Startups: Rückgang bei Gründerinnenquote

Potenziale von Diversität besser nutzen

Der 12. Deutsche Start­up Mon­i­tor zeigt, dass die Grün­derin­nen­quote mit 18,8 % weit­er­hin auf einem niedri­gen Niveau liegt und erst­mals nach Jahren des kon­tinuier­lichen Anstiegs rück­läu­fig ist (2023: 20,7 %).

Ein Grund kön­nte die Zurück­hal­tung von Ver­brauch­ern sein, die es Star­tups im B2C-Bere­ich schw­er­er macht. Frauen sind in diesem Bere­ich über­pro­por­tion­al vertreten. Auch die Vere­in­barkeit von Fam­i­lie und Beruf hat in Deutsch­land wenig Fortschritte gemacht.

Wir müssen die Poten­ziale von Diver­sität bess­er nutzen. Auch wenn die Sicht­barkeit und Sen­si­bil­ität für das The­ma in den let­zten Jahren gestiegen sind, zeigen die neuesten Entwick­lun­gen, dass tief­ere struk­turelle Verän­derun­gen notwendig sind,” so Dr. Kati Ernst, stel­lvertre­tende Vor­standsvor­sitzende beim Start­up-Ver­band (Foto). „Wir müssen drin­gend Mut­ter­schutz für Selb­ständi­ge ermöglichen, das Eltern­geld an die Lebenswirk­lichkeit von Selb­st­ständi­gen anpassen und die Abset­zbarkeit von Kinder­be­treu­ungskosten erhöhen. Das ist gesellschaftlich nötig, aber vor allem ein Gebot wirtschaftlich­er Ver­nun­ft.

Außer­dem wurde auch der Anteil von Gründer*innen mit Ein­wan­derungs­geschichte erhoben, der bei 17,8 % liegt und damit die wichtige Rolle von Zuwan­derung für den Start­up-Stan­dort Deutsch­land unter­stre­icht. Inter­na­tionale Mitar­bei­t­ende machen im Schnitt fast ein Drit­tel (30,8 %) der Belegschaften aus, während in 34,9 % der Star­tups Englisch als Arbeitssprache genutzt wird – im inter­na­tionalen Hotspot Berlin kom­men 42,3 % der Mitar­bei­t­en­den aus dem Aus­land und bei 55,8 % ist Englisch Arbeitssprache.

Für das deutsche Start­up-Ökosys­tem sind Top-Tal­ente aus aller Welt enorm wichtig. Wir ste­hen im harten inter­na­tionalen Wet­tbe­werb und müssen deshalb best­mögliche Anreize schaf­fen, damit sie auch wirk­lich zu uns kom­men. Die in der Wach­s­tum­sini­tia­tive angekündigte zeitlich befris­tete Senkung der Einkom­menss­teuer für neue aus­ländis­che Fachkräfte sollte schnell­st­möglich umge­set­zt wer­den“, so Ernst. „Außer­dem müssen unsere Visaver­fahren schneller, dig­i­taler und ein­heitlich­er wer­den. Zudem soll­ten wir Englisch als zweite Amtssprache ein­führen und der Welt zeigen, dass wir es mit ein­er aktiv­en Willkom­men­skul­tur ernst meinen.

 

Foto: Start­up Ver­band / Patrycia Lukas