The Nudes of Istanbul – Ausstellung in Berlin

The Nudes of Istanbul: Ein vierzehnjähriges kollektives Aktfotografie-Projekt aus Istanbul eröffnet in der „Die Akt Galerie Berlin“ (3. bis 19. Juli 2026)

The Nudes of Istanbul ist eine Gruppenausstellung und ein englischsprachiges Fotobuch, das vom Berliner Fotografen Burak Bulut Yıldırım kuratiert wurde. Das Projekt bringt zwischen dem 3. und 19. Juli 2026, dem Freitag, den 3. Juli um 19:00 Uhr, vierzehn Fotografen und drei Modellautoren in die Öffentlichkeit in der Die Akt Galerie, Berlin. Alle Arbeiten wurden in den letzten vierzehn Jahren in Istanbul hergestellt, viele mit türkischen Modellen, die in der Kunst-Aktfotografie arbeiten, in einer langjährigen Studiopraxis, die auf realen Körpern, kontrolliertem Licht, physischen Materialien und ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung basiert.

Eine vierzehnjährige Praxis aus Istanbul, heute öffentlich in Berlin

Die Akt Galerie Berlin präsentiert vom 3. bis 19. Juli 2026 die Akten von Istanbul, eine Gruppenausstellung, die erstmals eine vierzehnjährige kollektive Kunst-Nude-Fotografie-Praxis aus Istanbul in die Öffentlichkeit bringt. Die Ausstellung wurde vom Berliner Fotografen, Künstler und Pädagogen Burak Bulut Yıldırım kuratiert und versammelt vierzehn Fotografen, deren Arbeiten in Istanbul in einer langjährigen Studiostruktur produziert wurden, die sich um Lichtdesign, Bühnenbau, Modellrichtung, physische Materialien und kamerabasierte Autorenschaft dreht.

Alle Ausstellungsarbeiten wurden in den letzten vierzehn Jahren in Istanbul hergestellt, viele mit türkischen Modellen, die in der Kunst-Aktfotografie arbeiten. Der Ort ist kein unwichtiges Detail: Das Projekt entstand in einem sozialen Klima, in dem die öffentliche Sichtbarkeit von Nacktbildern immer schwieriger geworden ist, aber diese Schwierigkeit nicht in ein Spektakel verwandelt. Es behandelt das soziale Gewicht des nackten Körpers als eine der Bedingungen, unter denen die Arbeit hergestellt wurde.

 


The Nudes of Istanbul / İstanbul’un Çıplakları
vom 3. bis 19. Juli 2026
Ort: Die Akt Galerie, Krossener Str. 34, 10245 Berlin, Deutschland
Eröffnung: Freitag, 3. Juli 2026, 19:00 Uhr
Galeriezeiten: Freitag-Sonntag, 15:00-19:00
Eintritt: frei
Kurator: Burak Bulut Yıldırım
14 Fotografen, fünf Frauen
Modell-Autoren: Zeynep Renda, Su Yeşil, Marmelat


 

Das Projekt wächst aus Yıldırıms fast zwanzig Jahren Arbeit mit dem Akt als künstlerischem Thema. In dieser Zeit hat er mit Hunderten von Modellen gearbeitet und Hunderttausende von Nude-Art-Rahmen produziert, während er körperbasierte Fine-Art-Arbeiten in mehreren europäischen Kontexten ausstellt, darunter Berlin, London, Heilbronn, Zürich, Barcelona, Rom, Thessaloniki und Istanbul. Seit der Eröffnung seines ersten Studios in Istanbul im Jahr 2005 hat Yıldırım über körperbasierte Fine-Art-Projekte, Fotografenausbildung und von Kuratoren geleitete Produktionsumgebungen gearbeitet. In den letzten vierzehn Jahren hat er diese Disziplin durch konzeptionelle Akt-Kunst-Workshops übertragen und mit Hunderten von Fotografen über verschiedene visuelle Prämissen, Lichtstrukturen und Studiosituationen hinweg gearbeitet. Die vollständige Projektseite befindet sich unter burakbulut.org/the-nudes-of-istanbul.

Warum Berlin: Das Eröffnungskapitel der öffentlichen Verbreitung

Berlin wird hier nicht als neutraler europäischer Rahmen verwendet. Es ist eine Stadt, in der sich Körper, Migration, Sexualität, Bildkultur und künstlerische Freiheit bereits in aktiven öffentlichen Verhandlungen befinden. Die Akt Galerie bietet einen präzisen Kontext, weil ihr Programm der kunstfotografischen Arbeit am Körper gewidmet ist. Die Ausstellung zieht daher nicht als exotisches Thema nach Berlin. Es bringt eine Praxis, die in Istanbul hergestellt wird, an einen Ort, an dem sie in einem breiteren Gespräch über Fotografie, Zustimmung, Autorschaft, Migration, Sichtbarkeit und die Politik des sichtbaren Körpers gelesen werden kann.

