Das war der BRIGITTE Award 2025

Mut kommt von Machen. Ob mit ihrem poli­tis­chen Ein­satz, ihrem Engage­ment im Gesund­heitswe­sen und in der Kun­st oder durch ihren Kampf für Inklu­sion oder finanzielle Gerechtigkeit: Die Preisträgerin­nen des diesjähri­gen Brigitte Awards sind der beste Beweis dafür, dass sich Hal­tung immer lohnt und Jour­nal­is­mus verän­dern kann.

Diese Botschaft war am Anfang 9. Okto­ber in der Ber­tels­mann Repräsen­tanz in Berlin über­all spür­bar — und ansteck­end. Oder wie es Funke-Ver­legerin und ‑Auf­sicht­sratsvor­sitzende Julia Beck­er, die Brigitte in ihrer Videobotschaft noch ein­mal her­zlich in der FUNKE-Fam­i­lie willkom­men hieß, auf den Punkt brachte: “Unab­hängige Medi­en sind das Fun­da­ment unser­er Gesellschaft. Sie schaf­fen Ori­en­tierung, fördern Debat­ten und geben eine Stimme, die wirk­lich gehört wird.

Gehört wur­den bei dieser Award-Ver­lei­hung von Brigitte und Ad Alliance die Stim­men stark­er Frauen. Mit einem Ehren­preis für ihren Mut und ihr poli­tis­ches Engage­ment wurde Juli­ja Nawal­na­ja aus­geze­ich­net. Die Witwe des im Feb­ru­ar 2024 im rus­sis­chen Straflager ver­stor­be­nen Oppo­si­tion­spoli­tik­ers Alex­ej Nawal­ny set­zt seit dem Tod ihres Mannes dessen Arbeit im Exil fort. Heute gilt Juli­ja Nawal­na­ja als das bekan­nteste Gesicht der rus­sis­chen Exilop­po­si­tion. Über­re­icht wurde der Ehren­preis von der preis­gekrön­ten Jour­nal­istin Pinar Ata­lay. Auf die Frage, was sie antreibe, fand Nawal­na­ja klare Worte. Hoff­nung gäben ihr die vie­len Men­schen auf der ganzen Welt, die sie unter­stützen wür­den. Men­schen, die sich gegen das Regime stell­ten und dafür im Exil oder weit­er­hin in Angst in Rus­s­land lebten. Und natür­lich “meine Kinder und das Ver­mächt­nis meines Mannes.”

Gerührt nahm auch Natal­ie Dedreux ihren Preis in der Kat­e­gorie “Macherin” ent­ge­gen. Als “Inclu­encerin” kämpft sie seit vie­len Jahren für mehr Teil­habe, Selb­st­bes­tim­mung und gegen Diskri­m­inierung. Ihr Weg ist ein Vor­bild für viele, die ein Chro­mo­som mehr besitzen als andere. Dedreux hat schon Angela Merkel in ein­er TV-Wahlare­na auf den Zahn gefühlt und ein Buch veröf­fentlicht (“Mein Leben ist doch cool!”). Klar ist: Das war nur der Anfang! Sie wolle weit­er “laut sein und für die Rechte von Men­schen mit Down-Syn­drom kämpfen.

Nicht lock­er­lassen und immer weit­er­ma­chen: Wie sich das auszahlt, zeigt auch der Weg von Juristin und “Mrs. Cum-Ex” Anne Brorhilk­er, Preisträgerin in der Kat­e­gorie “Future Econ­o­my”: Elf Jahre war sie Chefer­mit­t­lerin beim Cum-Ex-Steuer­be­trug und erlebte, dass sich die dick­sten Fis­che am geschick­testen ent­zo­gen. 2024 wech­selte sie die Seit­en und wurde Teil der “Bürg­er­be­we­gung Finanzwende”, ein­er NGO mit großen Zie­len: Das Finanzsys­tem soll fair­er, sta­bil­er und umwelt­fre­undlich­er wer­den. Als Co-Geschäfts­führerin stellt sie ihre Exper­tise sei­ther in den Dienst der All­ge­mein­heit — und Poli­tik wie Finan­zlob­by unbe­queme Fra­gen.

Auch Chefdiri­gentin Joana Mall­witz vom Berlin­er Konz­erthau­sor­ch­ester freute sich über die Ausze­ich­nung in der Kat­e­gorie “Mov­ing Cul­ture”. Mit 27 Jahren wird sie jüng­ste Gen­eral­musikdi­rek­torin Europas, mit 33 Jahren Diri­gentin des Jahres (laut Fachzeitschrift Opern­welt). Seit 2023 ist sie Chefdiri­gentin und kün­st­lerische Lei­t­erin des Berlin­er Konz­erthau­sor­ch­esters — und damit die erste und bish­er einzige Frau, die in der Haupt­stadt einem Sym­phonie- und Oper­norch­ester dieser Größe vorste­ht.

