Gesunde Ernährung im Krankheitsfall aber auch sonst

Acht Tipps, die zeigen, worauf es bei der Ernährung wirklich ankommt

Eine medika­men­töse Ther­a­pie, ins­beson­dere unter inkret­inbasierten Wirk­stof­fen, kann für viele Men­schen mit Adi­posi­tas ein Wen­depunkt sein: weniger Hunger, oft weniger „Food Noise”, mehr Kon­trolle über Blutzuck­er und Gewicht. Doch mit dem reduzierten Appetit und der ver­langsamten Mage­nentleerung verän­dert sich auch, was und wie gegessen wer­den sollte. Wer hier klug vorge­ht, kann nicht nur den Ther­a­pieer­folg unter­stützen, son­dern auch typ­is­chen Beschw­er­den wie Übelkeit oder Völ­lege­fühl von vorn­here­in vor­beu­gen.

Hier haben wir für Euch acht Tipps, die zeigen, worauf es bei der Ernährung wirk­lich ankommt.

1. Regelmäßig essen, statt Mahlzeiten ausfallen zu lassen

Auch wenn der Hunger fehlt: Mahlzeit­en soll­ten nicht ein­fach aus­ge­lassen wer­den. Empfehlenswert sind drei feste, kleinere Mahlzeit­en am Tag, jew­eils mit ein­er guten Por­tion Eiweiß. Wer merkt, dass selb­st das zu viel ist, kann auf vier bis fünf kleinere Mahlzeit­en umsteigen. Häu­figere, dafür kleinere Por­tio­nen wer­den unter der Ther­a­pie oft bess­er ver­tra­gen als der Ver­such, drei große Mahlzeit­en zu bewälti­gen.

2. Auf stark verarbeitete Lebensmittel und Zucker verzichten

Fer­tig­pro­duk­te, Chips, Kekse, gezuck­erte Früh­stücksce­re­alien und Fer­tigsaucen enthal­ten oft zu viel Fett, Zuck­er und Salz und liefern gle­ichzeit­ig wenig Nährstoffe. Süße Zwis­chen­mahlzeit­en sind zudem echte Kalo­rien­bomben, ohne richtig satt zu wer­den. Wer auf der­ar­tige Snacks möglichst verzichtet, hält den Blutzuck­er­spiegel sta­bil­er und ver­mei­det unnötige Ver­dau­ungs­be­las­tung.

3. Eiweiß bei jeder Mahlzeit mitdenken

Aus­re­ichend Eiweiß zu essen, unter­stützt nicht nur die Sät­ti­gung, son­dern hil­ft auch, Muskel­masse während der Gewichtsab­nahme zu erhal­ten. Als Richtwert gilt für viele Men­schen unter medika­men­tös­er Ther­a­pie eine Zufuhr von etwa einem bis 1,5 Gramm Pro­tein pro Kilo­gramm Kör­pergewicht täglich. Gute Quellen sind Fisch, Eier, Geflügel, fet­tarme Milch­pro­duk­te sowie pflan­zliche Alter­na­tiv­en wie Bohnen, Erb­sen, Lin­sen und Vol­lko­rn­pro­duk­te. Rotes und stark ver­ar­beit­etes Fleisch soll­ten dage­gen nur in Maßen auf dem Speise­plan ste­hen.

4. Ballaststoffreich essen, aber vorsichtig herantasten

Gemüse, Vol­lko­rn­pro­duk­te und zuck­er­armes Obst unter­stützen die Ver­dau­ung und wirken meist lange sät­ti­gend. Zu Beginn der Ther­a­pie oder bei empfind­lichem Magen-Darm-Trakt lohnt sich jedoch eine schrit­tweise Steigerung, etwa bei beson­ders bal­last­stof­fre­ichen Lebens­mit­teln wie Hafer­flock­en oder Hülsen­frücht­en, um Blähun­gen zu ver­mei­den.

5. Auf hochwertige Fette setzen, statt Fett komplett zu streichen

Nicht jedes Fett ist gle­ich: Ungesät­tigte Fette aus Raps- und Olivenöl, Nüssen, Samen, Avo­ca­do oder fet­tre­ichem Fisch wie Lachs sor­gen für eine lan­gan­hal­tende Sät­ti­gung und unter­stützen den Fettstof­fwech­sel – im Unter­schied zu frit­tierten oder stark ver­ar­beit­eten Fet­ten. Als grobe Ori­en­tierung soll­ten Fette ins­ge­samt nicht mehr als rund 30 Prozent der täglichen Kalo­rien­zu­fuhr aus­machen, wobei die Qual­ität der Fette wichtiger ist als die reine Menge.

6. Langsam essen und gut kauen – die Zeit gibt den Takt vor

Da die Mage­nentleerung unter der Ther­a­pie ver­langsamt ist, braucht der Kör­p­er länger, um Sät­ti­gung zu sig­nal­isieren. Faus­tregel: für eine kleinere Mahlzeit rund 20 Minuten Zeit ein­pla­nen, für eine größere Mahlzeit eine halbe Stunde. Wer langsam isst, gut kaut und aufhört zu essen, bevor er sich richtig satt fühlt, reduziert das Risiko für Völ­lege­fühl und Übelkeit erhe­blich.

7. Fettige und frittierte Speisen meiden – der häufigste Übelkeits-Auslöser

Fett ver­langsamt zusät­zlich die Mage­nentleerung. Da die Ther­a­pie genau diesen Effekt gezielt nutzt, um das Sät­ti­gungs­ge­fühl zu unter­stützen, kön­nen sehr fet­tre­iche Speisen diese Wirkung über­mäßig ver­stärken. Kom­men bei­de Effek­te zusam­men, entste­hen häu­fig Übelkeit, Blähun­gen und Unwohl­sein. Zu den größten Aus­lösern zählen Frit­tiertes, Fast Food, Pommes, paniertes Fleisch, cremige Saucen und sehr fet­tre­iche Käs­esorten. Als grobe Ori­en­tierung gilt: Einzelne Mahlzeit­en mit viel Fett wer­den meist unter der Ther­a­pie deut­lich schlechter ver­tra­gen.

8. Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke reduzieren

Alko­hol reizt die Magen­schleimhaut zusät­zlich und kann beste­hende Neben­wirkun­gen ver­stärken. Auch kohlen­säure­haltige und zuck­er­re­iche Getränke soll­ten eher gemieden wer­den, da sie Blähun­gen und Völ­lege­fühl fördern kön­nen. Zum Durstlöschen eignen sich am besten stilles Wass­er oder ungesüßte Tees – über den Tag verteilt, nicht erst bei aufk­om­men­dem Durst­ge­fühl.

Auch mit der besten Ernährungsstrate­gie lassen sich Neben­wirkun­gen nicht immer ganz ver­mei­den – vor allem in den ersten Wochen und bei ein­er Dosis­steigerung sind Magen-Darm-Beschw­er­den häu­fig, wer­den aber im Ver­lauf bei vie­len Men­schen wieder schwäch­er. Die wichtig­sten Sofort­maß­nah­men im Überblick:

  • Bei Übelkeit auf leicht verträgliche Lebens­mit­tel set­zen: Zwieback, Toast, Reis, Kartof­feln, Brühe, Banane, Apfel­mus oder Mel­one sind im Nor­mal­fall gut verträglich. Ein Spazier­gang nach dem Essen kann zusät­zlich das Wohlbefind­en fördern.
  • Bei Durch­fall und Erbrechen aktiv Flüs­sigkeit aus­gle­ichen: 1,5 bis 2 Liter stilles Wass­er oder ungesüßter Tee pro Tag wer­den emp­fohlen, bei starkem Flüs­sigkeitsver­lust helfen Elek­trolytlö­sun­gen aus der Apotheke. Bei anhal­tenden Beschw­er­den früh ärztlichen Rat ein­holen.
  • Blutzuck­er im Blick behal­ten: Bei gle­ichzeit­iger Insulin- oder Sul­fonyl­harn­stoffther­a­pie steigt das Risiko ein­er Unterzuckerung. Warnze­ichen wie Zit­tern, Schwitzen oder Herzk­lopfen soll­ten nicht als Kreis­lauf­prob­lem abge­tan, son­dern doku­men­tiert, ärztlich besprochen und behan­delt wer­den.
  • Mit einem klu­gen Einkauf­szettel vor­beu­gen: Leicht verträgliche Grund­nahrungsmit­tel, milde Eiweißquellen wie gekochte Eier oder Magerquark sowie kleine Pack­ungs­größen helfen, in ein­er empfind­lichen Phase nicht zu schw­erem oder stark ver­ar­beit­etem Essen zu greifen.
  • Bauch­schmerzen kön­nen als häu­fige Neben­wirkung auftreten – starke oder anhal­tende Schmerzen müssen jedoch medi­zinisch abgek­lärt wer­den. Das gilt beson­ders, wenn sie in den Rück­en ausstrahlen oder mit Fieber, starkem Erbrechen oder deut­lich­er Ver­schlechterung des All­ge­meinzu­s­tands ein­herge­hen.

„Abnehm­spritzen sind wirk­same Medika­mente – aber wie jedes Medika­ment kön­nen sie Neben­wirkun­gen mit sich brin­gen. Die gute Nachricht: Fast alle dieser Neben­wirkun­gen sind vorüberge­hend und lassen sich gezielt man­a­gen”, ord­net Dr. Luisa Wern­er, Ernährungsmedi­ziner­in aus Ulm, ein. Mehr Infos über Adi­posi­tas find­et Ihr auf der Web­site MeinWegmitAdipositas.de

Über Adipositas

Adi­posi­tas ist eine chro­nis­che Krankheit. Die Behand­lung von Adi­posi­tas ist vielschichtig und muss auf die jew­eilige Leben­sphase und die indi­vidu­ellen Gesund­heit­sziele abges­timmt wer­den. Eine ärztliche Beratung zu wirk­samen, auch medika­men­tösen Ther­a­pieop­tio­nen bildet oft den Ein­stieg in eine struk­turi­erte Ver­sorgung und kann sowohl vor Ort in der Prax­is als auch per Telemedi­zin stat­tfind­en. Unter meinwegmitadipositas.de etwa kön­nen sich Betrof­fene über Adi­posi­tas informieren. Darüber hin­aus erle­ichtert die Web­site den Weg zum Arzt – etwa über die Ver­mit­tlung ein­er Videosprech­stunde oder die Suche nach ein­er Prax­is in der Nähe. Der erste Schritt hin zu ein­er umfassenden Ther­a­pie ist oft her­aus­fordernd, aber entschei­dend.

Über Lilly

Lil­ly Eli Lil­ly and Com­pa­ny (kurz Lil­ly) ist ein inter­na­tion­al tätiges, US-amerikanis­ches Phar­ma- und Medi­z­in­un­ternehmen mit Haupt­sitz in Indi­anapo­lis, Indi­ana. Weltweit beschäftigt Lil­ly über  50.000 Mitar­bei­t­ende, davon über 12.000 im Bere­ich Forschung und Entwick­lung. Zu den Schw­er­punk­ten von Lil­ly gehören Mit­tel gegen Dia­betes und Adi­posi­tas.

 

 

Quelle: Lil­ly
Foto: kian2018 from Pix­abay