Berlin Fashion Week: #DAMUR präsentiert für SS27 Ride Chaos

Und das Motto „Break the gravity“ | Drop-in in den Skatepark, der Laufsteg neu definiert

Man könnte es eine Modenschau nennen – doch das würde dem Erlebnis nicht gerecht werden. Für Frühling/Sommer 2027 präsentierte #Damur am 04.07.2026 seine neue Kollektion Ride Chaos – break the gravity nicht auf einem makellos weißen Laufsteg, sondern im rauen Betonherzen der Skatehalle Berlin während der Berlin Fashion Week.

Eingebettet in Techno Sluts, ein zehnstündiges Fashion-Rave-Erlebnis, bei dem Mode, Körper, Bass, Skateboards, Schweiß, Risiko und Gemeinschaft zu einer einzigen Bewegung verschmolzen. Es gab keine höfliche Distanz zwischen Publikum und Laufsteg. Keine unantastbare Bühne. Keine perfekte Fashion Bubble. Skater durchquerten den Raum. Tänzer trugen den Rhythmus weiter. Models bewegten sich im Spannungsfeld der Musik. DJs bestimmten die Atmosphäre. Die Gäste beobachteten die Kollektion nicht nur – sie waren Teil des Chaos, mittendrin statt nur dabei. Und genau darum ging es.

Denn Mode darf heute nicht nur schön sein. Sie muss sich bewegen. Sie muss fallen. Sie muss wieder aufstehen. Sie muss Lärm, Geschwindigkeit, Druck, Körper, Kameras, Kultur und Widersprüche aushalten – und die unbequeme Frage stellen, wer überhaupt Raum einnehmen darf.„, scheibt uns #Damur.

Mit dem Motto „Ride Chaos – break the gravity“ verwandelte #Damur den Runway in eine lebendige Fragestellung.

Langweilige Mode ist nicht harmlos – sie bringt Menschen dazu, nichts mehr zu fühlen. Mit SS27 wollte ich diese Schwerkraft durchbrechen: Mode sollte schwitzen, stürzen, begehren, sich erholen und sich wieder gefährlich lebendig anfühlen
— Damur Huang, Gründer & Creative Director von #Damur

 

 

Der Runway in drei Akten

Die Show war als kontinuierliche Steigerung von Bewegung inszeniert: Sie begann mit Tanz, verdichtete sich im Walk der Models und gipfelte im Skateboarding. Von Beginn an wurde die Kollektion nicht als statische Abfolge von Looks präsentiert, sondern als eine Sequenz von Körpern in Bewegung. Tänzer eröffneten die Show und übersetzten den Beat in körperliche Spannung, Rhythmus und Entladung. Ihre Bewegungen verliehen der Kollektion vom ersten Moment an einen eigenen Puls.

Diese Energie setzte sich fort, als sich die Performance in einen direkteren Walk verdichtete. Die Models durchquerten den Skatepark mit kontrollierter Intensität und ließen Silhouetten, Cut-outs, Layerings und technische Details durch Bewegung statt durch Stillstand wirken. Die finale Sequenz führte die Kollektion zu ihrem unmittelbarsten Ausdruck. Skater durchquerten den Raum mit Geschwindigkeit, Risiko, Instabilität, Aufprall und Erholung und versetzten die Looks genau in jene Welt, für die sie entworfen wurden.

 

 

Zum Abschluss kehrten Tänzer, Models und Skater gemeinsam auf den Runway zurück und vereinten die unterschiedlichen Ebenen der Performance zu einem gemeinsamen Bild. Was als einzelne Formen der Bewegung begann, verschmolz nach und nach zu einem kollektiven Rhythmus, bis schließlich der gesamte Cast gemeinsam im Zentrum des Raumes tanzte.

Anschließend wandte sich Damur an das Publikum und sprach über Chaos, Schwerkraft und das Konzept hinter SS27. Er lud die Gäste ein, ihre Rolle als Zuschauer hinter sich zu lassen und Teil der Party zu werden – wodurch der letzte Moment des Runways unmittelbar in die Party überging. Mit Glitzerkonfetti über dem Skatepark löste sich die Show schließlich im Rave auf. Gäste, Models, Tänzer, Skater und die #Damur-Community bewegten sich gemeinsam auf einer Tanzfläche und verwandelten die Skatehalle Berlin in eine intensive Techno-Party.

