Schicksalsschläge verbinden, Vertrauensbrüche trennen

Neun von 10 Paaren kennen Krisen

Krankheit, Job­ver­lust oder Trauer – fast jedes Paar erlebt Phasen, in denen äußere Umstände die Beziehung auf die Probe stellen. Was das wirk­lich bedeutet, zeigt die ElitePart­ner-Studie 2026: 86 Prozent der 4.350 befragten Liierten haben in ihrer aktuellen Beziehung min­destens eine ern­sthafte Belas­tung­sprobe erlebt. Die Dat­en deck­en Über­raschen­des auf: Die häu­fig­sten Krisen sind sel­ten tren­nungsrel­e­vant. Beziehungsin­terne Kon­flik­te kom­men deut­lich weniger vor, bedro­hen aber häu­figer den Kern der Beziehung.

Belastungsproben sind die Regel, nicht die Ausnahme

Das Rank­ing der erlebten Belas­tun­gen führen fast auss­chließlich externe Ereignisse an. Gut jedes dritte Paar (36 Prozent) ging in der aktuellen Beziehung bere­its durch gesund­heitliche Krisen. Fast genau­so viele ken­nen Trauer und den Ver­lust nah­este­hen­der Men­schen (35 Prozent) oder starke beru­fliche Über­las­tung (31 Prozent). Beziehungsin­terne Kon­flik­te tauchen im Ver­gle­ich dazu sel­ten auf: Nur knapp jedes sech­ste Paar (17 Prozent) hat einen Ver­trauens­bruch erlebt. Noch sel­tener sind auseinan­der­drif­tende Leben­sziele (15 Prozent) oder Dif­feren­zen beim Kinder­wun­sch (9 Prozent). Doch genau diese sel­te­nen Kon­flik­te wiegen in ihren Kon­se­quen­zen weitaus schw­er­er.

Schicksal schweißt zusammen – Verrat trennt

Fragt man nach der erlebten Belas­tung, dreht sich das Bild um. Selb­st tief­greifende Schick­salss­chläge gefährden die Beziehung kaum: Nur gut 1 von 100 Beziehun­gen (1 Prozent) stand nach einem Trauer­fall fast vor der Tren­nung, bei gesund­heitlichen Prob­le­men sind es knapp 3 von 100 (3 Prozent). Paare hal­ten in solchen Phasen offen­sichtlich sehr zusam­men.

Ganz anders sieht es bei beziehungsin­ter­nen Kon­flik­ten aus: 4 von 10 Betrof­fe­nen (40 Prozent) standen nach einem Ver­trauens­bruch, wie Untreue oder einem ver­schwiege­nen Geheim­nis, fast vor der Tren­nung. Zudem emp­fand mehr als ein Drit­tel der Betrof­fe­nen (37 Prozent) das als sehr belas­tend. Doch auch andere Kon­flik­te brin­gen Paare an den kri­tis­chen Punkt kurz vor der Tren­nung. Nach dem Ver­trauens­bruch fol­gen auseinan­der­drif­tende Leben­sziele (13 Prozent) und unter­schiedliche Vorstel­lun­gen zu Kinder­wun­sch und Fam­i­lien­pla­nung (11 Prozent). Was diese Kon­flik­te verbindet: Sie lassen sich nicht durch gemein­sames Durch­hal­ten lösen, denn sie stellen die gemein­same Zukun­ft grund­sät­zlich infrage.

Die stillen Dauerstressoren: Finanzen und Sexflaute

Geld­prob­leme und fehlende Intim­ität nehmen eine Son­der­rolle ein. Sie belas­ten Paare extrem, führen aber sel­ten zur sofor­ti­gen Tren­nung. Finanzielle Schwierigkeit­en erlebte gut jedes fün­fte Paar (22 Prozent). Fast jedes zweite betrof­fene Paar (48 Prozent) stuft sie als sehr belas­tend ein – der höch­ste Einzel­w­ert aller abge­fragten Kat­e­gorien. Den­noch stand nur bei knapp 7 von 100 Paaren (7 Prozent) die Beziehung deshalb vor dem Aus. Auch eine Sexflaute (31 Prozent) oder unter­schiedliche Bedürfnisse nach Nähe (27 Prozent) sind häu­fig erlebte Her­aus­forderun­gen. Dabei empfind­en fast 4 von 10 der betrof­fe­nen Paare diese bei­den The­men als sehr belas­tend (35 Prozent). Eine Tren­nung ste­ht jedoch nur in sel­te­nen Fällen im Raum. Sie wirken somit eher als stiller Dauer­stress, der sich schle­ichend im Beziehungsall­t­ag fest­set­zt.

Frauen tragen mehr Last — und ziehen früher die Reißleine

In fast allen Kat­e­gorien bericht­en Frauen häu­figer von Belas­tungser­fahrun­gen als Män­ner. Am deut­lich­sten aus­geprägt ist der Unter­schied bei ungle­ich­er Rol­len­verteilung in Beruf, Haushalt und Kinder­be­treu­ung: Jede vierte Frau (25 Prozent) ken­nt diesen Kon­flikt aus ihrer aktuellen Beziehung – bei Män­nern ist es nur knapp jed­er Siebte (14 Prozent). Auch bei Ver­trauens­brüchen verzei­hen Frauen sel­tener. Fast jede zweite betrof­fene Frau (47 Prozent) stand danach kurz vor der Tren­nung. Bei den Män­nern war es nur knapp jed­er Dritte (31 Prozent). Zudem empfind­en 3 von 10 Män­nern einen Ver­trauens­bruch als wenig oder gar nicht belas­tend (30 Prozent). Bei den Frauen teilt nur knapp jede sech­ste diese Ein­schätzung (17 Prozent).

Je länger zusammen, desto krisenfester sind Paare

Mit dem Alter verän­dert sich, wie stark Krisen an der Beziehung rüt­teln. Junge Paare reagieren deut­lich exit-bere­it­er: Fast jede:r zweite 18- bis 29-Jährige (46 Prozent) stand nach einem Ver­trauens­bruch fast vor der Tren­nung – bei den 60- bis 69-Jähri­gen ist es nur knapp jede:r Dritte (31 Prozent). Ähn­lich bei finanziellen Schwierigkeit­en: Während fast jedes achte junge Paar (12 Prozent) deshalb fast auseinan­derg­ing, ist es bei den Ältesten nur noch 1 von 30 (3 Prozent).

Psychologin und ElitePartner-Expertin Lisa Fischbach:

„Externe Krisen wie Krankheit oder der Ver­lust nah­este­hen­der Men­schen fordern das Paar gemein­sam her­aus. Bei­de kön­nen in den Wir-Modus schal­ten und sich gegen­seit­ig stützen. Deshalb gefährden solche Belas­tun­gen die Beziehung kaum. Sie verbinden, statt zu tren­nen. Ein Ver­trauens­bruch löst eine andere Dynamik aus. Er wird nicht den äußeren Umstän­den, son­dern der Ver­ant­wor­tung des Part­ners oder der Part­ner­in zugeschrieben. Die per­sön­liche Kränkung wiegt schw­er, denn ein der­ar­tiger Bruch wird als absichtliche, ver­mei­d­bare Entschei­dung erlebt. Das erschüt­tert das Ver­trauen. Paare brauchen keine kon­flik­t­freie Beziehung – sie brauchen Ver­lässlichkeit.”

 

Foto: Elite Part­ner