betonte: „Paul Spiegel verkör­perte Weisheit, Dia­log und uner­müdlich­es Engage­ment für eine starke Bürg­erge­sellschaft. Er glaubte an freie Men­schen und an Vielfalt. Sein Erbe mah­nt uns, dass Demokratie und Men­schlichkeit täglich durch Zivil­courage vertei­digt wer­den müssen – gegen Hass, gegen Aus­gren­zung und gegen das Vergessen. Für mich per­sön­lich ist dieser Preis eine Ehrung, eine Anerken­nung mein­er Überzeu­gun­gen, und ein Ans­porn, die Brücke zu Spiegels Vision von ein­er Gesellschaft, in der Men­schen­liebe und Weltof­fen­heit gestärkt wer­den, aufrechtzuer­hal­ten.“

 

Foto: Zen­tral­rat der Juden in Deustch­land / Gre­gor Matthias Zielke