 

 

SCHWERKRAFT DURCHBRECHEN

Wenn frühere Kollektionen von #Damur hinterfragten, wie Mode aussieht, stellt RIDE CHAOS – BREAK THE GRAVITY die Frage, wie Mode sich bewegt. Der Ausgangspunkt dieser Saison war das Aufeinandertreffen zweier unerwarteter Welten: Ballett und Skateboarding. Nicht Ballett als Sinnbild von Romantik. Nicht Skateboarding als bloßes Stilmittel. Sondern zwei körperliche Disziplinen, geprägt von Wiederholung, Druck, Balance, Schmerz, Risiko und dem unerschütterlichen Willen des Körpers, nicht aufzugeben.

Die eine Welt trainiert den Fall zu verbergen. Die andere macht den Fall zum Stil. In diesem Spannungsfeld fand #Damur die Sprache von SS27: eine Kollektion über Körper, die in Bewegung bleiben wollen, während die Welt sie unaufhörlich nach unten zieht.

Ballett zeigt sich in gestreckten Proportionen, verlängerten Silhouetten, vergrößerten Bundlösungen, gedoppelten Details, vielschichtigen Konstruktionen und Formen, die den Eindruck eines Körpers vermitteln, der über seine eigenen Grenzen hinausgreift. Doch #Damur verherrlicht keine Perfektion. Die Präzision wird unterbrochen. Die Eleganz bekommt Kratzer. Die klare Linie wird durchbrochen.

Die Skatekultur zeigt sich in übergroßem Tailoring, lässigen Hosen, skulpturaler Outerwear, Second-Skin-Pieces, verkürzten Konstruktionen, technischen Shorts, flexiblen Layerings und Kleidungsstücken, die dafür geschaffen wurden, auf Bewegung zu reagieren, statt sie einzufrieren. Cut-outs machen den Körper zugleich verletzlich und kraftvoll. Tunnelzüge, Stretch-Einsätze, gepolsterte Formen und dynamische Nähte sorgen dafür, dass sich jeder Look mit jedem Schritt, jeder Drehung, jedem Sprung, jedem Sturz und jeder Erholung verändert. Das Ergebnis ist keine Sportswear, die allein der Funktion dient. Es ist Bewegung als Haltung.

 

 

DIE #Damur-HANDSCHRIFT: NEON-ANATOMIE, RAVE PROTECTION UND VERSPIELTE GEFAHR

Visuell entwickelt SS27 eine unverwechselbare #Damur-Sprache der Bewegung. Neonorangefarbene Paspeln zeichnen den Körper nach wie Geschwindigkeitsspuren, elektrische Adern, Skate-Spuren und Warnsignale. Chromoberflächen reflektieren die Intensität des Lichts und lassen den Körper zugleich geschützt, exponiert, futuristisch und verletzlich erscheinen. Cut-outs öffnen die Kleidungsstücke wie Druckpunkte.

Cropped Tops, Second-Skin-Layer, skulpturale Jacken, gewickelte Röcke, technische Shorts, übergroße Schals, verzierte Krawatten, markante Caps und Herzmotive erschaffen eine Welt, in der Sanftheit und Aggression im selben Look koexistieren. Karomuster treffen auf Plaids. Pink kollidiert mit Orange. Silber durchbricht Schwarz. Fließende lilafarbene Grafiken stehen im Kontrast zu technischen Sportswear-Silhouetten. Nichts ist ruhig – und doch ist nichts zufällig.

Das ist kein Minimalismus. Das ist kontrollierte Reizüberflutung. Eine Rave-Uniform nach dem Aufprall. Ein Ballettkörper, hineingeworfen in einen Skatepark. Eine genderfluide Rüstung für Menschen, die sich weigern zu verschwinden. Mode hat sich schon immer beim Sport bedient. In dieser Saison dreht #Damur dieses Verhältnis um. Nicht der Körper passt sich dem Kleidungsstück an. Das Kleidungsstück muss mit dem Körper mithalten.

Mode als Kultur – nicht als Verwaltung

Ride Chaos – break the gravity war zugleich eine Herausforderung an die Modebranche selbst. Saison für Saison verlangt die Mode nach Neuem – und belohnt doch allzu oft dieselben sicheren Rituale: ein makelloser Raum, ein sitzendes Publikum, perfektes Licht, ein kontrolliertes Bild und höflicher Applaus. Sie spricht über Kultur, Jugend, Nachtleben, Bewegung, Queerness, Rebellion und Gemeinschaft – doch häufig erst dann, wenn all das so weit geglättet wurde, dass es sich problemlos konsumieren lässt. #Damur wollte diese Kräfte zurück in den Raum holen, bevor sie zur bloßen Dekoration werden. In den Skatepark. In den Rave. In den Körper. In den Sturz. In den Schweiß. In den Sound.