Berlin ist das erste Kapitel der öffentlichen Verbreitung des Projekts. Nach der Berliner Präsentation soll The Nudes of Istanbul durch Buchpräsentationen, Ausstellungen, öffentliche Gespräche, institutionelle Kooperationen und akademisches Programm in der Türkei und ausgewählten europäischen Städten fortgesetzt werden.

Wie die vierzehn Fotografen ausgewählt wurden

Die vierzehn Fotografen wurden nicht durch einen offenen Anruf ausgewählt. Sie wurden aus einem kollektiven Feld ausgewählt, das in vierzehn Jahren kuratorischer fotografischer Produktion in Istanbul gebildet wurde. Die Selektion basierte auf der Kontinuität der Partizipation, der technischen und visuellen Kohärenz, der Unterscheidungskraft der fotografischen Entscheidungsfindung und der Fähigkeit der Arbeit jedes Fotografen, zu einem kollektiven Körper beizutragen, ohne sich darin aufzulösen. Die teilnehmenden Fotografen sind keine Assistenten oder Dokumentatoren der Szene eines anderen. Sie sind Fotografen, deren Unterschiede in Rahmen, Distanz, Rhythmus, Zurückhaltung und psychologischer Temperatur durch gemeinsame Arbeitsbedingungen sichtbar werden.

Die teilnehmenden Fotografen sind Adem Tayfun Eser, Burak Özcan, İbrahim Cem Özoral, Didem Okumuş, Enis Onur, Mehmet Akif Yalın, Mehmet Naci Demirkol, Mertkan Hergül, Meryem Aydın, Neslihan Bilginer, Nevra Topalismailoğlu, Ozan Fünf der vierzehn sind Frauen. In einem Bereich, dessen aufgezeichnete Ausstellungsgeschichte bis vor kurzem überwiegend männlich war, ist diese Zahl kein symbolisches Detail. Sie verändert die interne Architektur des Projekts.
Die Position des Kurators und die Frage der Urheberschaft

 

„In dieser Ausstellung geht es nicht um die Türkei. Sie stammt aus der Türkei. Der Körper in diesen Fotografien sind real, das Licht ist real, und die Menschen, die in diesem Licht standen, sind Teil der Geschichte des Werks.“
— Burak Bulut Yıldırım, Kurator, Berlin, 2026

 

Über Burak Bulut Yıldırım

Burak Bult Yildirim ist Fotokünstler mit Sitz in Berlin und  seit 2005 Vollzeitfotograf. Er ist Sony Europe Imaging Ambassador (2018–2026), Mitglied im Berufsverband der Porträtfotografen (BPP) und Inhaber eines „International Artist“-Ausweises der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK). Über vierzehn Jahre hinweg entwickelte Burak Bulut Yıldırım die konzeptionellen Räumlichkeiten, Lichtumgebungen, Gussentscheidungen, Bühnenstrukturen und materiellen Bedingungen, durch die die Fotografien entstanden sind. Das endgültige Bild gehört jedoch dem einzelnen Fotografen: zu Rahmen, Distanz, Timing, Aufmerksamkeit, tonale Entscheidung und Moment der Befreiung. Diese Teilung der Urheberschaft wird nicht als eine Schwäche behandelt, die verborgen werden muss. Es ist das Arbeitsmodell selbst. Gemeinsame Bedingungen löschen die Autorenschaft nicht aus; sie machen Unterschiede in Aufmerksamkeit, Framing, Distanz, Rhythmus und psychologischer Temperatur sichtbarer.

Yıldırıms langfristige Verwendung von kontrolliertem Licht, physikalischem Material, Modellrichtung, UV-reaktiven Pigmenten, reflektierenden Oberflächen, Langzeitbelichtung, optischer Verzerrung und Studio-gebauten visuellen Räumlichkeiten bildet den konzeptionellen und technischen Boden, aus dem sich dieses Projekt entwickelte. Seine kuratorische Linie wurde zuvor 2015 in LandsNude in der Artcore Gallery in Thessaloniki präsentiert. Die Nudes of Istanbul erweitert diese kuratorische Linie in eine größere Publikations- und Ausstellungsstruktur.

 

Titel- und Artikelfoto: Umut Altun