Mit einer Einführung von Philippe Garner, einem Interview zwischen Gert Elfering und Matthias Harder sowie einem Sammlerstatement von Nicola Erni (Verlosung)
Der Londoner Verlag Phaidon stellt mit Helmut Newton: One-off ein besonderes Buch vor – eine Reproduktion des einmaligen Albums, das der Fotograf 1999 zusammenstellte. Es umfasst über 100 Fotografien, jeweils auf Karton montiert und mit Newtons eigenen Bleistiftanmerkungen versehen. One-off präsentiert dieses außergewöhnliche Album vollständig, im Originalformat und mit vielen seiner bekanntesten – sowie einigen bislang nie gezeigten – Bilder.

Der deutsch-australische Fotograf Helmut Newton (1920–2004) zählt zu den ikonischsten Modefotografen der Welt. Inspiriert vom expressionistischen Kino, Film noir und Surrealismus, war Newton ein ungemein produktiver Bildschöpfer und Visionär, dessen mutige Arbeiten die moderne Fotografie und Bildkunst entscheidend mitprägten.
Das Buch: Helmut Newton One-off
Es begab sich in 1999: Da stellte Newton gemeinsam mit seinem Freund Gert Elfering ein „One-off“-Fotoalbum zusammen: Acht einzigartige Polaroids, 16 chromogene Abzüge und 79 Gelatinesilberabzüge – jeweils auf einen Karton montiert und mit Newtons eigenen Bleistiftanmerkungen versehen.Und genau das zeigt One-off, diese bemerkenswerte Sammlung vollständig und im originalen Albumformat. Das zweisprachig auf Deutsch und Englisch veröffentlichte Buch versammelt eine Auswahl von Newtons eindrucksvollen Schwarzweißfotografien und farbigen Polaroids. Ikonische Serien stehen dabei im Mittelpunkt – etwa Big Nudes, seine Auftragsarbeiten für Vogue und anderer Magazine.
Und natürlich darf auch die Zusammenarbeit mit Yves Saint Laurent, aus der die Aufnahme der Le-Smoking-Jacke hervorging – eines der berühmtesten Modefotos aller Zeiten, nicht fehlen. Eröffnet wird der Band mit einer Einführung des renommierten Fotospezialisten Philippe Garner, der das Album 2001 versteigerte. Zudem enthält er ein aufschlussreiches Interview zwischen Matthias Harder, Direktor der Helmut Newton Foundation, und Gert Elfering, dem Fotokunstsammler, der das One-off-Album gemeinsam mit Newton zusammenstellte.
Statt im klassischen Studio zu arbeiten, zog Newton es vor, vor Ort zu fotografieren: Seine Bilder führen durch glamouröse Hotels, die Straßen des Pariser Marais und den luxuriösen Poolside-Glamour Hollywoods. Der Band vereint zudem prominente Persönlichkeiten aus Kunst, Mode und Film – darunter Jerry Hall, Iman, Lisa Lyon, Andy Warhol, Brigitte Nielsen und Raquel Welch. One-off ist ein außergewöhnliches Sammlerstück eines der bedeutendsten Modefotografen der Welt.

Zwei Ausstellungen in Berlin: Rooms / Stages und Helmut Newton‘s One-off Album
Und das Buch erscheint begleitend zu einer Ausstellung in der Newton Foundation in Berlin, die jetzt eröffnet und alle im Album enthaltenen Originalfotografien zeigen wird. Hier kommt also wieder Berlin ins Spiel: Wann immer Ihr in nächster Zeit einen Berlinbesuch plant, geht in die Newton Foundation am Zoologischen Garten. Dort im ersten Stock gibt es ab dem 5. Juni 2026 zwei neue Ausstellungen: Rooms / Stages und Helmut Newton‘s One-off Album. In den vorderen Räumen findet Ihr die Werke von einem Dutzend KünstlerInnen zum Thema Raum und Bühne, der Hauptraum wird zum gleichen Thema mit riesigen Motiven von Helmut Newton bespielt. Dieser Teil der Gruppenausstellung Rooms / Stages leitet über zum hinteren Ausstellungsraum, wo ein einzigartiges Fotoalbum von Newton erstmals in Berlin präsentiert wird. Auch in dieser Auswahl finden sich Aufnahmen, die die Transformation eines Raumes in eine Bühne visualisieren und damit beide Ausstellungen miteinander verbindet.
Ausstellungen Rooms/Stages und Helmut Newtons On-Off-Album
5. Juni – 15. November 2026
Newton Foundation
Museum für Fotografie
Adresse
Jebensstrasse 2
D – 10623 Berlin
Telefon: +49 30 3186 4825
Öffnungszeiten
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag 11 – 19 Uhr
Donnerstags 11 – 20 Uhr
Montags geschlossen
Das Museum und die Ausstellungsräume sind barrierefrei zugänglich.
Eintrittspreise
12 EUR
6 EUR ermäßigt
Auf die Ausstellung Rooms / Stages muß frau sich etwas einlassen. Nicht sofort wird einem der Bezug zu Helmut Newton ins Auge springen. Die Ausstellungsmacher habe eine interssante Konstellation an Fotografien zusammengestellt, die auch im weitesten Sinne das Thema „Dem Leben eine Bühne bieten“ abhandeln.
Darunter z. B. Bilder von Jana Sophia Nolle und ihrer Fotoserie Living Room. Sie mixt in ihren Bildern zwei völlig unterschiedliche gesellschaftliche Schichten und Welten – und schafft mit ihren augenöffnenden Fotografien etwas völlig Neues, eine Art sozialdokumentarisches Interieur. Betroffen von der tiefen Kluft zwischen Arm und Reich, studierte die Fotografin die Behausungen der zahlreichen Obdachlosen dieser Stadt, baute sie nach – und in die bürgerliche Wohnung hinein. Dann fotografierte sie diese Konfrontation der beiden Welten.
