Schülerin aus Leipzig gewinnt landesweiten Plakatwettbewerb gegen Alkoholmissbrauch

DAK-Präventionskampagne mit bundesweit rund 6.000 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern

„bunt statt blau“: Unter diesem Mot­to beteiligten sich im Früh­jahr bun­desweit rund 6.000 Schü­lerin­nen und Schüler am Plakatwet­tbe­werb der DAK-Gesund­heit gegen das soge­nan­nte Rauschtrinken bei Jugendlichen. In Sach­sen kommt das beste Plakat für die Präven­tion­skam­pagne der Krankenkasse von der 17-jähri­gen Maja Klemm von der Ober­schule Höl­tys­traße in Leipzig. Sie set­zte sich gegen rund 200 Teil­nehmerin­nen und Teil­nehmer im Freis­taat durch und wurde zusam­men mit den weit­eren Lan­dessiegerin­nen und ‑siegern in Dres­den geehrt. Sach­sens Sozialmin­is­terin Petra Köp­ping ist Schirmher­rin des Wet­tbe­werbs.

Das Mäd­chen in der blauen Flasche ist angeket­tet, doch teil­weise begin­nen sich die Ket­ten zu lösen. Das soll für die Hoff­nung ste­hen, dass es immer einen Ausweg gibt und man nie aufgeben darf. Die schwarzen Gestal­ten mit den hellen Augen sym­bol­isieren Grup­pen­zwang, neg­a­tive Gedanken und Prob­leme, die Jugendliche oft begleit­en, die aber durch den Alko­hol nicht ver­schwinden, son­dern größer wer­den. Sie sollen auch den Druck der Gesellschaft wider­spiegeln und wie schnell Jugendliche mit Prob­le­men abgestem­pelt wer­den“, beschreibt Maja Klemm die Idee hin­ter ihrem Plakat. Die bun­ten Fig­uren unten im Bild stün­den für „Fre­und­schaft, Gefüh­le, Unter­stützung und die Möglichkeit, sich gegen Alko­hol zu entschei­den, um sich sein eigenes ‚Bunt Sein‘ zu bewahren“, so Maja weit­er. Mit ihrer beein­druck­enden Arbeit gewann die 17-jährige Schü­lerin der Ober­schule Höl­tys­traße in Leipzig den Haupt­preis von 300 Euro.

Der zweite Platz ging an Anne Kurze (17) vom Hans-Erl­wein-Gym­na­si­um in Dres­den. Den drit­ten Rang belegte die 15-jährige Jes­si­ca Leon­hardt vom Evan­ge­lis­chen Schulzen­trum Leuk­ers­dorf aus Jahns­dorf im Erzge­birge. Den Son­der­preis „Junge Tal­ente“ erhielt die Teamein­re­ichung der Klassen­stufe sieben von der Freien Schule Lan­gen­berns­dorf in Wer­dau.

 

Sozialministerin: Jugendliche sollen über Risiken informiert sein

Sach­sens Sozialmin­is­terin und Schirmher­rin Petra Köp­ping: „Neues pro­bieren und Gren­zen testen, ist nor­mal für Jugendliche. Es ist eine Tat­sache, dass im All­t­ag Alko­hol lei­der beina­he über­all präsent ist. Jugendliche trinken im Schnitt schon mit 15,1 Jahren zum ersten Mal Alko­hol. Mit 16,2 Jahren trinken sie sich durch­schnit­tlich erst­mals in einen Rausch. Jugendliche sollen über die Risiken informiert sein, auch indem sie sich selb­st damit beschäfti­gen und auseinan­der­set­zen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Präven­tion­skam­pagne der DAK-Gesund­heit auch in diesem Jahr die Fol­gen des Alko­holkon­sums unter jun­gen Men­schen in den Mit­telpunkt stellt. Mein Dank gilt allen, die dieses Pro­jekt auch in diesem Jahr ermöglicht haben.

