Teamwork im Verborgenen: Hülsenfrüchte düngen sich selbst

Von der Wurzel bis zum Teller punkten Leguminosen gleich doppelt

Aus gutem Grund gel­ten Hülsen­früchte als Geheimtipp für eine aus­ge­wo­gene Ernährung. Acker­bohnen, Süßlupinen, Körnererb­sen und Sojabohnen liefern hochw­er­tiges pflan­zlich­es Eiweiß sowie viele Bal­last­stoffe. Sie sind in Europa und somit auch in Deutsch­land und Öster­re­ich region­al ver­füg­bar. Was viele allerd­ings nicht wis­sen: Beim Anbau ver­sor­gen sie sich auf natür­liche Weise selb­st mit dem für das Wach­s­tum benötigten Stick­stoff. Möglich wird dies durch eine Art Koop­er­a­tion mit Boden­bak­te­rien, eine Beson­der­heit der Hülsen­früchte, die sie weit­ge­hend unab­hängig von Min­er­aldünger macht.

Eine Symbiose, die viel Düngemittel einspart

Möglich wird dies durch eine Beson­der­heit der Hülsen­früchte, die in der Fach­welt als Legu­mi­nosen beze­ich­net wer­den: Sie leben in Sym­biose mit Boden­bak­te­rien, den soge­nan­nten Rhi­zo­bi­en. Diese winzi­gen Ver­bün­de­ten besiedeln die Wurzeln der Pflanzen und binden Stick­stoff direkt aus der Boden­luft. “Wer eine Acker­bohne aus­gräbt, kann an den Wurzeln charak­ter­is­tis­che kleine Knöllchen erken­nen”, sagt Fabi­an von Beesten, Experte für den Anbau von Legu­mi­nosen. “Hier leben die Rhi­zobak­te­rien, die Stick­stoff aufnehmen und für die Pflanze ver­füg­bar machen.” Üblicher­weise muss min­er­alis­ch­er Stick­stoffdünger auf den Ack­er aus­ge­bracht wer­den. Dessen Her­stel­lung ist energiein­ten­siv und set­zt viel Kohlen­diox­id frei. Hülsen­früchte dage­gen ver­sor­gen sich selb­st. Das spart Energie, senkt Emis­sio­nen und ver­ringert die Abhängigkeit von teuren Düngemit­teln.

 

Auch nach der Ernte wirkt der natürliche Dünger weiter.

Die Pflanzen­rück­stände bleiben auf dem Ack­er zurück”, erk­lärt von Beesten. Im Boden ste­ht somit ein Stick­stoffdünger zur Ver­fü­gung, der auch für die Fol­gekul­turen sehr wertvoll ist. “Wenn man zum Beispiel nach ein­er Acker­bohne Weizen anbaut, kann man auch beim Weizen nochmal erhe­blich Stick­stoffdünger sparen.” Die Legu­mi­nosen verbessern zusät­zlich die Boden­struk­tur und fördern das Boden­leben, ein wichtiger Baustein für eine nach­haltige Land­wirtschaft.

 

Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung

Ernährungswis­senschaft­lerin­nen und ‑wis­senschaftler empfehlen, Hülsen­früchte im Rah­men ein­er gesun­den, pflanzen­be­ton­ten Ernährungsweise regelmäßig auf den Speise­plan zu set­zen: Sie liefern nicht nur viel Eiweiß, son­dern machen lange satt und kön­nen dazu beitra­gen, den Blutzuck­er­spiegel sta­bil zu hal­ten. Und natür­lich lassen sich Körnererb­sen, Acker­bohnen, Süßlupinen und Sojabohnen auf vielfältige Weise zubere­it­en, ob als herzhafter Acker­bohnen-Ein­topf, bunte Körnererb­sen-Bowl oder Auf­strich aus Süßlupinen. Unter www.dieviervonhier.eu etwa gibt es viele weit­ere Infor­ma­tio­nen und Rezept­tipps.

 

Quelle: DJD
Foto: DJD/WPR Com­mu­ni­ca­tion