Mehr als nur ein Helm

Auf der Suche nach der Unbeschwertheit beim Radfahren

Fahrrad­fahren bleibt in Deutsch­land Trend, fast zwei Drit­tel der Bevölkerung nutzen ihr Rad regelmäßig. Gle­ichzeit­ig weisen Stu­di­en auf eine besorgnis­er­re­gend hohe Zahl von Fahrradun­fällen mit Per­so­n­en­schaden hin, auch mit tödlichem Aus­gang. Gute Gründe, nie ohne Helm in die Ped­ale zu treten. Doch nicht alle Helme sind gle­ich – was in dem Helm steckt, macht den Unter­schied.

Der im April dieses Jahres veröf­fentlichte Sinus Fahrrad-Mon­i­tor 2025 gibt zu denken. So fühlen sich 41 Prozent der Rad­fahrerin­nen und Rad­fahrer (Alter 14–69 Jahre) im Straßen­verkehr unsich­er, Aut­o­fahrer und ‑verkehr gel­ten als Haup­tur­sache. Trotz dieses Unbe­ha­gens tra­gen weniger als die Hälfte der Befragten immer oder meis­tens einen Helm – 38 Prozent gaben sog­ar an, nicht ein­mal einen zu besitzen. Die Gründe sind vielfältig: man schwitzt, sieht nicht gut aus, die Frisur wird ruiniert usw. Dabei zeigen Unter­suchun­gen, dass Kopfver­let­zun­gen etwa ein Vier­tel der Ver­let­zun­gen bei Fahrradun­fällen aus­machen, über 70 Prozent der lebens­ge­fährlich ver­let­zten Rad­fahrer (auch) am Kopf ver­let­zt sind und dass Nutzer von Ped­elecs beson­ders häu­fig schwere Ver­let­zun­gen davon­tra­gen. Aber Stu­di­en zeigen auch: Das Tra­gen eines Helms kann die Risiken für schwere Kopfver­let­zun­gen um bis zu 80 Prozent senken.

Nicht alle Helme sind gleich gebaut

Wenn wir mit dem Fahrrad stürzen und mit dem Kopf auf­prallen, erfol­gt dieser Kon­takt gewöhn­lich nicht exakt senkrecht, son­dern in einem Winkel, wobei Rota­tions­be­we­gun­gen auf den Kopf über­tra­gen wer­den kön­nen – diese sind häu­fig Ursache für Gehirn­er­schüt­terun­gen und schw­erere Hirn­ver­let­zun­gen. Viele mod­erne Helme sind daher darauf aus­gelegt, diese Gefahr zu berück­sichti­gen. Einige sind mit der Mips-Tech­nolo­gie aus­ges­tat­tet, die speziell entwick­elt wurde, um Rota­tions­be­we­gun­gen bei bes­timmten Auf­prall­winkeln vom Kopf weg zu leit­en – mit der Absicht, das Risiko für Hirn­ver­let­zun­gen zu reduzieren. Helme mit dem Mips-Sys­tem erken­nt man an dem gel­ben Punkt auf der Rück­seite des Helms.

Tipps für den Helmkauf

  1. Helm nach einem Sturz immer erset­zen, denn Beschädi­gun­gen, auch nicht erkennbare, kön­nen die Schutzwirkung beein­trächti­gen.
  2. Wet­ter und UV-Strahlung sor­gen für Ver­schleiß, die meis­ten Her­steller rat­en, Helme alle drei bis fünf Jahre zu erset­zen.
  3. Der Helm sollte sich gut ein­stellen lassen und opti­mal auf dem Kopf sitzen. Der sich­er­ste Helm ist der, der gut passt, sodass man ihn auch trägt. Fach­händler kön­nen hier qual­i­fiziert berat­en.
  4. Die CE-Kennze­ich­nung weist darauf hin, dass der Fahrrad­helm alle EU-weit­en Anforderun­gen erfüllt. Bei den CE-Prü­fun­gen wird derzeit jedoch nicht auf Rota­tion geprüft.

 

Quelle: DJD
Foto: DJD/Cube