Denn wenn Mode zu sauber, zu kontrolliert, zu inszeniert und zu ängstlich vor echten Körpern wird, hört sie auf, Kultur zu sein. Dann wird sie zur Verwaltung. Für SS27 stellte #Damur deshalb eine andere Frage: Kann Mode Menschen heute noch bewegen? NIcht nur Einkleiden. Nicht nur fotografieren. Sondern bewegen.

 

 

 

Kein Club hat diesen Floor

Techno Sluts war kein bloßes Rahmenkonzept – es war der Motor des gesamten Events. Kuratiert von Damur Huang verwandelte das zehnstündige Programm die Skatehalle Berlin in ein kulturelles Ökosystem, in dem Runway, Rave, Performance, Skateboarding, Food, Musik und Community gleichberechtigt nebeneinander existierten. Den Auftakt machte Ceață, dessen hypnotischer Techno den Raum mit einer ersten Schicht aus Spannung erfüllte.

Anschließend folgte Damur mit einem persönlichen DJ-Set und übersetzte die emotionale Architektur von #Damur in Klang. Nach der Runway-Show verdichtete Alienata die Atmosphäre mit Electro, Acid, Detroit Techno und industrieller Härte. Mit ihrem Hybrid-Set steigerte Schwefelgelb die Intensität des Raumes weiter, bevor Paul Ray den zehnstündigen Takeover mit einer vollständig live und in Echtzeit erzeugten Modular-Performance abschloss. Die Musik begleitete die Show nicht. Sie trat mit ihr in einen Dialog. Sie trieb sie voran. Sie zog sie mit sich.

Jedes Set wurde Teil des Nervensystems der Kollektion. Jeder Beat veränderte die Wahrnehmung der Looks. Jeder Mensch im Raum wurde Teil des Gesamtbildes. Mit jeder Stunde gewann das Event weiter an Intensität. Bässe hallten durch den Beton, der Boden vibrierte unter der Menge, und Momente kollektiver Euphorie breiteten sich im gesamten Raum aus. Am Ende war TECHNO SLUTs weit mehr als ein Programm aus Performances und DJ-Sets. Es wurde zu einem gemeinsamen emotionalen Raum, getragen von Musik – einem Ort, an dem Mode, Klang und Community im selben Rhythmus verschmolzen.

Genau dorthin möchte #Damur Mode führen: nicht zurück in den stillen, kontrollierten Raum, sondern dorthin, wo Kultur tatsächlich entsteht. Nicht Mode als Dekoration. Mode als Reibung. Mode als Nachtleben. Mode als Bewegung. Mode als Gemeinschaft. Mode als Risiko.

 

 

Eine Stadt hat das Chaos mitgestaltet

Ein Projekt wie RIDE CHAOS – BREAK THE GRAVITY funktioniert nur, wenn hinter der Vision auch eine tragfähige Struktur steht. In der Skatehalle Berlin entstand diese mit der Unterstützung von Partnern, die verstanden haben, dass es sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Runway-Show handelte. Görner & Schweizer Berlin verantwortete die technische Produktion und schuf mit Sound, Licht und der Live-Inszenierung die Grundlage dafür, dass sich das Chaos präzise entfalten konnte. Paul Mitchell Germany übersetzte die Dynamik der Kollektion in Hair-Stylings, die Geschwindigkeit, Haltung und Charakter in den Raum trugen.

Auch hinter den Kulissen folgte die Produktion ihrem eigenen Rhythmus. Milano Vice versorgte das Backstage mit frischer Pizza, während Neulich Bier das Event mit alkoholischem und alkoholfreiem Bier bereicherte und dem Tag einen typisch Berliner Anstoß verlieh.

Auch die Food-Partner waren weit mehr als Catering – sie wurden Teil der Atmosphäre. Home of Dumplings, Nachbar aus Kreuzberg und langjähriger Favorit des #Damur-Teams, brachte handgemachte Dumplings in den Skatepark. Guten Dag Korean Fried Chicken ergänzte den Tag mit seiner knusprigen, lokalen und energiegeladenen Handschrift. Gemeinsam ließen sie das Event weniger wie eine geschlossene Branchenveranstaltung und vielmehr wie ein lebendiges Berliner Zusammenkommen wirken.

Und weil Techno Sluts zugleich die Zukunft der Nightlife-Community in den Mittelpunkt stellte, unterstützten QRUSH und WERZ das Event als Community-Partner und arbeiteten gemeinsam mit #Damur am offiziellen Aftermovie. Jeder Partner brachte etwas Echtes ein: Sound, Licht, Hair-Styling, Food, Bier, Erinnerungen und Bewegung. Keine Dekoration. Infrastruktur.

 

Fotos: Rene Cziczinski und Klaus Broßler / geniesserinnen.de