Was es heißt, sich für mehr Sicht­barkeit von Frauen stark zu machen, weiß auch Pro­fes­sorin Ute See­land, die an diesem Abend in der Kat­e­gorie “Female Health” geehrt wurde. Bis heute dient oft allein der männliche Kör­p­er als Blau­pause für Forschung, Ther­a­pi­en und Dosierun­gen und Ute See­land will das ändern. Seit 2024 hat sie in Magde­burg die erste Vol­lzeit-Pro­fes­sur für Gen­der­sen­si­ble Medi­zin an ein­er deutschen Hochschule inne. Daneben leit­et sie die Hochschu­lam­bu­lanz mit diesem Schw­er­punkt und engagiert sich auf allen Ebe­nen für Geschlechterg­erechtigkeit — in der Ver­sorgung eben­so wie in der Aus­bil­dung von Ärzt*innen. So hat sie unter anderem an ein­er Leitlin­ie mit­gear­beit­et, die die Behand­lung von Schwan­geren mit Herz-Kreis­lauf-Erkrankun­gen verbessert.

Verän­derung: Das ist auch der Motor von Eileen Rogge-Khal­louqi, Ini­tia­torin der “Run­ning Moms”, die sich über die Ausze­ich­nung in der Kat­e­gorie “Shero” freuen durfte. Bis vor sieben Jahren has­ste Eileen Rogge-Khal­louqi Sport. Denn wirk­lich weit kam sie als starke Raucherin nie. Dann drück­te sie nicht nur den Glimm­stän­gel für immer aus, son­dern begann mit regelmäßigem Lauf­train­ing. Kurz darauf grün­dete sie mit “Run­ning Moms” (the-running-moms.de) eine eigene Online-Lauf-Com­mu­ni­ty, die schnell wuchs: auf aktuell rund 4.000 Follower*innen und mehr als 540 reg­istri­erte Mit­glieder aus ganz Deutsch­land. Sie ermuti­gen Frauen jeden Alters zu Sport ohne Leis­tungs­druck und haben bei bun­desweit­en Spenden­läufen bere­its rund 40.000 Euro für Hos­pize und Kinder­hil­f­sor­gan­i­sa­tio­nen gesam­melt.

In der Kat­e­gorie “Shero” hat­te die Brigitte-Com­mu­ni­ty über die Siegerin entsch­ieden, in den anderen Kat­e­gorien eine Jury aus inspiri­eren­den Frauen wie Jan­i­na Kugel, Ver­e­na Ben­tele, Prof. Dr. Jut­ta All­mendinger, Ingrid Heis­ser­er, Natalya Nepom­nyashcha, Susan­na Rieth­müller, Jean­nette Gusko, Gil­da Sahe­bi, Ildikó von Kürthy und Mir­i­jam Trunk.

Promi­nente Gäste der Ver­anstal­tung waren unter anderem Pinar Ata­lay, Nazan Eck­es, Flo­rence Kasum­ba, Mil­ka Loff Fer­nan­des, Doris Dör­rie, Isabel Varell, Fran­ca Lehfeldt, Anas­ta­sia Barn­er, Julian Daynov, Kat­ja Kip­ping, Petra van Bre­men, Nadine Krüger, Anna von Boet­tich­er, Alexan­dra von Rehlin­gen, Julian­na Townsend, Phenix und Aline von Drateln.

Ein tre­f­fend­es Schluss­wort für diesen bewe­gen­den Abend fand Brigitte-Chefredak­teurin Susan­na Rieth­müller: “Der Award bewegt nicht nur Herzen, er bewegt Verän­derun­gen in der Gesellschaft. Ich danke dem wun­der­baren Brigitte-Team und allen Beteiligten, die diesen Abend zu diesem emo­tionalen Ereig­nis gemacht haben. Und ich danke vor allem den Preisträgerin­nen. Ihr habt uns alle inspiri­ert.

 

Über Brigitte und Ad Alliance

Brigitte ist Deutsch­lands führende cross­me­di­ale Frauen­marke aus dem Hause Funke Medi­en­gruppe. Ad Alliance ist die Ver­mark­tung­sein­heit von RTL Deutsch­land.

 

Brigitte wurde vor kurzem 70 Jahre alt. Hier find­et Ihr unseren Bericht dazu.

 

Foto: Franziska Krug/ BRIGITTE Award 2025 via Get­ty Images