Mallorca-Knigge: So werden Urlauber zu gern gesehenen Gästen

Hotel-Mitarbeiter verraten, wie Besucher mit kleinen Gesten Respekt für Mallorca und seine Menschen zeigen können

Zehn­tausende Men­schen auf den Straßen von Pal­ma, Proteste auch in anderen Teilen der Insel: Auf Mal­lor­ca wird inten­siv darüber disku­tiert, welche Fol­gen der anhal­tend hohe Touris­mus­druck für die Insel hat. Dabei richtet sich der Unmut viel­er Ein­heimis­ch­er nicht gegen die Urlauber selb­st. Im Mit­telpunkt ste­hen vielmehr struk­turelle Prob­leme wie knap­per Wohn­raum, über­lastete Straßen und Orte oder die Beanspruchung natür­lich­er Ressourcen.

Diese Her­aus­forderun­gen lassen sich nicht mit ein paar Ben­imm­regeln für Urlauber lösen. Und doch begin­nt ein gutes Miteinan­der auch im Kleinen. Wer Inter­esse an Land und Leuten zeigt und im All­t­ag ein wenig Rück­sicht nimmt, trägt dazu bei, dass aus Besuch­ern gern gese­hene Gäste wer­den. Uni­ver­sal Beach Hotels ist seit fast 80 Jahren auf Mal­lor­ca zuhause. Viele der rund 1.200 Mitar­bei­t­en­den sind auf der Insel aufgewach­sen oder leben seit Jahrzehn­ten hier. Sechs von ihnen erzählen, welche kleinen Gesten aus ihrer Sicht einen Unter­schied machen.

Ein “Bon dia” öffnet Türen

Nie­mand erwartet von Urlaubern, dass sie Mal­lorquín sprechen. Schon ein paar Worte in der Sprache der Insel wer­den jedoch als Zeichen der Wertschätzung wahrgenom­men. Ein fre­undlich­es “Bon dia” am Mor­gen oder ein “Grà­cies” als Dankeschön kostet wenig Über­win­dung und sorgt nicht sel­ten für ein Lächeln.

“Ich freue mich immer, wenn Gäste ver­suchen, ein paar Worte Mal­lorquín zu sprechen. Ein ‘Adéu’ zum Abschied oder ein ‘Bon prof­it’ vor dem Essen — per­fekt muss das über­haupt nicht sein. Allein der Ver­such zeigt Inter­esse und kommt meis­tens sehr gut an”, so Maria Car­men Alcala Her­nan­dez, Mitar­bei­t­erin House­keep­ing Uni­ver­sal Grand Leon & SPA.

Auf dem Wochenmarkt nicht nur fotografieren

Mal­lor­cas Wochen­märk­te sind beliebte Aus­flugsziele — aber keine Freilicht­museen. Wer dort Obst, Käse, Oliv­en, Gebäck oder andere Erzeug­nisse kauft und pro­biert, unter­stützt lokale Händler und Pro­duzen­ten und lernt gle­ichzeit­ig ein Stück mal­lorquinis­chen All­t­ag ken­nen. Gle­ich­es gilt für den Besuch klein­er Geschäfte, Bars und Restau­rants abseits der großen touris­tis­chen Zen­tren.

“Auf unseren Märk­ten gibt es unglaublich viel zu ent­deck­en. Mein Tipp: Nicht nur die schö­nen Stände fotografieren, son­dern auch etwas pro­bieren oder kaufen. So kommt man oft ganz neben­bei mit den Men­schen ins Gespräch und nimmt am Ende mehr mit nach Hause als ein schönes Foto”, emp­fiehlt Juan Quet­glas Lopez, Chef­patissier Uni­ver­sal Grand Leon & SPA.

Nicht jede Bucht braucht einen Mietwagen

Ger­ade kleine Bucht­en und Bergdör­fer stoßen beim Autoverkehr schnell an ihre Gren­zen. Enge Straßen, Park­platz­suche und Staus belas­ten Bewohn­er eben­so wie Besuch­er. Dabei muss nicht jed­er Aus­flug mit dem Miet­wa­gen stat­tfind­en: Viele Ziele lassen sich mit öffentlichen Verkehrsmit­teln, organ­isierten Aus­flü­gen, dem Fahrrad oder zu Fuß ent­deck­en.

“Es gibt Orte auf Mal­lor­ca, die wun­der­schön sind, aber ein­fach nicht für Hun­derte zusät­zliche Autos gemacht wur­den. Manch­mal ist der Bus oder das Fahrrad die entspan­ntere Lösung — für die Men­schen, die dort wohnen, aber auch für die Gäste selb­st”, sagt Julio Marin Pas­cual, Leit­er Tech­nik und Instand­hal­tung Uni­ver­sal Hotel Lido Park & SPA.