In der Folge öffneten weitere wohlhabende Bürger der Stadt ihre Wohnräume für diese ungewöhnliche gesellschaftliche Versuchsreihe, und auch in Berlin konnte Nolle ihre Sequenz fortsetzen. Und so schaut Ihr in dieser Ausstellung in unterschiedliche bürgerliche Wohnungen mit Designerstücken und handgeknüpften Teppichen, deren durchdachtes gestalterisches Gesamtkonzept durch die re-arrangierten Obdachlosen-Behausungen temporär, aber radikal gestört wird. Ob jetzt die Obdachlosen den Reichen eine Bühne bieten oder umgekehrt, frau weiß es nicht.
Oder die Berliner Künstlerin Anna Lehmann-Brauns: Sie fotografierte unterschiedlichste Gay-Clubs in San Francisco, nachdem die Besucher die Räume verlassen hatten. Frau meint, in den nunmehr leeren Räumen weiterhin deren Anwesenheit zu spüren. Auch kleine Bühnen für Musikshows finden sich in diesen Clubs, teilweise mit viel Lametta drumherum. Gleichzeitig ahnen wir bei der Betrachtung von Anna Lehmann-Brauns Aufnahmen die sinnliche Lebensfreude solcher Orte während der Öffnungszeiten. Gleichwohl ist es kein voyeuristischer Blick in die Clubs der LGBT+ Bewegung, sondern ein künstlerisch-dokumentarischer.
Ihr seht, der Begriff „Bühne“ wird hier schon etwas weiter gespannt, vielleicht auch strapaziert, um etwas Gemeinsames mit Newton zu finden. Andererseits sehen wir das als einen Versuch im Hause Newton, sich weiter zu öffnen, neue Ideen und Konzepte zuzulassen und nicht gar so monothematisch den großen Meister Newton zu huldigen. Das Thema Polaroid-Bilder wird seit einiger Zeit etwas überstrapaziert – aber was soll man als Ausstellungsmacher machen, wenn man auf einem ganzen Haufen dieser Polas sitzt und diese ganz oder teilweise dazu beitragen können zu verstehen und zu erleben, wie Helmut Newton sah, probierte und konzipierte. Heraus kommt ein Kontrast aus überdimensionalen Wandbildern und im Vergleich dazu winzigen Polaroids. Also, nicht vergessen: Berlin -> Newton-Ausstellung besuchen. Und schreibt uns, wie es war!
Helmut Newton: One-off
Gebundene Ausgabe – Illustriert
Sprachen: Deutsch und Englisch
Herausgeber : Phaidon Press
144 Seiten
ISBN: 978-1837291519
Abmessungen: beachtliche 28.07 x 1.91 x 36.07 cm
Preis: 59,95 EUR
Über die Beteiligten
Nicola Erni ist ein Sammler von zeitgenössischer Kunst und Fotografie sowie der Gründer der Nicola Erni Collection (Schweiz), zu der auch das Fotoalbum One-off gehört.
Philippe Garner ist Fotografiespezialist, Auktionator und Kurator. Von 1970 bis 2004 war er beim Auktionshaus Sotheby’s tätig und trug maßgeblich dazu bei, den modernen Auktionsmarkt für Fotografie zu etablieren. Anschließend wechselte er zu Christie’s, wo er bis 2016 als International Head of Photography sowie für Decorative Arts and Design des 20. Jahrhunderts verantwortlich war. Heute setzt Garner seine Laufbahn als Fotograf, freier Berater und Autor fort.
Gert Elfering ist Unternehmer und Kunstsammler mit Schwerpunkt Modefotografie. Seine Sammlungen zeugen von einem sicheren Blick für Modeikonen, Ästhetik und zeitgenössische Kultur – mit Arbeiten von Richard Avedon, Irving Penn und Helmut Newton. 1997 war er an der Gründung der Galerie Camera Work in Berlin beteiligt. 2013 kuratierte er eine Sonderauktion zum Thema Kate Moss – The Collection. Damit war er nicht nur als Käufer auf dem Kunstmarkt aktiv, sondern brachte seine Expertise auch als Kurator, Spezialist und Fotohändler ein.
Matthias Harder ist seit 2004 Senior Curator und Direktor der Helmut Newton Foundation in Berlin. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre als Gastkurator am Fotomuseum München sowie als Direktor des Kunstvereins Glückstadt. Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie und gehört dem Beirat des European Month of Photography an. Zudem veröffentlicht Harder regelmäßig Beiträge in Kunstzeitschriften, Büchern und Ausstellungskatalogen.
Und Phaidon ist ein weltweit führender Verlag für die kreativen Künste – mit über 1.500 lieferbaren Titeln. Gemeinsam mit den einflussreichsten Künstlerinnen und Künstlern, Köchinnen und Köchen, Autorinnen und Autoren sowie Vordenkerinnen und Vordenkern entstehen innovative Bücher zu Kunst, Fotografie, Design, Architektur, Mode, Essen und Reisen sowie reich illustrierte Kinderbücher. Phaidon hat seinen Hauptsitz in London und New York City.
Dieses wunderbare Buch bekommt Ihr in der Ausstellung in Berlin, natürlich in Eurer Lieblingsbuchhandlung um die Ecke, hier online und dann noch einmal bei uns in der Verlosung.
Verlosung
Cover und Buchauszüge: Phaidon