„Jugendliche ste­hen heute unter vielfältigem Druck – umso wichtiger ist es, frühzeit­ig über die Risiken von Alko­holmiss­brauch zu sprechen. Genau hier set­zt ‚bunt statt blau‘ an: Die Kam­pagne regt junge Men­schen dazu an, ihre Gedanken und Erfahrun­gen kreativ auszu­drück­en und sich kri­tisch mit dem The­ma auseinan­derzuset­zen. Die diesjähri­gen Plakate aus Sach­sen zeigen erneut ein­drucksvoll, wie offen und reflek­tiert sich Schü­lerin­nen und Schüler mit den Fol­gen von Rauschtrinken beschäfti­gen. Dieses Engage­ment macht Mut und bestärkt uns darin, unsere erfol­gre­iche Präven­tion­skam­pagne auch im kom­menden Jahr fortzuset­zen“, sagt DAK-Lan­deschef Ste­fan Wan­del.

 

Mitglieder der Landesjury

Zur „bunt statt blau“-Landesjury, die aus den ein­gere­icht­en Kunst­werken die Siegerplakate auswählte, gehörten:

  • San­dra Gock­el, Mit­glied des Säch­sis­chen Land­tages (CDU)
  • Jan Don­hauser, Erster Bürg­er­meis­ter und Beige­ord­neter für Bil­dung, Jugend und Sport der Lan­deshaupt­stadt Dres­den
  • Lina Zeeh, Vor­sitzende des Lan­dess­chüler­rats Sach­sen
  • Ralf Berg­er, Präsi­dent Lan­desamt für Schule und Bil­dung a.D.
  • Ste­fan Wan­del, Leit­er der DAK-Lan­desvertre­tung Sach­sen

 

Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

In Sach­sen ist die Zahl der betrof­fe­nen Kinder und Jugendlichen laut dem Sta­tis­tis­chen Lan­desamt gegenüber dem Vor­jahr um 8,7 Prozent auf 807 Fälle gesunken. Bun­desweit mussten 2024 rund 8.800 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alko­holmiss­brauchs in deutschen Kranken­häusern behan­delt wer­den. Das waren 5,3 Prozent weniger als im Vor­jahr. Mit diesem deut­lichen Rück­gang verze­ich­nete das Sta­tis­tis­che Bun­de­samt 2024 den niedrig­sten Stand von Klinikbe­hand­lun­gen auf­grund ein­er akuten Alko­holvergif­tung seit 2001.

 

Selbstgestaltete Plakate wirken

Die Plakate, die Schü­lerin­nen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestal­ten, sind für Gle­ichal­trige beson­ders ein­drucksvoll: Das Insti­tut für Ther­a­pie- und Gesund­heits­forschung (IFT-Nord) in Kiel hat in ein­er umfan­gre­ichen Studie die Wirkung der selb­st gemal­ten Plakate im Ver­gle­ich zu kon­ven­tionellen Warn­hin­weisen unter­sucht. Dem­nach ver­stärken die von Kindern und Jugendlichen gestal­teten „bunt statt blau”-Plakate bei jun­gen Men­schen die Wahrnehmung, dass Alko­holkon­sum schädlich ist. Sie haben eine stärk­er sen­si­bil­isierende Wirkung als tra­di­tionelle, eher an Erwach­sene gerichtete Warn­hin­weise.

Im Mai wählt eine Bun­desjury mit dem Sucht- und Dro­gen­beauf­tragten der Bun­desregierung, Hen­drik Streeck, dem DAK-Vor­stand­schef Andreas Storm und den Exper­tin­nen und Experten vom IFT-Nord die Bun­des­gewin­ner­in­nen und Bun­des­gewin­ner 2026. Die Bun­dessiegerehrung find­et am 2. Juni in Berlin statt.

 

17 Jahre „bunt statt blau“

„bunt statt blau – Kun­st gegen Komasaufen“ 2026 ist bere­its die siebzehnte Auflage des kreativ­en Plakatwet­tbe­werbs. Ins­ge­samt haben seit 2010 über 149.000 Schü­lerin­nen und Schüler an der Aktion teilgenom­men, die im Dro­gen- und Sucht­bericht der Bun­desregierung als beispiel­hafte Präven­tion­skam­pagne genan­nt wird. Sie ist seit April 2010 von der Europäis­chen Kom­mis­sion zer­ti­fiziert und erhielt zahlre­iche Ausze­ich­nun­gen. Weit­ere Infor­ma­tio­nen zum Wet­tbe­werb gibt es in allen Ser­vicezen­tren der DAK-Gesund­heit oder im Inter­net unter www.dak.de/buntstattblau.