Nicht jedem Instagram-“Geheimtipp” hinterherfahren

Ein spek­takuläres Foto genügt und aus ein­er bis­lang ruhi­gen Bucht oder einem kleinen Dorf kann inner­halb kurz­er Zeit ein Social-Media-Hotspot wer­den. Wer Mal­lor­ca ent­deck­en möchte, muss deshalb nicht zwangsläu­fig diesel­ben Orte besuchen wie alle anderen. Oft lohnt es sich, Men­schen vor Ort nach Alter­na­tiv­en zu fra­gen.

“Gäste fra­gen mich oft nach Geheimtipps. Ich sage dann gerne: Der beste Geheimtipp ist manch­mal der Ort, den man vorher noch gar nicht auf Insta­gram gese­hen hat. Fragt die Men­schen, die hier leben. Häu­fig ken­nen sie schöne Alter­na­tiv­en, an denen man Mal­lor­ca viel entspan­nter erleben kann”, emp­fiehlt­Lyubomi­ra Lyud­milo­va Yor­dano­va, Bar­lei­t­erin Uni­ver­sal Hotel Roman­ti­ca.

Urlaubsort für die einen, Zuhause für die anderen

Die malerische Gasse, der Hau­sein­gang mit bun­ten Fen­ster­lä­den oder der Dorf­platz: Was für Besuch­er Urlaub­skulisse ist, gehört für andere zum täglichen Leben. Ger­ade in Wohnge­bi­eten und kleineren Orten hil­ft deshalb ein ein­fach­er Per­spek­tivwech­sel — etwa beim Lärm, beim Fotografieren oder beim Respekt vor pri­vat­en Grund­stück­en.

“Mal­lor­ca ist für unsere Gäste Urlaub, für uns aber Zuhause. Wenn Besuch­er sich manch­mal fra­gen, wie sie sich Gäste an ihrem eige­nen Wohnort wün­schen wür­den, ist eigentlich schon viel gewon­nen. Rück­sicht und Respekt funk­tion­ieren über­all auf der Welt gle­ich”, ist Maria del Car­men Ruiz Caro (Foto), Front Office Man­agerin Uni­ver­sal Grand Leon & SPA überzeugt.

Mit dem Paradies sorgsam umgehen

Mal­lor­cas Natur ist Teil dessen, was die Insel so beson­ders macht — zugle­ich sind Wass­er, Küsten und andere natür­liche Ressourcen empfind­lich. Ger­ade in den heißen Som­mer­monat­en ist Wass­er kost­bar. Schon kleine Dinge helfen: nicht unnötig lange duschen oder den Wasser­hahn nicht länger laufen lassen als nötig. Auch an Strän­den und Bucht­en gilt es, geschützte Dünen und Pflanzen zu respek­tieren und keinen Müll zurück­zu­lassen.

Wie wichtig der Schutz dieses Leben­sraums ist, erlebt Uni­ver­sal Beach Hotels unmit­tel­bar: Nahezu alle Häuser der Gruppe liegen direkt am Meer. Das Unternehmen unter­stützt deshalb unter anderem das Meer­ess­chutzpro­jekt MedGar­dens der Clean­wave Foun­da­tion, das sich vor Mal­lor­ca für die Regen­er­a­tion geschädigter Unter­wasserökosys­teme wie Posi­do­nia-See­graswiesen und Algen­wälder engagiert.

“Wir leben dort, wo andere Urlaub machen — und wis­sen deshalb vielle­icht beson­ders zu schätzen, was für ein Geschenk diese Insel ist. Wer bewusst mit Wass­er umge­ht und unsere Strände und Bucht­en so hin­ter­lässt, wie er sie vorge­fun­den hat, hil­ft mit, diesen Leben­sraum zu bewahren. Dafür braucht es keine großen Opfer, son­dern vor allem ein biss­chen Aufmerk­samkeit”, weiß Maria Ele­na Oliv­er Lladó, Direk­torin Uni­ver­sal Grand Leon & SPA.

Uni­ver­sal Beach Hotels ist seit 1947 auf Mal­lor­ca ver­wurzelt. Das Fam­i­lienun­ternehmen wird heute in drit­ter Gen­er­a­tion von CEO Yan­nik Erhart geführt und betreibt 17 Hotels und Apart­men­thäuser auf Mal­lor­ca sowie ein Bou­tique­ho­tel auf For­mentera, empfängt jährlich rund 100.000 Gäste und beschäftigt rund 1.200 Mitar­bei­t­ende.

 

Foto: Uni­ver­sal Beach Hotels